«Rennwochen sind keine Ferien»
Mountainbike-Hoffnung Püntener zeigt sein rollendes Zuhause

Fabio Püntener nimmt Blick mit hinter die Kulissen eines Weltcupwochenendes. Der Scott-Sram-Profi zeigt, warum zwischen Hotel, Teamtruck und Rennstrecke kaum Zeit für Ferien bleibt – und wie viel Aufwand hinter einem Rennen steckt.
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Darum gehts

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Joël HahnRedaktor Sport

Die Werkstatt auf Rädern ist perfekt organisiert. In Reih und Glied stehen Rennbikes, Ersatzräder und Werkzeug bereit, in der Küche wird gekocht, draussen werden die letzten Handgriffe an den Bikes vorgenommen. Wer glaubt, Mountainbikeprofis würden an Weltcupwochenenden einfach ein paar Rennen fahren, der irrt. Hinter den rund 90 Minuten Renn-Action steckt ein minuziös geplanter Alltag.

«Wer während des Essens am Handy ist, muss Strafe zahlen»
2:08
Püntener gibt Einblick:«Wer während des Essens am Handy ist, muss Strafe zahlen»

«Es wäre schön, wenn man eine Rennwoche als Ferien anschauen könnte, aber leider ist es nicht so», sagt Fabio Püntener (26) im Gespräch mit Blick. Der Urner fährt seit dieser Saison für das Schweizer Topteam Scott-Sram und reist von Weltcup zu Weltcup quer durch Europa.

Das rollende Zuhause

Geschlafen wird zwar im Hotel, gelebt aber rund um den Teamtruck. Dort wird gegessen, analysiert, geschraubt und zwischen den Trainings auch einmal durchgeatmet. Während eines Rennwochenendes verbringt hier das Team viele Stunden auf engstem Raum.

Der Tagesablauf ist klar strukturiert. Nach dem Frühstück geht es auf die Strecke; die Fahrer besichtigen und trainieren die technisch anspruchsvollen Kurse. Erst danach steht das Mittagessen an – je nach Austragungsort direkt beim Teamtruck oder im Hotel. «Wenn wir eine Küche dabeihaben, essen wir meistens im Camp. Sonst im Hotel. Das hängt von der Logistik ab.»

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Fabio Püntener im Renneinsatz: Hinter 90 Minuten Action steckt viel Arbeit.
Foto: Getty Images

Nachmittags bleibt nur wenig Zeit zum Abschalten. «Man macht vielleicht einen Powernap, trinkt einen Kaffee oder spielt ‹Cambio›.» Viel mehr liege meist gar nicht drin. «Am Freitag ist Rennen, am Samstag geht es wieder auf die Strecke. Dazu kommen Massagen. Die Tage sind eigentlich ziemlich langweilig.» Denn nach langen Reisetagen stehen grosse Ausflüge oft nicht auf dem Plan: «Wenn wir am Dienstag oder Mittwoch stundenlang unterwegs waren, fehlt die Energie, um an einem freien Nachmittag irgendwohin zu fahren.»

Programm Mountainbike-EM

Donnerstag, 30. Juli 2026

17.30 Uhr: Short Track (XCC) Frauen Elite
18.15 Uhr: Short Track (XCC) Männer Elite

Sonntag, 2. August 2026

13.30 Uhr: Cross Country (XCO) Frauen Elite
16.10 Uhr: Cross Country (XCO) Männer Elite

(Beide Rennen live auf SRF)

Donnerstag, 30. Juli 2026

17.30 Uhr: Short Track (XCC) Frauen Elite
18.15 Uhr: Short Track (XCC) Männer Elite

Sonntag, 2. August 2026

13.30 Uhr: Cross Country (XCO) Frauen Elite
16.10 Uhr: Cross Country (XCO) Männer Elite

(Beide Rennen live auf SRF)

15 Velos reisen mit

Beeindruckend ist auch der Aufwand hinter den Kulissen. Allein Scott-Sram transportiert zu einem Weltcup rund 15 Mountainbikes plus unzählige Ersatzräder, Reifen, Werkzeug und Ersatzteile. «Pro Fahrer haben wir meistens ein Rennbike und ein Trainingsbike dabei. Hinzu kommen sicher noch drei Ersatzradsätze pro Fahrer.»

Im Mountainbikesport ist jedes Detail wichtig: Reifenwahl, Luftdruck oder Sitzposition können über Sekunden entscheiden. Nach seinem Wechsel zu Scott tüftelte Püntener fast ein Jahr lang an seiner optimalen Position auf dem Bike. «Ich bin einer, der ziemlich viel herumschraubt. Wenn ich mich nicht wohlfühle, probiere ich so lange, bis es passt.»

Mehr Arbeit als Ferien

Von aussen wirkt das Leben eines Mountainbikeprofis oft beneidenswert. Rennen in den Alpen, Trainingslager am Meer oder Weltcups an den schönsten Orten Europas. Gemäss Püntener täuscht dieser Eindruck jedoch: «Gerade im Trainingslager sieht es nach Ferien aus. Aber wir sind dort wirklich einfach nur am Velofahren.» Nach den Einheiten bleibe kaum Energie für Sightseeing. «Es dreht sich halt alles ums Radfahren.» Der Teamtruck ist deshalb weit mehr als nur ein Parkplatz zwischen Start und Ziel – er ist das rollende Zuhause eines Weltcupteams.

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