Der Schlussgang
Michael Moser und Fabio Hiltbrunner haben einen derart grossen Vorsprung, dass schon vor dem Schlussgang klar ist, dass einer von beiden triumphiert – oder beide, wenn sie stellen. Soweit kommt es allerdings nicht. Nach zwei Minuten gelingt Moser der entscheidende Angriff mit Kurz, am Boden drückt er so lange nach, bis der Widerstand bricht. Für Moser ist es der fünfte Kranzfestsieg seiner Karriere. Hiltbrunner beendet das Fest auf Platz 2.
Die Schlussrangliste
Die Siegerstimme
Michael Moser: «Den Titel zu verteidigen, ist wunderschön. Aber ich habe fast ein bisschen ein schlechtes Gewissen – Hilti ist ein super Kollege und schwingt gut, ich hätte es ihm genauso gegönnt. Ich weiss nicht, wieso mir das Oberaargauische so liegt. Vielleicht wegen der guten Stimmung.»
Der Titelverteidiger
Letztes Jahr hat Michael Moser das Oberaargauische Schwingfest gewonnen. Nun tritt er zur Titelverteidigung an. Und steigt als Topfavorit in die Zwilchhosen. Dieser Rolle wird er gerecht. Mit sechs Siegen bleibt er makellos und verteidigt erstmals in seiner Karriere erfolgreich einen Titel. Ein besonderer Moment für den 20-Jährigen.
Die kurzfristigen Absagen
Eigentlich hätten 13 Eidgenossen am Oberaargauischen teilnehmen sollen. Ein Duo muss aber kurzfristig darauf verzichten, ins Sägemehl zu steigen. Matthieu Burger und Philipp Roth melden sich vom Fest ab.
Der Blitzsieg
Michael Moser (20) und Marius Frank (21) zählen zu den ganz heissen Sieganwärtern – und werden von der Einteilung im 1. Gang aufeinander losgelassen. Wer Spektakel erwartet, wird enttäuscht. Denn das Youngster-Duell dauert nur wenige Sekunden. Mit dem ersten Angriff übertölpelt Moser seinen Gegner und legt ihn platt aufs Kreuz. Da kann auch Frank über sich selber nur den Kopf schütteln.
Der makellose Morgen
Michael Moser wird seiner Favoritenrolle schon am Morgen gerecht. Drei Gänge – drei Siege stehen bei ihm zur Halbzeit zu Buche. Nur einmal verpasst er die Maximalnote. Nur ein anderer Schwinger kann mit ihm mithalten. Mit der gleichen Bilanz kommt auch Fabio Hiltbrunner auf 29,75 Punkte. Am Ende stehen die beiden sich im Schlussgang gegenüber – und nur Moser beendet das Fest mit weisser Weste.
Die Gangdauer
Am Morgen entscheiden die Organisatoren kurzfristig, die Gangdauer anzupassen. Anstelle von sechs beträgt sie für die ersten vier Gänge nur fünf Minuten. Der Grund bleibt offen. Womöglich liegts am Wetter, denn schon bald einmal ist es in der prallen Sonne sehr heiss. Ab dem fünften Gang sinds dann sechs Minuten. Zudem gibts keinen Ausstich. Sämtliche Schwinger müssen damit sechsmal ins Sägemehl.
Der Spezial-Helm
Im 5. Gang des Zuger Kantonalen hat sich Ivan Thöni die Nase gebrochen. Vom Schwingen lässt er sich aber nicht abhalten. Schon zwei Wochen später kehrt er an einem Kranzfest ins Sägemehl zurück. Die Nase braucht aber noch etwas Schutz, deswegen trägt er einen speziellen Helm. Stören tut ihn dieser offenbar nicht. Als Vierter (vier Siege, je ein Gesteller und eine Niederlage) holt er sich den Kranz.
Die Wildsau
Das inoffizielle Wappentier von Niederbipp ist das Wildschwein. Kein Wunder, ist das Tier auch am Schwingfest präsent. Und das gleich doppelt. Zum einen wird in der Wildsau-Arena in die Zwilchhosen gestiegen. Und zum anderen ist ein Tier vor Ort. Kein lebendiges, sondern eines aus Holz. Denn beim Brunnen läuft das Wasser aus dem Mund einer geschnitzten Wildsau.
Der Blickfang
Wer den Blick umherschweifen lässt, der sieht am Hügel hinter der Arena einen roten Fleck. Bei genauerem Hinsehen wird klar: Dabei handelt es sich um eine acht mal acht Meter grosse, am Fels montierte Schweizer Fahne. Dort aufgehängt hat sie eine Gruppe der Fasauke Zunft Niederbipp. «Mit viel Einsatz und Teamarbeit setzt die Fahne ein starkes Zeichen für das Oberaargauer Schwingfest in Niederbipp», so die Zunft auf Instagram.
