«Bis zu zwei Jahre, bis es wieder wie früher ist»
Heim-Party wird für Rast zum Kampf gegen die Zeit

Camille Rast wartet seit vier Jahren auf einen Heimauftritt bei einem grossen Rennen. Bald bekommt sie ihn – und das gleich an der WM in Crans-Montana. Aber macht die Hüfte mit?
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Camille Rast ist die beste Schweizer Technikerin. WM-Gold 2025, Olympia-Silber 2026 – beides im Slalom. Wie blickt sie auf den kommenden Winter?
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Camille Rast ist die beste Schweizer Technikerin
  • Sie hat seit vier Jahren kein Heimrennen im Weltcup bestritten
  • In Crans-Montana will sie bei der WM glänzen – die Hüfte macht aber noch Mühe

Sie wurde letzte Saison Dritte im Gesamtweltcup. Keine andere Schweizerin war auch nur annähernd so gut. 2025 holte sie WM-Gold, 2026 Olympia-Silber – beides im Slalom. Doch seit vier Jahren ist Camille Rast heimatlos. Die 27-Jährige aus Vétroz VS wartet sehnsüchtig auf einen Slalom oder Riesenslalom in der Schweiz. «Schade. Es wäre ein Highlight, daheim wieder Rennen fahren zu dürfen», sagt sie.

125 Weltcuprennen, elf WM-Starts, fünf Einsätze bei Olympia: Rast ist weit gereist. 137 Rennen hat sie bestritten, nur sechs davon in der Schweiz. Das sind gerade einmal 4,4 Prozent.

Nun kehrt Rast nach Hause zurück. Nicht nur in die Schweiz, sondern sogar ins Wallis, ihren Heimatkanton. In Crans-Montana bestreitet sie zwei ihrer wichtigsten Rennen überhaupt: den WM-Riesenslalom am 11. und den WM-Slalom am 13. Februar. «Und dann noch an einer WM. Es ist etwas sehr Besonderes», sagt sie.

Diese Frage gibts von den Journalisten nicht mehr

In Crans-Montana ist Rast noch nie gefahren. Zwar gastiert der Weltcup dort seit einem Jahrzehnt wieder regelmässig, bislang aber nur mit Speed-Disziplinen. Früher standen auch Kombinationen auf dem Programm. Das war nie ihr Terrain. «Es wird das erste Mal sein, dass meine Freunde mich bei einem Rennen anfeuern können, ohne ein Hotel zu buchen und sechs Stunden mit dem Auto zu fahren», sagt sie und schmunzelt.

Der Druck auf Rasts Schultern wird gross sein. Riesig vielleicht. Doch damit kann sie umgehen. Das hat sie oft genug bewiesen. «Und ihr Journalisten könnt mich nicht mehr fragen: Was machst du, wenn du Weltmeisterin bist? Weil ich es schon bin. Das macht es schon etwas einfacher.»

Die Hüfte? Mal top, mal flop

Ob Rast im kommenden Winter brillieren kann, hängt zu einem grossen Teil von ihrer Hüfte ab. Auch 18 Monate nach ihrem Sturz in Sestriere macht die Hüfte noch immer Probleme. Auch das linke Bein tut zuweilen weh. «Es gibt Tage, da spüre ich nichts. Und andere, da ist es viel komplizierter.»

Überrascht oder frustriert ist sie deswegen nicht. Im Vergleich zum vergangenen Sommer geht es ihr besser. Entscheidend ist die Balance zwischen den beiden Körperhälften – sie sollen gleich stark und gleich ausdauernd sein. «Die Ärzte haben gesagt, dass es bis zu zwei Jahre dauern kann, ehe wieder alles wie früher ist. Die Entwicklung geht ins Positive.»

Besser als Zwölfte war Rast in Sölden nie

Das Saison-Opening in Sölden am 24. Oktober kommt für Rast wohl auch in diesem Jahr zu früh. Wie immer. «Ich bin halt eine, die den Rennrhythmus liebt», sagt sie. Immerhin: Im vergangenen Winter war sie am Rettenbachgletscher auf Top-10-Kurs, ehe sie vor dem flachen Zielhang patzte – Rang 15. Besser als 12. war sie im Ötztal nie.

Klar ist: Sollte es in Sölden noch nicht für das Podest reichen, wird Rast nicht in Panik verfallen. Viel wichtiger wäre es, im Februar auf dem Treppchen zu stehen.

Am liebsten daheim.

Endlich einmal.

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