Darum gehts
- Spyder Redline Alpine ist das neue multinationale Team im Ski-Zirkus
- Prominenteste Mitglieder sind Erik Read und Christian Borgnaes
- Unterstützung gibts von einem Ex-Speedfahrer, der beim Namensgeber arbeitet
Mit der letzten Ski-Saison ist die Geschichte des Global Racing Skiteams zu Ende gegangen. Nach 13 Jahren wurde es aufgelöst. Es bot internationalen Athleten Unterschlupf, die aus einer kleinen Skination ohne die nötigen Verbandsstrukturen stammen oder sich nach verlorenem Kaderstatus zurückkämpfen wollten.
Diese Fahrer standen plötzlich vor einer ungewissen Zukunft. Sam Maes (28) hat sich dem amerikanischen Team angeschlossen. Dessen neuer Techniktrainer ist Paul Epstein, der einst das Global Racing Skiteam gründete.
Nun gibt es ein neues multinationales Team: Spyder Redline Alpine. Sieben Athleten um die ehemaligen Global-Racing-Fahrer Tim Gavett (28, USA) und Christian Borgnaes (30, Dä) haben es gegründet. Prominentestes Mitglied ist Erik Read (35). Der Kanadier gewann zwei WM-Medaillen im Team (Silber und Bronze) und stand bisher bei 204 Weltcuprennen am Start. Daneben gehören seine Landsmänner Liam Wallace (27) und Etienne Mazellier (25), Jimmy Krupka (28, USA) und Christian Oliveira Soevik (24, Bra) dazu.
Konzentration auf technische Disziplinen
Den Anstoss gab Gavett, der bisher hauptsächlich im NorAm-Cup, dem nordamerikanischen Pendant zum Europacup, gestartet ist. Krupka war zunächst noch skeptisch, als sein Freund ihn darauf ansprach, dafür hat sich Borgnaes sofort für die Idee begeistern lassen.
Auch dank der Unterstützung von Gavetts Eltern – Vater Dave ist langjähriger Trainer und Mutter Traudl Hächer-Gavett vierfache Weltcupsiegerin – ist das Team innert zwei Monaten gegründet worden. Neben den Athleten gehören ein Cheftrainer, zwei Assistenztrainer, zwei Serviceleute und ein Physiotherapeut dazu.
«Niemand hat ein persönliches finanzielles Interesse daran», erklärt Gavett gegenüber skiracing.com. «Unser Ziel ist es, es für diejenigen, die bereit sind, alles für den Sport zu geben, so erschwinglich wie möglich zu gestalten.» Dabei konzentriert sich das Team vor allem auf die technischen Disziplinen im NorAm- und Europa- sowie Weltcup.
«Jeder liebt Aussenseiter im Sport»
Neben einem Sponsor für Wachs und Werkzeug kann das Team vor allem auch auf Namensgeber Spyder zählen. Und dort ist einer tätig, der weiss, wie hart das Leben als Skirennfahrer ist: Steven Nyman (44). «Es gibt auch die weniger glamouröse Seite», sagt der ehemalige Speedspezialist.
Deswegen wolle man die Athleten unterstützen, die sich zurückkämpfen müssen. Denn: «Jeder liebt die Aussenseiter im Sport. Sie sind einzigartig und haben Kampfgeist.» Der dreifache Weltcupsieger fiebert immer mit diesen Athleten mit und meint: «Ich bin stolz darauf, sie unter unsere Fittiche zu nehmen.»