Am Montag machte Blick publik, dass Claude-Alain Schmidhalter (62), der OK-Präsident der Ski-WM in Crans-Montana VS im kommenden Februar, vor Gericht antreten muss. Ihm werden Betrug und ungetreue Geschäftsführung vorgeworfen. Nun hat ihn Swiss-Ski von seinen Ämtern enthoben. Zwar nur temporär, kurz darauf schmeisst Schmidhalter aber hin.
«Ich nehme den Entscheid von Swiss-Ski und des Organisationskomitees der Ski-WM 2027 zur Kenntnis, mich bis auf Weiteres von meinen Ämtern zu entheben und respektiere ihn», schreibt er in einer Mitteilung. «Ich ziehe daraus die Konsequenzen und trete per sofort als Präsident des Organisationskomitees der Ski-WM 2027 und als Vizepräsident von Swiss-Ski zurück.»
Schmidhalter weiter: «Ich tue das nicht, weil ich mir etwas vorzuwerfen hätte. Ich tue es, weil die WM jetzt Klarheit braucht. Ein OK-Präsident, der wenige Monate vor den Titelkämpfen auf unbestimmte Zeit im Ausstand ist, schadet dem Projekt, für das ich mich seit Jahren mit voller Überzeugung einsetze. Das will ich nicht.»
Wie Swiss-Ski schreibt, wird der WM-Vorstand ad interim von Vizepräsident Sébastien Rey und Diego Züger, Vorstandsvertreter und Co-CEO von Swiss-Ski, geführt.
Anklage wegen privater Geschäftstätigkeit
Der Ski-Verband betont in seiner Medienmitteilung, dass das laufende Verfahren «in keinem Zusammenhang mit seinen Ämtern im Präsidium von Swiss-Ski und als OK-Präsident von Crans-Montana 2027» stehe.
Die Anklage richtet sich in der Tat nicht gegen Schmidhalters Tätigkeiten als Sportfunktionär, sondern betrifft seine Ingenieursfirma in Brig-Glis VS. Er soll mit einem Komplizen seinen ehemaligen Geschäftspartner um mehr als 300’000 Franken betrogen haben.