Claude-Alain Schmidhalter wegen Betrug vor Gericht
Dem OK-Präsi der Ski-WM in Crans-Montana droht Knast

Kurz vor der Ski-WM 2027 gerät OK-Präsident Claude-Alain Schmidhalter unter Druck: Die Walliser Staatsanwaltschaft wirft dem Vizepräsidenten von Swiss Ski vor, einen früheren Geschäftspartner um über 300’000 Franken geprellt zu haben.
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Claude-Alain Schmidhalter ist Vize-Präsident von Swiss Ski.
Foto: zVg

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Claude-Alain Schmidhalter führt das OK der Ski-WM 2027.
  • Er soll einen Ex-Partner um über 300’000 Franken geprellt haben.
  • Gefordert sind 23 Monate bedingt; Prozess ist am 27. Oktober.
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Martin MeulReporter News

Es dauert nicht mehr lang, dann steigt in Crans-Montana die ganz grosse Ski-Sause. Vom 1. bis 14. Februar 2027 findet dort die Alpine Ski-WM statt. Ganz vorne steht Claude-Alain Schmidhalter (62) aus Ried-Brig VS. Der Ingenieur und Vizepräsident von Swiss Ski ist der OK-Präsident des Skifestes.

Doch für den bekannten Sportfunktionär könnte es wenige Monate vor der WM knüppeldick kommen. Die Walliser Staatsanwaltschaft wirft ihm Betrug und ungetreue Geschäftsführung vor, wie aus einer entsprechenden Anklageschrift hervorgeht, die Blick vorliegt. Und sie fordert sogar eine Haftstrafe von 23 Monaten auf Probe für Schmidhalter!

Ehemaligen Geschäftspartner abgezockt?

Die Anklage richtet sich dabei nicht gegen Schmidhalters Tätigkeiten als Sportfunktionär, sondern betrifft seine Ingenieursfirma in Brig-Glis VS. Kurzum: Schmidhalter soll mit einem Komplizen seinen ehemaligen Geschäftspartner um mehr als 300’000 Franken betrogen haben.

Gemäss Anklageschrift arbeiteten Schmidhalter und sein Geschäftspartner in einer Firma jahrzehntelang zusammen, teilten sich die Inhaberschaft. Seit dem Jahr 2003 gab es dabei einen klaren Vertrag unter den Aktionären: Geht einer in Rente und steigt aus, wird er ausbezahlt. Der Preis für seine Firmenanteile sollte sich nach den Gewinnen der letzten drei Jahre sowie dem Wert der Firma richten. Einfach gesagt: Hohe Firmengewinne bedeuten eine hohe Auszahlung für den Rentner.

Als im September 2015 die Pensionierung des Geschäftspartners vor der Tür stand, unterbreiteten Schmidhalter und sein mutmasslicher Komplize ihm ein Kaufangebot für seine Aktien. Er lehnte jedoch ab, weil ihm der gebotene Preis viel zu tief war. Er pochte im Oktober 2015 auf die Einhaltung des Vertrags.

Um eine teure Auszahlung zu verhindern, sollen die Beschuldigten ab diesem Zeitpunkt laut Staatsanwaltschaft tief in die Trickkiste gegriffen haben. Dazu sollen sie eine zweite Baufirma genutzt haben, an der das Opfer nicht beteiligt war. Diese funktionierte wie eine Art «Geldstaubsauger».

Mutmasslich Gewinne klein gehalten

Diese Baufirma soll gemäss Staatsanwaltschaft der gemeinsamen Ingenieursfirma horrende Rechnungen gestellt haben. Die Folge: Der Gewinn der Ingenieursfirma wurde künstlich geschmälert, sprich abgesaugt.

Als es im Jahr 2020 schliesslich darum ging, das Opfer auszuzahlen, rechneten Schmidhalter und sein Komplize die Firma wegen der künstlich gedrückten Gewinne arm und speisten den Partner mit einem viel zu tiefen Preis ab.

Das Fazit der Staatsanwaltschaft in ihrer Anklageschrift: Durch diesen Trick soll dem pensionierten Geschäftspartner ein Schaden von gut 300’000 Franken entstanden sein.

Deshalb fordert die Staatsanwaltschaft für Claude-Alain Schmidhalter und seinen Komplizen jeweils 23 Monate Haftstrafe auf Probe und eine Busse von 10’000 Franken. Zudem sollen bei beiden 55’000 Franken für die Ersatzforderungen des Opfers einkassiert werden. Die Sache wird am 27. Oktober vor dem Bezirksgericht in Brig-Glis verhandelt.

Vorwürfe zurückgewiesen

Claude-Alain Schmidhalter schreibt auf Anfrage von Blick: «Ich weise die Vorwürfe entschieden zurück. Sie gehen auf eine langjährige Auseinandersetzung mit einem früheren Mitaktionär einer gemeinsamen Firma zurück.» Im Rahmen der Ermittlungen sei festgestellt worden, dass die Buchhaltungen korrekt und nach den geltenden Vorschriften geführt worden sei, so Schmidhalter. «Ich vertraue dem Gericht, somit sehe ich der Verhandlung mit Zuversicht entgegen. Zum laufenden Verfahren äussere ich mich deshalb nicht weiter.»

Die Angelegenheit betreffe seine Tätigkeit als Unternehmer. Swiss-Ski und das Organisationskomitee der Ski-WM 2027 seien informiert. «Meinen Aufgaben für die Ski-WM 2027 widme ich mich weiterhin mit voller Kraft.» Für Schmidhalter und seinen mutmasslichen Komplizen gilt die Unschuldsvermutung.

Swiss Ski schreibt auf Anfrage von Blick, man habe vom Verfahren Kenntnis. «Da es sich um ein laufendes Verfahren handelt und dieses laufende Verfahren Claude-Alain Schmidhalters unternehmerische Tätigkeit betrifft, äussert sich Swiss Ski nicht weiter dazu.»

Derweil ist es das zweite Mal, dass das Organisationskomitee der Ski-WM in Crans-Montana innert weniger Monate wegen seiner personellen Besetzung im Fokus steht.

Nach dem Inferno im «Le Constellation» trat Mitte Januar der Gemeindepräsident von Crans-Montana, Nicolas Féraud, aus dem Gremium zurück. Die Begründung: Er wolle sich auf die Aufarbeitung des Dramas konzentrieren. Inzwischen wird auch gegen Féraud wegen der Katastrophe ermittelt.

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