Darum gehts
- Stefan Küng hofft auf eine Rückkehr der Züri Metzgete, sie ist ab 2030 wieder vorgesehen
- Die Organisatoren planen ein modernes Konzept mit Hobbyfahrern und innovativer TV-Übertragung
- Der letzte Schweizer Sieger war Laurent Dufaux (2000) – es werden noch Sponsoren gesucht
Stefan Küng (32) hat noch nie ein grosses Schweizer Eintagesrennen in der Worldtour bestritten. Er würde es aber liebend gerne tun: die Züri Metzgete. Als der Thurgauer 2014 Profi wurde, gab es das berühmteste Schweizer Rennen nur noch für U23-Fahrer. Kurz darauf war ganz Schluss: keine Sponsoren, kein Geld. «Es wäre fantastisch, wenn die Züri Metzgete zurückkehren würde. Wer weiss, vielleicht erlebe ich sie ja noch als aktiver Fahrer», sagt Küng.
Seine Hoffnungen ruhen auf Adi Merkt und Tim Keller. Die beiden Freunde organisieren seit Jahren das Zuricrit, ein stimmungsvolles Kriterium im Kreis 4. Mit grossem Erfolg. Nun wollen sie die Züri Metzgete wiederbeleben. Vielleicht 2030, 2031 oder 2032.
«Das würde dem Schweizer Radsport einen grossen Schub geben», ist Küng überzeugt. Aber wäre er dann noch dabei? Sein Vertrag bei Tudor Pro Cycling läuft bis 2028. «Ich sehe mich nicht in zwei Jahren aufhören. Ich habe ein super Umfeld, mega Lust und will das Maximum herausholen. Ich habe noch grosse Ziele.»
Dufaux war 2000 der letzte Schweizer Sieger
Merkt hat seine Vision der Züri Metzgete bereits der Stadt Zürich präsentiert. Start und Ziel sollen auf dem Hönggerberg liegen. Später möchten die Organisatoren auch die Rennbahn in Oerlikon einbeziehen. Das Motto der Neuauflage lautet: moderner, näher an der Bevölkerung, für alle.
Am Vormittag sollen sich Hobbysportler und Hobbysportlerinnen auf dem 30 Kilometer langen Rundkurs austoben. Am Nachmittag sind die Profis an der Reihe – Männer und Frauen gemeinsam. Dazu soll es eine innovative TV-Übertragung geben, die wie bei einer Fussballkonferenz zwischen den Schauplätzen hin- und herschaltet.
Küng ist von der Idee angetan. «Die Schweiz hätte ein grosses Eintagesrennen verdient. Das würde dem Radsport einen grossen Schub geben.» Genauso denkt Laurent Dufaux (57). Er gewann die Züri Metzgete der Profis im Jahr 2000 als letzter Schweizer. Heute ist der Romand Sportdirektor beim Elite Fondations Cycling Team, einer Equipe der Continental Tour. Der Nachwuchs liegt ihm besonders am Herzen.
«Es wäre eine wunderbare Neuigkeit, wenn dieses Rennen zurückkehren würde. Es war damals immer toll, hatte viel Publikum und einen super Parcours», sagt Dufaux. Er sei sehr stolz, dieses «wunderbare» Rennen gewonnen zu haben. Dass er eines Tages als letzter Schweizer Sieger abgelöst werden könnte, stört ihn keineswegs.
Tudor als Geldgeber?
Klar ist aber auch: Damit die Züri Metzgete wieder stattfinden kann, braucht es potente Sponsoren. «Vielleicht Tudor», sagt Dufaux. «Sie investieren ja sehr viel in den Radsport. Vielleicht haben sie Interesse, so einen Event zu finanzieren.»
Der Weg dahin ist noch lang. Schliesslich müsste auch der Radweltverband UCI einen Platz im internationalen Worldtour-Kalender finden. So oder so: Sollte die Züri Metzgete tatsächlich zurückkehren, wäre das für Tudor-Star Küng ein weiterer Grund, seine Karriere zu verlängern.