«Wahrscheinlich eine meiner schlechtesten Saisons»
Mountainbike-Star Flückiger ist in einem Strudel von Problemen

Mathias Flückiger erlebt eine der schwierigsten Saisons seiner Karriere. Der Olympiazweite spricht offen über fehlendes Selbstvertrauen, verpasste Starts und seine Hoffnung, an der Heim-EM im Tessin die Wende zu schaffen.
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Mathias Flückiger erlebt im Weltcup bislang eine schwierige Saison.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Mathias Flückiger kämpft mit seiner schlechtesten Saison, der Weltcup ist für ihn enttäuschend
  • Die Startphase bereitet ihm Probleme – die ersten 15 Rennminuten sind entscheidend für Spitzenresultate
  • Die Heim-EM im Tessin Anfang August soll die Wende bringen
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Joël HahnRedaktor Sport

Mathias Flückiger (37) redet nicht um den heissen Brei herum. Der Olympiazweite von Tokio 2021 erlebt eine schwierige Saison – und sagt das auch. «Der Weltcup ist für mich ganz klar enttäuschend. Ich möchte das nicht schönreden», erklärt der Berner gegenüber Blick. Im Gesamtweltcup belegt der seit dem Rücktritt von Nino Schurter namhafteste Schweizer lediglich Rang 14.

Dabei hatte das Jahr eigentlich vielversprechend begonnen. Flückiger gewann im Frühjahr die Tamaro Trophy im Tessin souverän und sammelte auch bei kleineren Rennen Erfolgserlebnisse. Die Resultate bestätigten ihn in seiner Vorbereitung. «Das hat mir gezeigt, dass ich voll dabei bin.»

Doch sobald die Weltcupsaison startete, geriet der Motor ins Stocken. Beim Auftakt in Südkorea kam Flückiger nicht über Rang 15 hinaus. Auch in den folgenden Rennen fehlte ihm der Anschluss an die absolute Weltspitze. In Lenzerheide gabs gar bloss den 34. Rang.

Sein Zwischenfazit fällt ernüchternd aus. «Im Weltcup kann ich es momentan nicht auf den Punkt bringen.» Der Routinier geht mit sich selbst hart ins Gericht. «Wahrscheinlich ist es eine meiner schlechtesten Saisons.»

«Die ersten Minuten sind momentan die grösste Herausforderung»

Besonders beschäftigt Flückiger derzeit die Startphase der Rennen. Über viele Jahre gehörte der Berner zu den konstantesten Fahrern der Welt, stand regelmässig auf Podesten und gewann Weltcuprennen. An seiner körperlichen Verfassung zweifelt er nicht. «Ich weiss, dass ich mit meiner Fitness immer noch ganz vorne mitfahren kann», sagt er.

Das Problem liege momentan woanders. «Was mir derzeit Mühe macht, sind die hohen Intensitäten zu Beginn des Rennens. Ich komme nicht so reibungslos ins Rennen hinein.» Gerade die ersten 10 bis 15 Minuten seien im modernen Cross-Country entscheidend. «Wenn du den Zug am Anfang verpasst, wird ein Spitzenresultat sehr schwierig.»

Dabei spiele auch das Selbstvertrauen eine wichtige Rolle. Wer früh vorne mitfahren könne, komme leichter in den Flow. Wer dagegen zunächst aufholen müsse, habe nicht nur physisch, sondern auch mental zusätzlichen Aufwand. «Die Erfahrung allein reicht nicht», sagt der Berner. «Man muss sich dieses Selbstvertrauen immer wieder neu erarbeiten.»

Dass die Konkurrenz immer jünger und breiter wird, macht die Aufgabe zusätzlich anspruchsvoll. Trotzdem bleibt der Tokio-Held überzeugt: «Das Einzige, was ich weiss, ist, dass meine Leistung grundsätzlich noch stimmt. Jetzt geht es darum, sie im Wettkampf wieder auf den Punkt zu bringen.»

Heim-EM soll zur Wende werden

Aufgeben kommt für den Gesamtweltcupsieger von 2021 nicht infrage. Seine Hoffnungen ruhen nun unter anderem auch auf der Heim-EM Anfang August im Tessin. Die Strecke am Monte Tamaro kennt er bereits und schwärmt von den Bedingungen. «Sie ist extrem technisch und macht mega Spass», sagt Flückiger. «Ich würde behaupten, wir haben in der Schweiz eine der besten Strecken.»

Die EM könnte für ihn zum Wendepunkt werden. Nicht zuletzt, weil ihm anspruchsvolle und technische Kurse von jeher liegen. Bis dahin bleibt noch etwas Zeit, um an Form und Selbstvertrauen zu arbeiten.

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