«Drei Finger sind jetzt noch taub»
Ski-Ass Gisin kämpft sich zurück – und plant ihre Hochzeit

Schock, Operationen, monatelange Genesung: Michelle Gisin kämpft ums Comeback und plant ihre Hochzeit mit Luca de Aliprandini. Wird sie je wieder in einem Weltcup-Starthaus stehen?
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Mathias GermannReporter Sport

Die Narben an Michelle Gisins Körper sind sichtbar: am Hals, im Nacken, am Knie, an der Hand. Sie werden bleiben. Trotzdem ist die 32-Jährige dankbar. «Es hätte viel schlimmer kommen können. Es fehlte wenig, und ich sässe im Rollstuhl», sagt sie.

Fast fünf Monate sind seit ihrem schweren Sturz in St. Moritz GR vergangen. Im Knie rissen Kreuz- und Innenband, in der Schulter wurden zwei Sehnen beschädigt. Die rechte Hand wurde zertrümmert. «Drei Finger sind auch jetzt noch taub.»

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Der Weg zurück ist lang. Michelle Gisin (32) kämpft nach ihrem Horrorsturz in St. Moritz um das Comeback.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Am gefährlichsten waren die Brüche in der Halswirbelsäule: Ein Knochensplitter steckte zwischen zwei Nervenwurzeln. Die Ärzte zogen ihn heraus wie ein Buch aus dem Regal. «Auch die Bandscheibe war zerfetzt. Danach haben sie alles mit Schrauben fixiert.»

Gisin trainiert vorsichtig im Kraftraum der Sportmittelschule Engelberg. Hier begann ihre Karriere. WM-Medaillen, zwei Olympiasiege, Podestplätze in allen fünf Weltcup-Disziplinen – sie hat mehr erreicht, als sie je erwartet hatte. Ob noch mehr dazukommt, ist offen. «Ich will wieder auf die Ski. Ein paar Riesenslalomtore fahren. Dann weiss ich, ob ich zurückkehren kann und will.»

«Langsam kommt die Kraft zurück»
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Gisin über Comeback-Pläne:«Langsam kommt die Kraft zurück»

Gisin verlor täglich ein halbes Kilo Körpergewicht

Der letzte Winter sollte Gisins letzter sein. Die Olympiarennen in Cortina (I) der Abschluss der Karriere. «Jetzt reizt mich die Heim-WM 2027 in Crans-Montana doch», sagt sie und lächelt. Sicher ist: Sie wird dort sein – als Athletin oder Botschafterin.

Den Sturz hat sie sich mehrmals angeschaut. «Vor der Kompression wurde ich leicht. Dann kam der Verschneider. Die meisten Verletzungen passierten beim Aufprall ins Netz.» Rettung, Untersuchungen, Flug nach Zürich, Operationen – alles lief optimal. Zwölf Stunden lag sie in Vollnarkose. Im Spital verlor sie mehr als ein halbes Kilo pro Tag, insgesamt acht. «Drei habe ich wieder zugenommen», sagt sie.

Die Zeit danach war hart. Gisin, ein Bewegungsmensch, lag auf dem Sofa und im Bett. Ablenkung brachten ihre dreijährigen Nichten. «Ich habe unzählige Geschichten vorgelesen.» Auch Olympia verfolgte sie – alles, jede Disziplin. Ihre Goldmedaillen von Pyeongchang (Südkorea) und Peking (China) legte sie vor den Fernseher. «So erinnerte ich mich: nicht klagen, sondern dankbar sein.»

Hochzeit? «Haben die Feier verkleinert»

Der Weg zurück ist für Gisin lang. Instagram hilft ihr nicht. Vor kurzem löschte sie die App. «Andere kamen nach Verletzungen schneller zurück. Ich weiss, dass ich mich nicht vergleichen sollte – tat es aber doch. Das zog mich im Unterbewusstsein runter.» Ganz auf Social Media verzichten will sie nicht. «Aber im Moment bringt es mir nichts.»

Schock, Trauma, Operationen – Gisin hat alles überstanden und macht Fortschritte. Und bald wird geheiratet: zuerst im Standesamt in Engelberg, dann kirchlich in Riva del Garda (I). Sie und ihr Verlobter Luca de Aliprandini (35, I) freuen sich. «Wir haben die Feier verkleinert. Sie wird kürzer und weniger gross als geplant. Schön wird sie trotzdem.»

Was danach kommt, ist offen. «Wenn es als Skirennfahrerin nicht mehr geht, dann ist es so. Ich bin dankbar für das, was ich erleben und gewinnen durfte. Und vor allem dafür, dass ich wieder gesund bin.»

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