Darum gehts
- Als Siebenjährige benannte Aline Höpli ihr Kaninchen nach Ski-Star Lindsey Vonn
- Nach drei Kreuzbandrissen kämpft die 25-jährige Slalom-Spezialistin weiter um den Anschluss an die Weltspitze
- Bringt ihr Schweinchen Vivienne Glück für den Winter und die WM in Crans-Montana?
Als Siebenjährige bekam Aline Höpli (25) ein Kaninchen geschenkt. Einen Namen hatte sie schnell gefunden: «Ich taufte es Lindsey Vonn. Sie war meine Lieblingsfahrerin», erzählt sie. Die US-Speed-Queen war Höplis Vorbild. Und heute?
18 Jahre sind seither vergangen. Höpli ist längst ebenfalls Ski-Profi, allerdings als Slalom-Spezialistin. Ihr Kaninchen Lindsey lebt nicht mehr. Dafür hat sie einen mindestens so herzigen Ersatz gefunden: Säuli Vivienne. Das Ferkel ist sechs Tage alt. An der Olma in St. Gallen hält Höpli es ebenso gerne im Arm. «Sie ist so herzig, ganz warm. Irgendwann hat sie ein wenig gequiekt. Aber ich glaube, sie fühlte sich sehr wohl.»
Drei Kreuzbandrisse warfen sie zurück
Höpli wuchs in Egg bei Flawil SG in einem ehemaligen Bauernhaus auf. Tiere ist sie sich gewohnt. Karriere machte sie allerdings nicht auf einem Hof, sondern auf Schnee. Dabei hätte sie gerne etwas mehr Schwein gehabt. Dreimal riss sie sich das Kreuzband: 2017, 2019 und 2020 – jedes Mal im Dezember, wenn die Saison erst richtig losging.
Ans Aufhören dachte Höpli nie. «Ich habe gehadert, klar. Aber Verletzungen gehören zum Skisport. Fast jede und jeder hat mal irgendwas. Etwas Glück könnte aber in einem anderen Bereich nicht schaden», sagt sie. Welchen Bereich meint sie? «Im letzten Winter verpasste ich den zweiten Lauf oft um wenige Hundertstel. Vielleicht läuft es ja diesmal besser.»
Keines ihrer 23 Weltcuprennen in der Schweiz
Trotz eines Knorpelproblems im Knie holte Höpli in der vergangenen Saison zweimal Weltcuppunkte: Rang 20 am Semmering und Platz 18 in Flachau, beide in Österreich. «Ich will natürlich mehr», sagt sie mit Blick auf den kommenden Winter.
Ein grosses Ziel ist die WM im Februar in Crans-Montana VS. Fünf Plätze stehen dem Schweizer Team zur Verfügung. Höpli will eines der Tickets ergattern. «Keines meiner 23 Weltcuprennen fand in der Schweiz statt. Es wäre doppelt schön, im Wallis den WM-Slalom zu fahren.»
«Bin voll parat»
Höpli ist nicht nur Ski-Profi, sondern studiert auch an der Pädagogischen Hochschule in Schwyz. Und sie ist Gefreite in der Schweizer Armee. An der Olma gibt sie im Rahmen der Spitzensportförderung zwei Autogrammstunden.
Was kaum jemand weiss: 2025 gewann sie an der Militär-WM in Engelberg Silber. Ein gutes Omen für Crans-Montana? «Die Vorbereitung im Sommer war super, ich hatte kaum Schmerzen und bin voll parat für die Saison», sagt Höpli.
Und wer weiss: Vielleicht bringt ihr Schweinchen Vivienne ja tatsächlich Glück.