Jedes Jahr eine Ski-WM?
Österreicher toben wegen brisanten FIS-Plänen

Ab 2032 könnte es ausser in Olympia-Jahren jährlich Ski-Weltmeisterschaften geben. Der österreichische Skiverband und Stars wie Dominik Paris warnen vor einer Entwertung des WM-Titels.
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Die Medaillenzeremonie 2025 an der letzten WM in Saalbach ist wegen der Schweizer Chaos-Frisuren legendär: Die FIS will nun jedes Jahr Weltmeisterschaften austragen.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die FIS will ab 2032 jährlich Ski-Weltmeisterschaften austragen
  • Der ÖSV kritisiert Gefahr der Entwertung von WM-Titeln und Weltcup-Bedeutung
  • Der einst geplante Gross-Event «FIS Games» wird es hingegen nie geben

Herrschen im alpinen Skisport bald Verhältnisse wie im Radsport oder im Eishockey? Dort ist es Tradition, dass jedes Jahr eine Weltmeisterschaft stattfindet. Diese Absicht hat nun auch der Ski-Weltverband FIS unter dem neuen Präsidenten Alexander Ospelt. Mit einer kleinen Einschränkung: Eine jährliche WM soll es in allen Jahren geben, in denen keine Olympischen Spiele stattfinden.

Bisher findet die WM alle zwei Jahre statt. Nach der WM 2025 in Saalbach (Ö) kommt die WM 2027 in Crans-Montana VS. Doch folgt dann schon 2028 die nächste? Die FIS plant den neuen Rhythmus zwar erst ab 2032. Doch die Zeitschiene ist variabel – eine der Optionen ist, womöglich schon ab 2028 eine jährliche WM auszutragen. 

«WM-Titel wird schleichend entwertet»

Diese neuen FIS-Pläne sind brisant. So brisant, dass mit dem österreichischen Verband ein Ski-Gigant schon auf die Barrikaden geht. Der ÖSV schreibt in einer Stellungnahme, dass man «mit Interesse und einer gewissen Überraschung» die Absichten zur Kenntnis genommen habe.

Die Österreicher sind gegen den jährlichen WM-Rhythmus: «Eine Weltmeisterschaft muss etwas Besonderes bleiben. Eine nahezu jährliche Austragung birgt aus ÖSV-Sicht die grosse Gefahr einer Inflationierung und damit einer schleichenden Entwertung des sportlichen Stellenwerts eines WM-Titels.» Ein WM-Titel, der nicht besonders viel wert ist? Das kommt einem doch vom Eishockey bekannt vor. 

Die Österreicher sehen mit einem neuen WM-Regime aber auch die Bedeutung des Weltcups in Gefahr. «Wenn es in nahezu jeder Saison entweder Olympische Spiele oder Weltmeisterschaften gibt, besteht die Gefahr, dass die Bedeutung einzelner Weltcup-Saisonen und Weltcup-Veranstaltungen geschwächt wird», so der ÖSV. 

Auch Beat Feuz (39) hält nichts von einer jährlichen WM. «Fast alles, was es zu oft gibt, ist schlecht», sagt die Ski-Legende. «Deshalb habe ich mich auch immer gegen Doppelabfahrten in Wengen gewehrt. Der Fussball machts vor: Alle zwei Jahre eine WM oder eine EM, dann schauen auch diese Leute hin, die sich sonst nicht für Fussball interessieren. Es ist viel exklusiver.» 

Dominik Paris regt eine ganz andere Änderung an

Jedes Jahr Weltmeister werden wie im Radsport? Nein danke, findet von den aktiven Fahrern Dominik Paris (37, It). Der Super-G-Weltmeister von 2019 sagt zu Blick: «Die Wertigkeit des Titels geht verloren.» Dass man womöglich bald jährlich Weltmeister kürt, findet Paris zwar nicht per se schlecht. «Statt dass man den Titel in einem einzelnen Rennen vergibt, in dem der Zufall wie zum Beispiel das Wetter eine Rolle spielen kann, sollte man lieber an ein Konzept wie in der Formel 1 denken», stellt Paris fest. Dort ist der konstanteste Pilot Ende Saison Champion. Der Gesamtweltcupsieger als Ski-Weltmeister – eigentlich logisch, findet Paris. 

Einen komplett neuen Titel wird die FIS hingegen nicht vergeben. Denn mit dem Alle-Jahre-WM-Plan ist still und heimlich eine Idee vom im Juni abgewählten FIS-Präsidenten Johan Eliasch (64) beerdigt worden.

Der Milliardär mit schwedischer, britischer und georgischer Staatsbürgerschaft träumte während seiner Amtszeit von den «FIS Games». Eine Art Mini-Olympia für alle Schneesportsparten. Neben Ski alpin hätten auch Langlauf, Skispringen und alle Snowboard-Disziplinen am selben Ort um Medaillen kämpfen sollen. St. Moritz kam einst als Austragungsort 2028 für die Premiere in Frage. Doch die FIS Games sind Geschichte, bevor sie jemals konkret wurden. Ob nun auch der jährlichen WM dasselbe Schicksal blüht?

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