Darum gehts
- Cannondale steigt Ende 2026 aus, betrifft Jolanda Neffs sportliche Zukunft
- Neff fühlt sich sportlich wohl, das Team will weitermachen
- Über 30 Jahre Cannondale-Geschichte, Zukunft ab 2027 unklar
Für Jolanda Neff (33) steht plötzlich nicht nur im Fokus, in dieser Saison der Spitze wieder näherzukommen. Sondern ihre Zukunft im Weltcup überhaupt. Der Grund: Das traditionsreiche Cannondale-Werksteam, eines der prägendsten Teams im internationalen Mountainbike-Zirkus und seit fast 30 Jahren auf höchstem Niveau aktiv, stellt per Ende 2026 den Betrieb ein. Für die Olympiasiegerin von Tokio bedeutet das eine ungewisse Zukunft – und möglicherweise das Ende ihres aktuellen sportlichen Zuhauses.
Im Gespräch mit Blick macht Neff keinen Hehl daraus, was ihr Wunsch wäre. «Wir wollen unbedingt als Team zusammenbleiben und weitermachen», sagt sie. Hinter den Kulissen arbeitet der Rennstall intensiv daran, neue Sponsoren zu finden und die vorhandene Teamstruktur auch ohne Cannondale über 2026 hinaus zu retten.
Die St. Gallerin richtet deshalb sogar einen öffentlichen Appell an potenzielle Geldgeber. «Wenn es jemanden gibt, der Interesse hat, unser Team zu unterstützen und zu sponsern, darf er sich gerne melden», sagt Neff. Teammanager Phil Dixon führe bereits Gespräche, um Lösungen zu finden.
Kontinuität wäre für Neff die Wunschlösung
Für Neff wäre ein Verbleib im bestehenden Umfeld der beste Weg. «Das wäre für mich sicher die einfachste Lösung», sagt sie. Denn die Schweizerin fühlt sich im aktuellen Team ausgesprochen wohl.
Dabei kennt die frühere Dominatorin Phasen der Unsicherheit durchaus. Nach der Trennung vom Trek-Rennstall Ende 2024 war sie während einiger Wochen offiziell ohne Team, ehe sie Anfang 2025 bei Cannondale unterschrieben hatte. Nun droht erneut ein Umbruch – diesmal allerdings nicht wegen eines geplanten Wechsels, sondern weil das ganze Team vor dem Aus steht.
«Es sind wirklich die Leute, die dieses Team ausmachen», sagt Neff. Fahrerinnen, Fahrer und Betreuer würden gemeinsam auf ein Ziel hinarbeiten. «Die Energie ist unglaublich. Es macht extrem viel Spass, in diesem Umfeld zu arbeiten.»
Anfragen liegen bereits vor
Ganz ohne Optionen steht die Olympiasiegerin allerdings nicht da. Neff bestätigt gegenüber Blick, dass bereits Anfragen anderer Teams eingegangen sind. «Das läuft über meinen Manager», sagt sie. Konkret involviert sei sie bewusst nicht. «So kann ich mich voll auf den Sport konzentrieren.»
Immerhin Anfragen. Neff hat in der Szene noch immer einen klingenden Namen. Doch die Wahrheit ist auch, dass sie als aktuell Weltcup-Zwölfte lediglich fünftbeste Schweizerin ist. Ein Weltcuprennen gewann die dreifache Gesamtweltcupsiegerin seit August 2022 nicht mehr.
Sportlich sieht sich Neff aber auf Kurs. «Ich bin sehr zufrieden mit meiner Saison», sagt sie. Zweimal fuhr sie in diesem Jahr bereits in die Top 10 eines Weltcups. «Ich habe Freude am Sport und bin sehr zufrieden mit meinen Leistungen.»