Jedes Jahr eine Ski-WM?
Ösis lehnen FIS-Pläne ab – jetzt redet der Schweizer Ski-Boss

Die FIS plant ab 2032 jährliche Ski-Weltmeisterschaften, was der ÖSV strikt ablehnt. Anders Swiss-Ski: Co-CEO Diego Züger sieht Potenzial, fordert aber eine überlegte Kalenderplanung statt eines Schnellschusses ab 2028.
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Schweizer Ski-Party an der WM in Saalbach 2025 (mit Holdener und Rast): Kommts in Zukunft häufiger dazu?
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Swiss-Ski unterstützt grundsätzlich FIS-Pläne für jährliche Ski-WM ab 2032
  • Co-CEO Diego Züger sieht wirtschaftliche Chancen für den Skisport
  • Ein Schnellschuss mit einem neuen WM-Rhythmus schon ab 2028 sieht Züger kritisch

Als es im Juni um die Abwahl von Johan Eliasch (64) ging, arbeiteten der österreichische Verband und Swiss-Ski Seite an Seite daran, den höchst umstrittenen FIS-Präsidenten loszuwerden. Es gelang. Der Liechtensteiner Alexander Ospelt (58) ist neuer Verbandsboss.

Es war logischerweise nur ein Schulterschluss auf Zeit. Denn nun sind sich die beiden mächtigen Skisportverbände bei der jüngsten FIS-Idee nicht einig. Der Weltverband peilt bei der alpinen Ski-WM ab 2032 die Abkehr vom Zweijahresrhythmus an und möchte mit Ausnahme des Olympia-Winters jährlich eine WM veranstalten.

«Eine WM mehr im Vierjahreszyklus verträgt es»

Die Meinung des ÖSV? Strikte Ablehnung. Anders klingt es bei Swiss-Ski. «Die Idee ist absolut prüfenswert, wir sind grundsätzlich offen dafür», sagt Co-CEO Diego Züger (40) zu Blick. «Wir sehen es als Chance. Wir reden ja nicht von einer Verdopplung der WM-Anzahl. Es wäre eine WM mehr in vier Jahren. Das kann, wenn richtig aufgesetzt, einen Mehrwert bringen.»

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Dass sich der ÖSV, Ski-Legende Beat Feuz (39) und mit Dominik Paris (37) auch ein arrivierter aktueller Weltcup-Star gegen eine erhöhte WM-Anzahl aussprechen, weil sich so der Wert eines Titels mindert? Züger stimmt zwar zu, sagt aber: «Das ist ein negativer Aspekt, der berücksichtigt werden muss. Aber das Thema ist im grösseren Kontext zu sehen. Man muss die positiven und negativen Punkte gegeneinander abwägen.»

Für den Swiss-Ski-Boss ist aber klar: Es reicht nicht, einfach eine WM in die Jahre ohne Grossanlass hineinzupflanzen. «Das Wichtigste ist eine übergreifende Weiterentwicklung und Planung des ganzen Kalenders inklusive des gesamten Weltcups. Damit der Skisport als attraktives Paket den Sponsoren und TV-Rechteinhabern angeboten werden kann.»

Eine zusätzliche WM schon ab 2028 ist für Züger unnötiger Schnellschuss

Mehr Geld zu generieren, ist – wenig verwunderlich – auch der Grund, warum die FIS die Idee lancierte. Der Weltverband teilt gegenüber Blick mit: «Alle vier Jahre gibt es eine Lücke im Kalender. Diese Lücke wurde sowohl aus sportlicher als auch aus kommerzieller Sicht als Chance identifiziert. Eine grössere Präsenz von Schneesportarten im Fernsehen führt zu einer grösseren globalen Reichweite, zu zusätzlichen Medaillen und Einnahmen für die Athleten und einem höheren Mehrwert für die Gastgeberorte.» Diese Faktoren hätten bei der FIS den Ausschlag gegeben, ein detailliertes Konzept zu entwickeln.

Züger ist mit der Kommunikation der FIS aber nicht glücklich. Denn der Weltverband nennt als Option, bereits 2028 mit dem jährlichen Rhythmus zu starten – es gäbe interessierte Ausrichterländer. «Das ist zu kurzfristig und bringt keinen Mehrwert», sagt Züger über den möglichen Schnellschuss. Die Rechtepakete seien bis 2029 verkauft.

Klar ist: Die nächste WM findet im Februar 2027 in Crans-Montana VS statt. Ob dann wie geplant die darauf folgende 2029 im norwegischen Narvik über die Bühne geht oder doch schon 2028 erneut WM-Medaillen an einem noch unbekannten Ort (Andorra?) zu holen sind, wird erst die FIS-Detailplanung in den nächsten Monaten zeigen. 

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