«Ja, habe das Athletenschreiben unterzeichnet»
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Petition gegen Eliasch:«Ja, habe das Athletenschreiben unterzeichnet»

«Alles andere als positiv entwickelt»
Jetzt stellt sich sogar Odermatt gegen FIS-Boss Eliasch

Johan Eliasch erhält für seine Tätigkeit als FIS-Präsident nun auch von den Top-Athleten die rote Karte. Die Wiederwahl des umstrittenen Ski-Bosses steht auf wackligen Beinen, der Gegenwind wird heftiger.
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Nicht nur Marco Odermatt geht auf Distanz zu FIS-Präsident Johan Eliasch (l.): Dessen Wiederwahl im Juni ist ungewiss.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • FIS-Präsident Johan Eliasch werden finanzielle Missstände vorgeworfen
  • Swiss Ski spricht sich öffentlich gegen die Wiederwahl des Ski-Chefs aus
  • Top-Athleten wie Odermatt und Yule fordern einen Führungswechsel bei der FIS
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Marcel W. PerrenSki-Reporter

Die Schlinge um FIS-Präsident Johan Eliasch zieht sich immer mehr zu.
Nachdem ihn sein britischer Heimatverband nicht für die Wiederwahl nominieren wollte, hat der in Schweden geborene Unternehmer zwar in kürzester Zeit einen georgischen Pass erhalten.

Doch als Neo-Georgier wird es Eliasch am 11. Juni beim Kongress des Internationalen Skiverbands im serbischen Belgrad äusserst schwer haben. Der 64-Jährige wird dort bei der Wahl für das höchste Ski-Amt gegen Anna Harboe Falkenberg (Dänemark), Victoria Gosling (Grossbritannien), Alexander Ospelt (Liechtenstein) und Dexter Paine (USA) antreten müssen.

Von den grossen Ski-Nationen wird Eliasch kaum Stimmen erhalten. Diego Züger, der bei Swiss Ski eine CEO-Doppelspitze mit Walter Reusser bildet, sagt: «Johan Eliasch hat das Vertrauen zahlreicher nationaler Verbände verspielt. Die finanzielle Lage der FIS ist besorgniserregend. Governance, Transparenz und Kommunikation sind so mangelhaft, dass die Gesamtsituation für immer mehr Verbände inakzeptabel ist.»

Deutliche Worte von Odermatt

Wie dramatisch sich die Finanzlage der FIS seit Eliaschs Amtsantritt entwickelt hat, zeigt die Recherche von FIS-Athletensprecher AJ Ginnis. «Am 31.12.2025 hatte die FIS ein Eigenkapital von knapp 43 Millionen. Vor fünf Jahren waren noch 130 Millionen in der Kasse», sagt Ginnis, der 2023 für Griechenland WM-Silber im Slalom gewonnen hat.

Ginnis hat im Namen von vielen Athleten einen Brief geschrieben, in dem der aktuellen FIS-Führung jegliches Vertrauen entzogen wird. Auch Superstar Marco Odermatt spricht sich im Gespräch mit Blick gegen eine Wiederwahl von Eliasch aus.

«Ich habe mir vor ein paar Jahren sehr viel von ihm erhofft. Weil er neu in dieses System gekommen ist, ein bisschen anders denkt und als Unternehmer die Weltwirtschaft sehr gut versteht», sagt Odermatt. Der Nidwaldner weiter: «Nun müssen wir aber festhalten, dass in den letzten Jahren nicht viel vorwärtsgegangen ist. Auch ich habe von Insidern erfahren, dass sich die FIS bezüglich der Finanzen alles andere als positiv entwickelt hat. Und deshalb bleibt nicht viel anderes übrig, als an der Spitze der FIS einen Wechsel zu machen.»

Daniel Yule legt nach

Mit dem Walliser Daniel Yule (7 Weltcupsiege) macht ein weiterer Top-Athlet öffentlich deutlich, dass der Vorstandsvorsitzende des Skiherstellers Head als FIS-Präsident untragbar geworden sei. «Eliasch hat uns seit seinem Amtsantritt 2021 so viel versprochen und nichts gehalten», resümiert der 33-Jährige verärgert.

Diego Züger hält rund drei Wochen vor der Wahl fest, «dass mit Alexander Ospelt, Victoria Gosling, Anna Harboe Falkenberg und Dexter Paine vier hoch angesehene Persönlichkeiten kandidieren. Das gemeinsame Ziel ist es nun, sich hinter der aussichtsreichsten Kandidatur zu vereinen und Johan Eliasch aus dem Amt zu drängen.»

Blick konfrontierte die FIS mit den Vorwürfen. Bisher hat der Weltverband auf den vorgelegten Fragekatalog nicht reagiert. 

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