Darum gehts
- Samuel Giger arbeitet neu mit der Agentur EP Management zusammen
- Der Unspunnen-Sieger hat einen bemerkenswerten Wandel vollzogen
- Während seiner ersten Erfolge lehnte er jegliche Sponsorenanfragen ab
Als Samuel Giger (28) öffentlich erklärte, dass er mittlerweile Profisportler sei, löste das heftige Reaktionen aus. Nun folgt der nächste logische Schritt. Der Unspunnen-Sieger und die Agentur EP geben ihre Zusammenarbeit bekannt. Was im Hintergrund bereits seit Monaten läuft, machen sie nun endlich offiziell.
Bei EP stehen unter anderem die Sprint-Stars Mujinga (34) und Ditaji Kambundji (24) unter Vertrag. Die Zusammenarbeit ist ein weiteres Zeichen dafür, wie stark sich Giger in den vergangenen Jahren weiterentwickelt hat. Lange galt der Thurgauer als Gegenentwurf zum modernen Spitzenschwinger und lehnte Sponsoren ab.
Auch seine Frau soll entlastet werden
Mittlerweile hat sich seine Situation verändert. Nach dem ESAF im vergangenen Herbst analysierte Giger gemeinsam mit seiner Ehefrau Michelle die verschiedenen Bereiche neben dem Sport. «Beim Sponsoring und den administrativen Arbeiten musste ich einsehen, dass es Leute gibt, die mehr Erfahrung und eine grössere Expertise haben», so Giger.
Bislang lag vieles in den Händen von Michelle Giger. Künftig sollen sowohl sie als auch Samuel Giger selbst entlastet werden. «Das Ziel ist, dass Michelle und ich mehr Zeit für andere Dinge haben und dieser Bereich noch professioneller aufgestellt ist.»
Schliesslich seien Sponsorenanfragen, Terminplanungen oder Medienarbeit nie ihre Kernkompetenz gewesen. «Wenn Michelle oder ich das besonders gerne machen würden, hätten wir wohl eine KV-Lehre absolviert und uns in diesem Bereich weitergebildet», erklärt Giger lachend.
Einige neue Deals sind möglich
Den Kontakt zu EP stellte Athletiktrainer Goran Cvetkovic her. Bereits nach dem ersten Treffen hatte Giger ein gutes Gefühl. «Wir waren menschlich von Anfang an auf einer Wellenlänge.»
Wer nun mit einer grossen Sponsoren-Offensive rechnet, liegt allerdings falsch. «Die Strategie ist nicht, unzählige neue Sponsoren zu holen. Das wäre auch nicht authentisch», betont Giger. «Dass zwei, drei oder vier neue Partner dazukommen, ist aber möglich.» Schliesslich muss Giger sein Profi-Leben finanzieren.
Aktuell liegt sein voller Fokus auf einer schnellen Genesung. Giger laboriert an einer Schulterverletzung, die er sich im Training zugezogen hat. Deshalb verpasst der Thurgauer mit dem Berner Kantonalen eines der Saisonhighlights. Wann der Modellathlet wieder wettkampfmässig ins Sägemehl steigen kann, ist noch unklar. Ein Comeback nächsten Sonntag auf der Schwägalp scheint realistisch.