Darum gehts
- TV-Experte Kilian Wenger musste in Basel seine Sponsorenlogos abkleben
- Das Reglement sorgt für Verwirrung – vorher musste das der König noch nie
- Das Schwingfest in der Stadt Basel gewann Nick Alpiger auf souveräne Weise
Die Hierarchie in der Nordwestschweiz wackelt vor dieser Kranzfestsaison so stark wie noch selten in den letzten Jahren. Talente wie Marius Frank (21), Sinisha Lüscher (20) oder Tim Roth (21) machen Druck. Manch einer glaubt, dass Teamleader Nick Alpiger verdrängt werden könnte.
Doch am Baselstädtischen Schwingertag zeigt dieser eindrücklich, dass er nach wie vor die Nummer eins ist. Im Schlussgang besiegte er Marius Frank. Es war sein sechster Sieg im sechsten Kampf. Danach bat er im Siegerinterview um eine Schweigeminute für den verstorbenen Stefan Strebel. Eine tolle Geste.
Der König ist verwirrt
Während auf dem Platz hitzige Diskussionen ausblieben, wurde vor den TV-Bildschirmen rege über den Auftritt von König Kilian Wenger (36) gewerweisst. Fachlich überzeugte der Berner einmal mehr. In seiner gewohnt und geschätzt ruhigen Art analysiere er die Kämpfe. Für Verwirrung sorgte viel mehr seine Jacke.
Bei den ersten Einschaltungen war noch alles wie immer. Auf der Brust von Wenger sahen die Zuschauer die verschiedenen Sponsoren. Als er nach dem ersten Gang erneut vor die Kamera trat, war die Werbefläche plötzlich schwarz. Wenger musste seine Sponsoren mit Klebeband abdecken – auf Befehl der Verantwortlichen des Baselstädtischen.
Der Berner König schaut ungläubig, als ihm auf dem Medienwagen erklärt wird, was er nun zu tun hat. In seinen bisherigen Experten-Einsätzen für Swiss 1 waren Wengers Brustsponsoren noch nie ein Problem gewesen. Nun plötzlich doch. Weshalb, fragt sich nicht nur Wenger.
Angst vor einer erneuten Strafe
Blick spricht die Verantwortlichen des Schwingfests auf das Sponsoren-Puff an. Dort heisst es: «Wir müssen das Werbereglement durchsetzen. Es wurde noch einmal verschärft. Deshalb haben wir Kilian Wenger darauf hingewiesen, dass er seine Sponsoren abkleben muss.»
Da die Basler im letzten Jahr bereits für ein Werbevergehen bestraft wurden, fürchten sie bei einem weiteren Vergehen drastischere Konsequenzen. «Wenn wir keine Gäste mehr einladen dürften, wäre unser Schwingfest am Ende», erklären sie.
Deshalb musste Wenger zum Klebeband greifen. Am Sonntag in einer Woche ist er beim Freiburger Kantonalen wieder für Swiss 1 im Einsatz. Nach dem Erlebnis in Basel wird er sich wohl eine neutrale Jacke überstreifen.