Darum gehts
- Matthias Aeschbacher gewinnt das Mittelländische Schwingfest
- Der Emmentaler wurde nach einer schwierigen letzten Woche abgeschrieben
- Mit dem 17. Kranzfestsieg beweist er eindrucksvoll seine mentale Stärke
Die Worte, die vor der Saison im Zusammenhang mit Eidgenosse Matthias Aeschbacher (34) fallen, sind hart. Nach seinen durchzogenen Hallenschwingfesten hiess es: «Er hat seinen Zenit überschritten.» Oder: «Gegen Staudenmann, Moser und Walther kann er nicht mehr bestehen.» Einige prophezeiten, dass er nie mehr ein Kranzfest gewinnen würde.
Und nun das: Aeschbacher triumphiert am Mittelländischen Schwingfest. Auf dem Weg dorthin vergräbt er Lokalmatador Adrian Walther (24) im Sägemehl. Im Schlussgang bodigte der Emmentaler auch noch Curdin Orlik. Ein fettes Ausrufezeichen, nachdem sich seine Kritiker noch vor einigen Tagen in ihrem Urteil bestätigt sahen.
Aeschbacher verpasste am Emmentalischen den Kranz. Dabei wurde er zu Beginn von der Einteilung hart angefasst. Anstatt zu jammern, reagierte Aeschbacher nun mit seinem 17. Kranzfestsieg. Damit stopft er seinen Kritikern einmal mehr das Maul.
Zwei Nächte – dann war wieder gut
Von Blick auf die schwierige letzte Woche angesprochen, meint der letztjährige Schwarzsee-Sieger: «Natürlich habe auch ich an mir gezweifelt. Solche Gedanken sind normal. Zum Glück kenne ich mittlerweile das mentale Einmaleins.»
Aeschbacher brauchte zwei Nächte, um den verpatzten Saisonstart zu verdauen. Dann schaute er wieder positiv nach vorne. Seine mentalen Fähigkeiten waren am Sonntagmorgen dann erneut gefragt. Im ersten Gang verlor Aeschbacher kurz vor Schluss gegen seinen späteren Schlussgang-Gegner Curdin Orlik.
Unterschiedliche Emotionen bei den Walthers
Sein Kommentar dazu im breiten Berndeutsch: «Es huere Glauer!» Dann führt er aus, dass ihm das mit seiner Erfahrung nicht hätte passieren dürfen. Den Fehler machte er mit seinem Sieg im Schlussgang gegen Orlik wieder gut. Nach diesem Triumph ist klar: Abschreiben wird ihn so schnell niemand mehr.
Während Aeschbacher jubelt, reist der einheimische Adrian Walther enttäuscht ab. Der Brünig-Sieger wollte unbedingt den Sieg. Letztlich resultierte der vierte Rang. Einen weiteren starken Auftritt zeigte sein verletzungsgeplagter Bruder Reto (23). Er durfte seinen zweiten Saisonkranz feiern.