Darum gehts
- Fabian Staudenmann trug beim Mittelländischen Schwingfest einen Kopfschutz
- Früher war der Kilchberger-Sieger jeweils mit einem Ohrenschutz unterwegs
- Bis seine Kollegen und sein Vater ihn davon überzeugten, dass er ihn abziehen soll
Für viele Schwingfans bietet sich am Mittelländischen ein ungewohntes Bild: Kilchberger-Sieger Fabian Staudenmann (26) schwingt mit einem Kopfschutz. Während sich die Zuschauer erst daran gewöhnen müssen, ist das für den Berner nichts Neues – zumindest nicht ganz.
Als Jungschwinger trug Staudenmann auch schon einen Ohrenschutz. Dieser erfüllte aber nur zum Teil seinen Zweck. «Er fiel mir an den Schwingfesten regelmässig ab», erinnert sich Staudenmann.
Klare Worte seines Vaters
Weil er seine Gegner oft erst bezwang, nachdem sein Ohrenschutz am Sägemehlrand lag, witzelten seine Kollegen: «Zieh ihn doch einfach vorher ab. Mit ihm bist du eh zu schwach.»
Doch nicht nur sie machten sich darüber lustig. Als Staudenmann eines Abends nach Hause kam, nachdem ihm der Ohrenschutz bei sechs Gängen viermal abgefallen war, sprach sein Vater Klartext: «Jetzt kannst du ihn dann auch ganz weglassen.»
Seither verzichtete Staudenmann auf die spezielle Kopfbedeckung – bis zu diesem Wochenende. Im zweiten Gang zog er sich eine Platzwunde am Kinn zu. Diese musste mit einigen Stichen genäht und mit einem Tape überdeckt werden. Eine gute, schnelle Lösung, die aber nicht den ganzen Tag hielt.
Staudenmann sieht Verbesserungspotenzial
Während des Kampfes gegen Daniel Tschumi vor dem Mittagessen fiel das Tape ab. Deshalb organisierte Staudenmann im Anschluss einen Kopfschutz, der vom Berner Kollegen Elias Pirkheim geliefert wurde. Dieser ist aktuell verletzt und hatte seinen deshalb nicht vor Ort. Ein Anruf zu Hause genügte, und der «Helm» lag einige Minuten später für Staudenmann bereit.
Mit diesem kämpfte er sich auf den zweiten Platz. Alles in allem ist das ein mehr als gelungener Saisonstart. «Einige Punkte waren gut, andere muss ich sicher noch verbessern», so Staudenmann. Er trägt den Ohrenschutz von früher übrigens noch heute ab und zu im Training.
Nächster Einsatz ist schon sehr bald
Eine Vorsichtsmassnahme, damit seine Ohren nicht irgendwann aussehen wie jene mancher Ringer. Dort werden die Ohrmuscheln durch die ständigen Reibungen und Schläge derart deformiert, dass von «Blumenkohlohren» gesprochen wird.
So weit ist es bei Staudenmann allerdings noch lange nicht. Und weil die Wunde bis zu seinem nächsten Einsatz wohl weitgehend verheilt sein dürfte, plant der Berner auch keinen dauerhaften Wechsel zum Kopfschutz. Bereits am kommenden Samstag wird er am Seeländischen aller Voraussicht nach wieder «oben ohne» ins Sägemehl steigen.