«Pogacars Aus ist ein Schock»
Schweizer Rad-Ass Küng erlebt verrückte Vuelta-Woche

Stefan Küng kämpft sich nach seinem Oberschenkelbruch zurück: Bei der Vuelta 2026 erlebte der Schweizer Rad-Star eine turbulente erste Woche mit Unwetter, Stürzen und enttäuschendem Zeitfahren. Doch die Form stimmt – er bleibt optimistisch.
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Stefan Küng hat sich definitiv von seinem Oberschenkelbruch erholt. Er erlitt die Verletzung im Februar. Nun ist er an der Spanien-Rundfahrt unterwegs.
Foto: Raphaël Dupain

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Stefan Küng startet bei der Vuelta 2026 nach Oberschenkelbruch im Februar
  • Gewitter führte zu Etappenabbruch: Fahrer flüchteten ins Hotel
  • Küng absolvierte bislang 953 Kilometer, nächstes Zeitfahren in zehn Tagen
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Mathias GermannReporter Sport

Für Stefan Küng (32) ist die Vuelta 2026 kein normales Rennen. Es ist die erste Grand Tour nach seinem Oberschenkelbruch im Februar. Sie begann für den erfolgreichsten aktiven Schweizer Rad-Profi (31 Siege) mit einer Enttäuschung: Platz 12 im Zeitfahren. Dennoch fühlt sich Küng gut. Am ersten Ruhetag analysiert der Profi von Tudor Pro Cycling nach dem Frühstück die turbulente erste Woche der Spanien-Rundfahrt. 

Blick: Stefan Küng, Sie haben bei der Vuelta 953 Kilometer abgespult. Was gönnen Sie sich am Ruhetag?
Stefan Küng: Ich hatte gerade einen leckeren French Toast zum Zmorge. Und da wir in einem Hotel mit Schwimmbad sind, mache ich später noch einen Sprung ins kühle Nass. Alles gemütlich, ohne Stress.

Lassen Sie das Velo links liegen?
Nicht ganz. Ich werde eine Runde mit dem Zeitfahrvelo machen, um im Flow zu bleiben.

Das Auftaktzeitfahren verlief nicht nach Wunsch.
Es war unter meinen Erwartungen. Ich konnte die Leistung nicht bringen, die ich wollte. Das ist ein negativer Punkt. Bis jetzt schaute nichts Zählbares heraus. Jetzt gilt es, das in der zweiten und dritten Vuelta-Woche in ein Resultat umzumünzen.

Wie geht es Ihnen physisch und mental?
Sehr gut. Die Form passt. Ich geniesse es mega, Velorennen auf höchstem Niveau zu fahren. Nach dieser Verletzung ist das sehr cool. Ich bin sehr positiv.

Weniger lustig war die dritte Etappe. Sie musste wegen eines Gewitters abgebrochen werden. Wie haben Sie das erlebt?
Wir wussten, dass ein Unwetter im Anflug war. Dann ging es extrem schnell – zuerst der Regen, nach fünf Minuten plötzlich der Hagel. Die Körner wurden immer grösser, ich hatte blaue Flecken an den Armen. Es war definitiv nicht mehr angenehm.

Sie flüchteten wie viele andere in ein Hotel.
Das passierte sehr spontan. Es war verrückt, wirklich speziell. Ich weiss noch, wie ich auf einem Sofa sass mit zwei österreichischen Rad-Kollegen. Wir gaben uns gegenseitig warm, hatten etwa sieben Badetücher über uns (schmunzelt). Das werde ich nie vergessen. Und man wird wohl noch lange darüber reden. Der Abbruch war sicher die richtige Entscheidung der Organisatoren.

Tadej Pogacar (27, Slo) galt als unverwundbar. Er beherrschte das Rennen wie bei der Tour de France, ehe er schwer stürzte und die Vuelta verlassen musste. Wie haben Sie das erlebt?
Er hat wirklich sehr selten etwas, geht kaum einmal zu Boden. Tadejs Out ist ein Schock, weil er so dominant ist. Das verändert die ganze Dynamik des Rennens. Nun fehlt ein klarer Leader, an dem sich alle orientieren können. Normalerweise kontrolliert sein Team UAE Emirates das Geschehen, für Fluchtgruppen ist es sehr schwierig, durchzukommen. Sie holen fast alle zurück. Nun ist Decathlon aus meiner Sicht das stärkste Team. Aber sie haben nicht den absolut stärksten Fahrer.

Sie meinen den Österreicher Felix Gall (28). Er liegt in der Gesamtwertung auf Rang 3, der Spanier Enric Mas (31) führt.
Aber alles ist eng und spannend. Weil Pogi nicht mehr da ist, steigen die Chancen von allen.

Wer gewinnt die Vuelta am Ende?
Für mich hat Primoz Roglic die besten Karten (der Slowene liegt derzeit auf Rang 2, Anm. d. Red.), weil er unter den Top 5 der Gesamtwertung mit Abstand der beste Zeitfahrer ist. Gall und Mas werden wohl noch einiges versuchen, um ihm in den Bergen Zeit abzunehmen. Letztlich könnte es eine ganz enge Kiste werden.

Das nächste Zeitfahren steigt in zehn Tagen. Haben Sie es schon im Hinterkopf?
Sicher. Aber ich darf nicht zu weit vorausschauen. In der zweiten Woche gibt es spannende Etappen für Fluchtgruppen – vielleicht kann ich da etwas zeigen. Und dann lege ich den Fokus aufs Zeitfahren.

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