Darum gehts
- Kilian Wenger trägt in Murten ein neutrales T-Shirt ohne Sponsoren
- Nachdem ihn die Basler aufgefordert hatten, das Werbereglement einzuhalten
- Lario Kramer konnte beim Freiburger Kantonalen triumphieren
Der Schauplatz am Freiburger Kantonalen erinnert an den Formel-1-Klassiker in Monaco. Dort verfolgen die Reichen das Rennen von ihren Luxusjachten aus. In Murten ist das Prinzip ähnlich – nur sind die Boote deutlich kleiner. Statt Millionenyachten dümpeln direkt neben der Schwingarena ein paar Motorboote im Murtensee.
Die Besitzer haben sich den speziellsten «Tribünenplatz» der Saison gesichert. Ob sie von dort tatsächlich etwas vom Sägemehl-Geschehen mitbekommen, ist allerdings nicht überliefert. Eine andere Frage ist dagegen bereits geklärt. Der Titel für den schönsten Festplatz des Jahres geht nach Murten.
Spezielle Premiere in Basel
Begeistert von der Kulisse ist auch König Kilian Wenger (36). Der einmal mehr als Experte für Swiss1 im Einsatz steht. Doch etwas ist diesmal anders. Wenger trägt nicht mehr seine eigenen Sponsoren auf der Brust, sondern ein unbeschriftetes weisses T-Shirt.
Sorgen muss man sich deshalb aber keine machen um den 23-fachen Kranzfestsieger. Es ist vielmehr die nächste Episode im Sponsoren-Puff, welches am Baselstädtischen am Auffahrtsdonnerstag seinen Anfang nahm.
Damals musste Wenger erstmals seine persönlichen Sponsoren abkleben. Die Verantwortlichen erklärten Blick: «Wir müssen das Werbereglement durchsetzen. Deshalb haben wir Kilian Wenger darauf hingewiesen, dass er seine Sponsoren abkleben muss.» Nach dem ersten Gang trat der Berner mit schwarzem Abklebeband auf seiner Jacke vor die Kamera.
Kramer in komfortabler Situation
Kurz darauf reagierte der Verband und stützte den Entscheid der Verantwortlichen. «Sie haben Kilian als Funktionär eingestuft und gemäss ihrer Einschätzung richtig gehandelt.» Deshalb trägt Wenger in Murten ein neutrales T-Shirt. «Ich wollte nichts riskieren», erklärte er.
Auch Lario Kramer musste im Schlussgang nicht alles riskieren. Dem Topfavoriten reichte nach fünf Siegen ein Gestellter zum Festsieg. In diesem Fall hätte er sich den Triumph an seinem Heimfest – bei der schlechteren Note – teilen müssen.
Darauf hatte Kramer keine Lust. Deshalb bodigte er Johann Borcard bereits nach rund drei Minuten. «Mein Schwingklub hat das Fest organisiert. Ich wollte hier unbedingt gewinnen, was diesen Sieg für mich sehr speziell macht», so Festsieger Kramer.