Darum gehts
- Mikaela Shiffrin offenbart in einem Interview, dass sie vor der letzten Saison ein Risiko eingegangen ist
- Der US-Ski-Star hat seinen Psychologen voll in sein Team integriert
- Der Plan ist aufgegangen, Shiffrin gewinnt Olympiagold, den Slalom- und den Gesamtweltcup
Vor dem Olympia-Slalom lastet enormer Druck auf Mikaela Shiffrin (31). Alle erwarten von der Saisondominatorin Gold – und das nach zuvor acht medaillenlosen olympischen Rennen. Auch die Amerikanerin selber setzt sich unter Druck. Ihre mentale Stärke hilft ihr, damit umzugehen. Dank dieser hat sie sich schon nach dem plötzlichen Tod ihres Vaters oder dem folgenschweren Riesenslalom-Sturz in Killington (USA) zurückgekämpft.
Während Olympia 2026 braucht sie diese ebenfalls. Als sie in ihrem Hotelzimmer hadert, weil sie die Verantwortung für den Ski-Sport spürt, sagt sie zu sich: «Du musst es einfach loslassen und deine Arbeit machen, denn du kannst nicht gegen jeden kämpfen.» Das erzählt Shiffrin gegenüber dem «Women's Health Magazine».
Den Job erledigt sie, holt überlegen Slalom-Gold. Um an ihrer mentalen Stärke weiter zu arbeiten, hat sie in der Vorbereitung einen wichtigen Entscheid gefällt. «Etwas Riskantes in dieser Saison war tatsächlich, meinen Psychologen in mein Team aus Trainern und Betreuern zu integrieren», verrät Shiffrin. Damit wollte sie, dass ihr Team auf einer Linie und als Einheit in die kommenden Herausforderungen startet.
Es habe sich enorm ausbezahlt, meint Shiffrin rückblickend. Gibt aber auch zu: «Es war ein bisschen beängstigend, sich gegenüber den Leuten, mit denen man arbeitet, so verletzlich zu zeigen.» Vor allem eine Frage hat sich Shiffrin gestellt: «Wollen meine Trainer wirklich wissen, was in meinem Herzen vorgeht?» Letztlich sei das für sie aber sehr hilfreich gewesen. Auch wenn sie sich zunächst zur Offenheit zwingen musste. Der erhoffte Effekt ist eingetreten.
Gummibärchen vor dem Start
Einen positiven Effekt hat offenbar auch ein neues Ritual, welches Shiffrin eingeführt hat: «Ich habe angefangen, vor dem Start ein oder zwei saure Gummibärchen zu essen.» Der Tipp kommt von ihrem Physiotherapeuten und dient dazu, Angstzyklen zu durchbrechen.
Auch nach Olympiagold ist das mit dem Druck noch längst nicht vorbei. Zwar hat sie die Slalom-Kugel schon Ende Januar eingetütet, aber im Kampf um den Gesamtweltcup spürt sie plötzlich den Atem von Emma Aicher (22) im Nacken. Erst im letzten Rennen fällt die Entscheidung. Als Shiffrins Triumph feststeht, fällt der Druck von ihr ab. Und sie lässt den Emotionen freien Lauf.