Historischer Sonntag bei der Mountainbike-WM in Val di Sole (It)!
Mit einer Machtdemonstration fährt die 29-jährige Sina Frei im Cross-Country zu Gold. Am Ende rollt die Zürcherin mit über einer Minute Vorsprung über die Ziellinie. Den Bike-Freudentag bei den Frauen komplettiert Nicole Koller (29), die sich Bronze holt.
Zwei Schweizerinnen auf einem WM-Podest im Mountainbike? Das gabs vorher noch nie. Es ist der grösste Erfolg seit dem Dreifach-Podest bei den Olympischen Spielen 2021 in Tokio von Jolanda Neff, Sina Frei und Linda Indergand.
Beinahe hätte es am Sonntag sogar einen Schweizer Doppelsieg gegeben. Martina Berta kommt nur eine Radlänge vor Koller ins Ziel. Die Schweizerin liefert sich über das gesamte Rennen einen packenden Kampf mit der Italienerin um Silber – am Ende hat Berta die Nase dann aber hauchdünn vorn.
Mit diesem Duell hat Sina Frei nichts zu tun. Sie zeigt von Beginn weg eine unwiderstehliche Leistung und fährt der gesamten Konkurrenz davon. Eine der ärgsten Konkurrentinnen, die Schwedin Jenny Rissveds, wird zudem von einem Defekt unglücklich aus dem Rennen genommen. Nach Silvia Fürst (1992) und Jolanda Neff (2017) ist Frei erst die dritte Schweizerin, die sich zur Weltmeisterin im Cross-Country krönen lässt.
Frust und Tränen bei Keller
Für Frei ist es die langersehnte Krönung im Cross-Country. 2021 holte sie in dieser Disziplin bei der WM noch die Bronze-Medaille, ein Jahr zuvor bei den Olympischen Spielen musste sie sich bei der Schweizer Dreifach-Machtdemonstration auf dem Treppchen mit Silber begnügen. «Ich kann es noch gar nicht richtig realisieren. Ich bin noch im Tunnel und weiss gar nicht, was abgeht», erklärt Frei unmittelbar nach ihrem WM-Coup gegenüber SRF. «Mein Rennen war super und ich habe mich nur auf mich fokussiert.»
Über die Erwartungen, mit denen sie als Mit-Favoritin an den Start gehen musste, meint Frei: «Ich wollte einfach nur Spass haben, denn ich wusste, alles was kommt, ist ein Bonus. Ich hatte schon eine so gute Saison. Alle haben gesagt, ich solle es geniessen und mir keinen Druck machen. Das ist mir gelungen.»
Getrübt wir der Schweizer Jubel-Sonntag bei den Frauen vom Rennen von Alessandra Keller. Bereits bei einer Abfahrt zu Beginn hat sie Probleme mit der Kette, bleibt aber zunächst an den vorderen Rängen dran. Als nach einer halben Stunde erneut die Kette Probleme bereitet, kann Keller die Frustration nicht mehr verbergen. Sie wirft eine Wasserflasche weg und fährt danach tränenüberströmt weiter. Dank einer kämpferischen Leistung schafft sie es immerhin noch auf Rang 13.