Darum gehts
Das Luzerner Kantonale Schwingfest hallt nach. Auch zwei Tage nach dem Wettkampf in Ruswil LU wird noch immer intensiv darüber diskutiert. Sven Schurtenberger erklärte den Gähn-Schlussgang gegenüber Blick damit, dass er im Kopf blockiert war. Durch den Gestellten teilten sich Benno Heinzer, Jonas Amrhyn und Roman Wandeler den Festsieg.
Deren Einteilung sorgt im Nachgang für Stirnrunzeln. Als Benji von Ah (39) die Notenblätter der drei Festsieger studiert, schüttelt der Rigi-Sieger von 2019 den Kopf. «Sie haben einen Makel», sagt er. Es sei unschön, dass ihre letzten Gegner durch die Niederlagen allesamt aus den Kranzrängen gefallen sind.
Das zeige, dass diese nicht die allerschwersten Prüfungen gewesen seien. «Da hat die Einteilung etwas versagt. Wenn jemand Festsieger werden kann, dann sollte er im letzten Gang einen starken Gegner bezwingen müssen.» Dazu kommt, dass zwei der drei Sieger gegen Nichtkranzer gewonnen haben. «Das passt mir ebenfalls nicht.»
Giger war früh zurückgebunden
Den Festsieg gönnt von Ah den dreien trotzdem von Herzen. Schliesslich können sie nur die Gegner bezwingen, die ihnen zugeteilt werden. Für Topfavorit Samuel Giger hatte die Einteilung einige schwierige Prüfungen parat. Der Plan der Innerschweizer ging dabei perfekt auf.
Bereits kurz vor dem Mittag fiel der Thurgauer Gast aus der Schlussgang-Entscheidung. «Er hat mich nicht überzeugt», bilanziert von Ah. Der vierfache Eidgenosse wünschte sich von Giger, dass er mehr die Initiative ergriff.
So zum Beispiel im Anschwingen im Duell mit 160-Kilo-Koloss Sven Schurtenberger. «Er ist sehr schwer zu bezwingen. Aber Sämi hätte ihn viel mehr bewegen und beschäftigen müssen. Durch die Müdigkeit von Sven wären seine Chancen dann gekommen.» So aber ging der Kampf ohne Sieger zu Ende.
Giger startete verspätet ins Training
Auch im dritten Gang gegen Samuel Schwyzer gabs keinen Sieger. Giger mühte sich erfolglos gegen den Defensivspezialisten ab. «Sämi hat zu einseitig geschwungen. Zudem vermisste ich seinen explosiven Kurzzug. Alles in allem kam von ihm zu wenig.»
Eine Woche zuvor triumphierte der Unspunnen-Sieger noch am Zürcher Kantonalen. Nun musste er sich mit Rang drei begnügen. In Anbetracht seiner Vorgeschichte dürfte Giger selbst seinen Saisonstart trotzdem als gelungen bezeichnen.
Schliesslich konnte er wegen einer Rückenoperation erst im März wieder ins Sägemehltraining einsteigen. «Deshalb muss ich – obwohl ich immer gewinnen will – damit rechnen, dass es möglicherweise eine Niederlage oder einen Gestellten mehr gibt als sonst», erklärte er vor der Saison. Deshalb wird ihn sein Auftritt in Luzern bestimmt nicht beunruhigen.