Darum gehts
- Mitte Dezember verletzt sich Michelle Gisin bei einem Sturz schwer
- Sie fragt sich bis heute, wie ihr das als vorsichtige Athletin passieren konnte
- Ob sie noch einmal in den Weltcup zurückkehrt, lässt sie offen
Mitte Dezember stürzt Michelle Gisin (32) im Training heftig, entgeht nur knapp einer Querschnittlähmung. Nun spricht sie erstmals ausführlich darüber. «Für mich ist es nach wie vor schwierig, nachzuvollziehen, wie ich mich so schwer verletzen konnte», sagt sie in der SRF-Sendung «Gredig direkt». Denn sie sei eine vorsichtige Skifahrerin.
Trotzdem schlägt sie nach einem Verschneider heftig im Netz ein, verletzt sich am Knie und der Hand schwer. «Drei Mittelhandknochen hab ich ausgerenkt, das ist sehr selten und komplex», verrät sie. Noch immer ist die Beweglichkeit eingeschränkt. Viel schlimmer ist die instabile Halswirbelfraktur. «Es war gfürchig, als ich das Röntgenbild gesehen habe», gesteht Gisin und ist unendlich dankbar, dass sie nicht im Rollstuhl gelandet ist.
Die Verletzungen verheilen gut. Auch wenn eine zusätzliche Baustelle dazugekommen ist. In der linken Schulter sind zwei Sehnen teilabgerissen. «Das kleinste Übel», so Gisin.
«Mir hat es das Herz gebrochen»
Ob sie noch einmal in den Weltcup zurückkehrt, lässt sie offen. «Vor der Saison war die Tendenz, dass es meine letzte wird.» Nun braucht sie in der Reha den Ansporn, wieder gesund zu werden, um auf die Ski zurückzukehren. Auch wenn es aktuell unvorstellbar ist, Rennen zu fahren. Ihr Ziel: In einfachem Gelände einen Riesenslalom fahren. «Dann weiss ich, will ich nochmal und muss herausfinden, kann ich nochmal.»
Bevor es ein allfälliges Comeback gibt, steht ein privates Highlight an. Im Sommer heiratet sie ihren langjährigen Partner Luca de Aliprandini (35). Er war in den schwierigen letzten Monaten immer an ihrer Seite. Auf ihren Wunsch fährt er zwei Tage nach ihrem Sturz ein Rennen. Und gibt danach ein Tränen-Interview. «Mir hat es das Herz gebrochen», sagt Gisin. Sie sei auf Medikamenten gewesen, habe den Ernst der Lage nicht realisiert und ihm gesagt, er solle starten.
Kehrt sie also wenn dann als Michelle De Aliprandini in den Weltcup zurück? «Nein», antwortet sie lachend. «Das ist viel zu lang und hat keinen Platz auf dem Bildschirm.»