Die Bedingungen
Der Sommer ist da. Das merken in Niederbipp nicht nur die Schwinger, sondern auch die Zuschauer. Frühmorgens ist es noch kühl, aber schon kurz nach Beginn des Anschwingens beginnt die Sonne zu drücken und knallt danach auf den Schwingplatz. Statt Regenschirmen kommen Festprogramme oder Zwischenranglisten zum Einsatz – als Fächer für die kurzzeitige Abkühlung. Viel trinken und Sonnencreme sind Trumpf.
So geht es weiter
In den nächsten Tagen gehts Schlag auf Schlag. Bereits am Sonntag folgt mit dem Freiburger Kantonalen das nächste Fest. Und auch am Pfingstmontag steigen die Bösen in die Zwilchhosen – beim Luzerner Kantonalen und dem Glarner-Bündner.
Das Fest im Ticker
Moser triumphiert
Schlussgang – Allzu lange dauert der letzte Kampf des Tages nicht. Nach zwei Minuten lanciert Michael Moser den entscheidenden Angriff, hat Fabio Hiltbrunner am Boden und lässt ihn nicht mehr entwischen. Damit gewinnt er das Oberaargauische und verteidigt seinen Titel aus dem Vorjahr.
Aeschbacher mit viertem Sieg en suite
6. Gang – Curdin Orlik bekundet mit Tobias Lauper keine Mühe. Platt legt er ihn aufs Kreuz. Nach den beiden Gestellten zum Auftakt gelingt Matthias Aeschbacher ein Steigerungslauf. Er reiht vier Siege aneinander, bodigt zum Abschluss Simon Stucki. Lukas Tschumi setzt sich gegen seinen Namensvetter Lukas Dällenbach durch, während Patrick Schenk das Eidgenossen-Duell mit Bernhard Kämpf für sich entscheidet.
In den letzten Sekunden zieht Marius Frank noch einmal schön an und kann Christian Gerber beinahe aufs Kreuz legen. Aber der Berner kann sich noch entscheidend ausdrehen. So gibts letztlich keinen Sieger. Pascal Wüthrich legt Stephan von Büren platt auf den Rücken. Der Verlierer wird danach vom Publikum gefeiert. Der Grund: Von Büren beendet nach dem Berner Kantonalen seine Karriere, das Oberaargauische ist aber sein Heimfest. Deswegen wird er hier schon verabschiedet von den Klubkollegen.
Damit haben alle Schwinger den 6. Gang absolviert. Nur noch der Schlussgang ist ausstehend.
Schlussgang rückt näher
6. Gang – Zahlreiche Schwinger haben inzwischen ihren letzten Einsatz hinter sich gebracht. Der Schlussgang rückt damit immer näher. Konrad Steffen bodigt Karim Gaber, Severin Schwander legt Martin Sommer platt aufs Kreuz und Dominik Gasser bezwingt Marco Iseli. Die restlichen Eidgenossen haben ihren 6. Gang noch vor sich.
Dällenbach Lukas – Lukas Tschumi
Bernhard Kämpf – Patrick Schenk
Matthias Aeschbacher – Simon Stucki
Marius Frank – Christian Gerber
Tobias Lauper – Curdin Orlik
Zwischenrangliste nach dem 5. Gang
Das Schlussgang-Duo liegt 1,50 Punkte vor den ersten Verfolgern. Heisst: Wir wissen bereits, wer das Fest gewinnt. Entweder einer der beiden Schlussgänger oder die beiden zusammen. Denn selbst wenn sie stellen, sind sie weder einzuholen noch überholbar.
Spitzen-Duo lässt sich nicht aufhalten
5. Gang – Nach zwei Gestellten zum Auftakt gibts für Matthias Aeschbacher der dritte Sieg en suite. Der Routnier braucht gegen Ari Schär rund fünf Sekunden, dann liegt er platt auf dem Rücken. Leandro Nägeli versteckt sich vor dem Eidgenossen Lukas Tschumi nicht. Im Gegenteil. In der ersten halben Minute ist er es, der in die Offensive geht. Erfolgreich ist er damit allerdings nicht. Auch danach macht er mehr, kann den Eidgenossen aber nicht bodigen. Das Duell endet gestellt. Die Kampfrichter belohnen Nägeli mit Note 9,00.
