Darum gehts
- Armon Orlik feierte am Pfingstmontag im Glarnerland einen wichtigen Sieg
- Für die grosse Schlagzeile sorgte aber der 17-jährige Sales Tschudi
- Der Glarner bodigte sensationell Kilchberger-Sieger Damian Ott
Für Armon Orlik ist es eine ganz besondere Rückkehr. Am Pfingstmontag kämpfte er erstmals wieder im Glarnerland seit seinem Königstitel im letzten Jahr. «Das ist eine spezielle Sache», sagt er einen Tag vor seinem 31. Geburtstag.
Der Bündner erledigte nicht weit von der ESAF-Arena am Glarner-Bündner seine Pflicht. Nach dem Gestellten im Anschwingen gegen Damian Ott (26) feiert er vier Siege am Stück. Im Schlussgang erwarteten dann alle erneut das Duell zwischen dem König und dem Kilchberger-Sieger. Doch ein 17-jähriger Glarner hatte andere Pläne.
Nicht Täfelibueb – ESAF-Schwinger!
Sales Tschudi konterte Ott sensationell aus. Der Mitfavorit lag auf dem Rücken, während die einheimischen Zuschauer ausflippten. «Das war ein unbeschreibliches Gefühl», so der Teenager.
Dass Tschudi für Überraschungen gut ist, bewies er bereits im letzten Jahr. In seiner ersten Aktivsaison gewann der Gymnasiast drei Kränze. Das bescherte ihm unverhofft eine Teilnahme am ESAF in seiner Heimat.
Denn Tschudi war eigentlich als Täfelibueb vorgesehen. «Ich habe mich freiwillig gemeldet, da ich nicht im Traum daran glaubte, als Schwinger teilnehmen zu können.» Im Einsatzplan war er für Samstag und Sonntag auf Platz sieben eingeteilt. Statt als Helfer stand Tschudi dann selbst im Sägemehl und durfte alle acht Gänge bestreiten.
Seine Karriere begann im Dreck
Eines seiner Vorbilder ist der Innerschweizer Marcel Bieri – aber nicht nur im Schwingen. Nach dem Gymnasium will Tschudi wie der Zuger Primarlehrer werden. Es war dann im weitesten Sinne auch die Schule, die ihn zum Schwingsport brachte.
Tschudi erinnert sich noch daran, wie seine Klassenkameraden und er in einem ESAF-Jahr die Panini-Bilder gesammelt haben. «So kamen wir ins Schwingfieber und haben auf dem Pausenplatz im Dreck gegeneinander gekämpft», erzählt er. Irgendwann wurde ihnen das von den Lehrern verboten, da es zu gefährlich war.
Also fragte Tschudi seine Eltern, ob sie ihn nicht einmal zu einem Schwingtraining fahren würden. Seither liess ihn der Sägemehlsport nicht mehr los. Am Pfingstmontag stand er in seinem ersten Schlussgang an einem Kranzfest. Dort stand ihm kein Geringerer als König Orlik gegenüber. Tschudi konnte lange gut mithalten, musste sich aber geschlagen geben. Trotzdem wird er diesen Tag nie mehr vergessen.