Darum gehts
- Ski-Talent Laura Huber fuhr monatelang mit gebrochenem Wadenbein Rennen
- 44 Europacup- und FIS-Rennen trotz Verletzung absolviert, Schmerzen ignoriert
- Operation am 14. April, Heilung mit Metallplatte gestartet
Nicht nur die Stars im Weltcup schreiben Geschichten. Nein, auch im Europacup gehts rund. Laura Huber (20) hat im vergangenen Winter Verrücktes erlebt. Warum? Das Ski-Talent aus Hasliberg BE fuhr monatelang mit gebrochenem Wadenbein – ohne es zu merken.
«Ich war schockiert, als ich das Röntgenbild sah», so Huber. Die Speed-Spezialistin wurde am Dienstag operiert, der Knochen mit einer Platte und Schrauben fixiert. «In der Nacht habe ich grosse Schmerzen, aber sie nehmen von Tag zu Tag ab.»
Doch wie konnte es so überhaupt weit kommen? Im Februar 2024 stürzte Huber im Training, brach sich das linke Schienbein. Dieses wurde operiert.
Beim ebenfalls kaputten Wadenbein entschied sich die C-Kader-Fahrerin nach Absprache mit den Ärzten für eine konservative Heilung. Spritzen sollten die Knochenheilung ermöglichen. «Sie halfen sehr, das Schiebein erholte sich gut. Leider das Wadenbein nicht», so Huber.
«Habe mich daran gewöhnt, dass es wehtut»
Die Beschwerden kamen zurück. Huber ging davon aus, dass sie dazugehörten. «Meine Schmerzgrenze ist sehr hoch, ich gebe nicht so schnell auf. Ich habe mich daran gewöhnt, dass es wehtut. Die Freude am Skifahren war grösser.»
44 Europacup- und FIS-Rennen bestritt Huber mit zerstörtem Wadenbein. Bei den Schweizer Meisterschaften wurden die Schmerzen aber zu gross – sie liess sich untersuchen. Die erschütternde Diagnose folgte.
Huber ist nach der Operation guten Mutes. Den Marknagel im Schienbein lässt sie drinnen. «Er gibt mir Sicherheit und stört nicht», sagt sie.
Der Rest des Metalls wird im Herbst rausgenommen. «Das Skifahren wird leichter, und ich werde nicht ständig mit mir selbst im Kopf kämpfen müssen», hofft sie.