Besser machts der nächste Eidgenosse. Bernhard Kämpf legt Severin Staub platt auf den Rücken. Dann gehts endgültig um den Schlussgang. Als erstes ist die Reihe an Fabio Hiltbrunner. Etwas mehr als die Hälfte der sechs Minuten Gangdauer braucht er, dann setzt Hiltbrunner zum entscheidenden Schwung an. Mit dem Sieg zieht er in den Schlussgang ein. Dabei hätte ihm auch ein Gestellter gereicht.
Danach kann er zuschauen und abwarten, wer sein Gegner wird. Michael Moser und Curdin Orlik greifen zusammen. Moser muss nicht gewinnen, geht aber dennoch in die Offensive. Und das mit Erfolg. Er legt Orlik platt auf den Rücken und steht damit mit Hiltbrunner im Schlussgang.
Spitzenpaarungen 5. Gang
Lange hats gedauert, jetzt sind die Spitzenpaarungen da. Etwas überraschend bekommt nicht Fabio Hiltbrunner den Eidgenossen aus dem Verfolger-Trio auf Platz 3 vorgesetzt – obwohl er im Vergleich mit Moser das etwas schwächere Notenblatt (ein Nichtkranzer) hat. Er trifft auf Ivan Thöni. Stattdessen ist es Michael Moser, auf den das Eidgenossen-Duell mit Curdin Orlik wartet.
Leandro Nägeli – Lukas Tschumi
Matthias Aeschbacher – Ari Schär
Bernhard Kämpf – Severin Staub
Fabio Hiltbrunner – Ivan Thöni
Michael Moser – Curdin Orlik
Normalkranzer bodigt Eidgenossen
5. Gang – Noch sind die Spitzenpaarungen nicht bekannt. Aber die ersten Schwinger haben ihren fünften Einsatz bereits hinter sich gebracht. Dafür wurde die Gangdauer erhöht – von fünf auf sechs Minuten.
Remo Schärz bodigt den Nordwestschweizer Gast Timo Gisler, während Normalkranzer Simon Stucki der Coup gegen Konrad Steffen gelingt – er legt den Eidgenossen aufs Kreuz. Christian Gerber hingegen erfüllt die Pflicht und bodigt Jonas Glutz.
Zwischenrangliste nach dem 4. Gang
Fabio Hiltbrunner und Michael Moser befinden sich in einer komfortablen Ausgangslage, was die Teilnahme am Schlussgang betrifft. Man darf gespannt sein, wie die nächsten Duelle aussehen.
Duo voll auf Schlussgang-Kurs
4. Gang – Matthias Aeschbacher fackelt gegen Dario Schafroth nicht lange. Für den Routinier ist es der zweite Sieg in Serie. Im Gang von Marius Frank gibts einen Schreckmoment. Fabian Aebersold fällt unglücklich auf die Schulter, der Kampf wird kurzzeitig unterbrochen. Dann kann der Berner das Duell wieder aufnehmen – und landet wenig später auf dem Rücken. Für Frank ist es nach der Auftaktniederlage der dritte Sieg in Serie.
Severin Staub (gegen Jeremy Tschanz) und Lukas Tschumi (gegen Simon Wüthrich) werden ihren Favoritenrollen gerecht und gewinnen. Auch Curdin Orlik gestaltet seinen Auftakt in den Nachmittag siegreich. Er legt Jonas Wüthrich platt auf den Rücken.
Michael Moser marschiert weiter Richtung Schlussgang. Auch gegen Fabian Schärz gibt er sich keine Blösse, auch wenns nicht ganz für die Maximalnote reicht. Im Gleichschritt bewegt sich der zweite Halbzeit-Leader Fabio Hiltbrunner. Sein Auftakt in die zweite Festhälfte ist noch ein bisschen besser – ihm gelingt gegen Daniel Tschumi der Plattwurf. Damit ist er neu alleine auf Platz 1, einen Viertelpunkt vor Moser. Die ersten Verfolger liegen einen weiteren Punkt hinter Moser.
Eidgenossen starten unterschiedlich in Nachmittag
4. Gang – Christian Gerber greift als erster Eidgenosse am Nachmittag ins Geschehen ein. Nach zuletzt zwei Gestellten ist er wieder siegreich. Er legt Florian Röthlisberger platt auf den Rücken. Auch Bernhard Kämpf lässt sich die Maximalnote notieren, er bodigt Dominik Binggeli. Gleiches gilt für Severin Schwander, der gegen Dario Bühler keine Mühe bekundet.
Nicht über einen Gestellten kommt Dominik Gasser hinaus. Er findet gegen Levin Neuenschwander einfach keine Lösung. Da es bereits sein dritter Gestellter ist, wird der Eidgenosse ohne Eichenlaub nach Hause fahren.