Darum gehts
- Pirmin Reichmuth agierte am Zuger Kantonalen als Betreuer bei den Innerschweizern
- Vor acht Monaten ist er zurückgetreten – selber im Sägemehl stehen würde er jetzt nicht wollen
- Reichmuts Karriere als SRF-Schwingexperte startet schon bald
Pirmin Reichmuths Perspektive auf den Schwingsport hat sich seit seinem Rücktritt am ESAF 2025 radikal verändert. Der 30-Jährige steht seinen Freunden und Weggefährten seit dieser Saison während der Schwingfeste nämlich als Motivator und Impulsgeber zur Seite. Statt Mitstreiter ist er jetzt Betreuer beim Innerschweizer Verband (ISV).
So richtig ausleben konnte sich der Physiotherapeut, welcher in Cham ZG seine eigene Praxis «Physio-Olymp» führt, in dieser neuen Rolle erstmals am letzten Sonntag am Zuger Kantonalen in Oberägeri. Reichmuths Heimfest, das er 2019 selber gewinnen konnte.
Dabei war für alle Anwesenden sofort zu spüren: Die Nähe zum Team ist geblieben. «Piri» unterstützte die Schwinger mit viel Leidenschaft und Elan. Entsprechend begeistert ist er auch von seiner neuen Funktion. Die Betreuung seiner Freunde macht ihm sichtlich Spass.
Wehmut auf die Zeit als aktiver Schwinger? Fehlanzeige!
Aber ist denn da nicht auch etwas Wehmut dabei, wie man es von anderen ehemaligen Spitzensportlern kennt? Nicht bei Reichmuth. Er begründet das damit, dass er den Entscheid zum Abschied aus dem Spitzensport ja selber und ganz bewusst fällen konnte. Es war kein Bruch wegen einer seiner zahlreichen Verletzungen oder dergleichen – viel eher war es ein bewusster Schnitt.
Und der hat sich für Reichmuth voll und ganz gelohnt. Schon kurz nach seinem Karriereende im Herbst 2025 sagte er Blick: «Nach dem ESAF habe ich mich am meisten darüber gefreut, dass jetzt dieser Druck weg ist.»
Das sieht der vierfache Eidgenosse auch heute noch genau so. Insbesondere an den Tagen vor den Schwingfesten, die er jetzt mit seiner Familie geniessen kann.
Experten-Karriere startet im Juli
Reichmuth kann seine Betreuerrolle aber nicht an jedem Schwingfest wahrnehmen. Denn der 130-Kilo-Koloss startet demnächst zusätzlich eine dritte Karriere im Schwingsport: als TV-Experte bei SRF.
Auf diese Aufgabe freut er sich genauso wie auf seine Tätigkeit als Betreuer. Schon bei der Bekanntgabe seines Engagements im Dezember sagte Reichmuth, dass damit ein Bubentraum in Erfüllung gehe.
Auf dieses Experten-Debüt können sich auch die TV-Zuschauer freuen. Der 39-fache Kranzgewinner verfügt nämlich nicht nur über enormes Fach- und Insiderwissen, er möchte auch «die Dinge für die Zuschauenden klar benennen und ihnen den Schwingsport näherbringen».
Zudem hat SRF seine Schwingexperten-Kandidaten genaustens geprüft. Bevor klar wurde, dass Reichmuth erstmals am 5. Juli beim Innerschweizerischen Schwing- und Älplerfest (ISAF) in Arth SZ hinter das Mikrofon tritt, musste er ein Casting bestehen.