Darum gehts
- Anina Hutter (21) gewinnt U23-EM-Gold im Cross-Country am Monte Tamaro
- Historischer Dreifachsieg für die Schweiz: Hutter vor Fiona Schibler und Elina Benoit
- Über eine Minute Vorsprung und vielseitige Fähigkeiten als Erfolgsgeheimnis
Es gibt Sportler, die sich schon früh für eine Disziplin entscheiden. Anina Hutter (21) gehört nicht dazu. Im Winter schnallt sie die Langlaufski an, im Sommer sitzt sie auf dem Mountainbike – und das erfolgreicher denn je. Nach Gold mit der Schweizer Staffel am Donnerstag krönt sich die Bündnerin an der Heim-EM am Monte Tamaro im Tessin am Sonntag auch zur U23-Europameisterin im Cross-Country. Gemeinsam mit Fiona Schibler (21) und Elina Benoit (20) sorgt sie zudem für einen historischen Schweizer Dreifachsieg.
Mitten im Fantrubel verfolgen auch Hutters Eltern Ivo (57) und Nicole (52), Bruder Livio (19), Nachbarn und Freunde der Familie, ihre beste Freundin Noelia und Freund Noah von Tavel (21), der selbst Ruderer ist, das Rennen. Wer ist besonders nervös? Vater Ivo, sagt Hutter lachend. «Mit ihm kann man vor dem Rennen überhaupt nicht reden.» Ihre Mutter bleibe ruhiger – zumindest ein wenig. «Sie ist einfach diejenige, die am lautesten ist und die du auf der ganzen Strecke hörst.» Beide Elternteile sind während des Rennens für sich und wirken beinahe nervöser als die Tochter.
Eine Athletin statt nur Velofahrerin
«Anina war immer die Einzelsportlerin», sagt Mutter Nicole, die früher Unihockey spielte. «Sie hat sich jeweils aufgeregt, wenn jemand einen Fehler machte und sie nichts dafür konnte.» Dieser Ehrgeiz begleitet Hutter bis heute.
Denn die Europameisterin ist weit mehr als nur Mountainbikerin. «Ich bin eigentlich so aufgewachsen. Im Winter ging ich nicht aufs Velo, sondern an Langlaufrennen», erzählt sie. Bis heute möchte sie sich nicht auf eine Sportart festlegen. «Ich sehe mich mehr als ganze Athletin und nicht als Velofahrerin oder Langläuferin.» Genau diese Vielseitigkeit sieht sie als grosse Stärke. Vom Langlauf nehme sie «das Spritzige und die Arbeit mit dem Oberkörper» mit. «Ich bin eher ein Wettkampftyp und nicht ein Trainingstyp.»
Gold (7)
Sina Frei – Elite Frauen Shorttrack (XCC)
Sina Frei – Elite Frauen Cross-Country (XCO)
Lea Huber – U23 Frauen Shorttrack (XCC)
Anina Hutter – U23 Frauen Cross-Country (XCO)
Anja Grossmann – Juniorinnen Cross-Country (XCO)
Team Relay: Nicolas Halter, Men Gygax, Ronja Blöchlinger, Anina Hutter, Anja Grossmann, Vital Albin
Silber (7)
Alessandra Keller – Elite Frauen Shorttrack (XCC)
Alessandra Keller – Elite Frauen Cross-Country (XCO)
Elina Benoit – U23 Frauen Shorttrack (XCC)
Fiona Schibler – U23 Frauen Cross-Country (XCO)
Nicolas Halter – U23 Männer Shorttrack (XCC)
Nicolas Halter – U23 Männer Cross-Country (XCO)
Marwan Barhoumi – Junioren Shorttrack (XCC)
Bronze (4)
Dario Lillo – Elite Männer Shorttrack (XCC)
Elina Benoit – U23 Frauen Cross-Country (XCO)
Nicole Koller – Elite Frauen Cross-Country (XCO)
Ronja Blöchlinger – Elite Frauen Cross-Country (XCO)
Total: 18 Medaillen (7 Gold / 7 Silber / 4 Bronze)
Gold (7)
Sina Frei – Elite Frauen Shorttrack (XCC)
Sina Frei – Elite Frauen Cross-Country (XCO)
Lea Huber – U23 Frauen Shorttrack (XCC)
Anina Hutter – U23 Frauen Cross-Country (XCO)
Anja Grossmann – Juniorinnen Cross-Country (XCO)
Team Relay: Nicolas Halter, Men Gygax, Ronja Blöchlinger, Anina Hutter, Anja Grossmann, Vital Albin
Silber (7)
Alessandra Keller – Elite Frauen Shorttrack (XCC)
Alessandra Keller – Elite Frauen Cross-Country (XCO)
Elina Benoit – U23 Frauen Shorttrack (XCC)
Fiona Schibler – U23 Frauen Cross-Country (XCO)
Nicolas Halter – U23 Männer Shorttrack (XCC)
Nicolas Halter – U23 Männer Cross-Country (XCO)
Marwan Barhoumi – Junioren Shorttrack (XCC)
Bronze (4)
Dario Lillo – Elite Männer Shorttrack (XCC)
Elina Benoit – U23 Frauen Cross-Country (XCO)
Nicole Koller – Elite Frauen Cross-Country (XCO)
Ronja Blöchlinger – Elite Frauen Cross-Country (XCO)
Total: 18 Medaillen (7 Gold / 7 Silber / 4 Bronze)
Souverän zum Schweizer Dreifachsieg
Auf der technisch anspruchsvollen Strecke spielt Hutter diese Qualitäten eindrücklich aus. Früh findet sie ihren Rhythmus und fährt Runde für Runde der Konkurrenz davon. «Ich habe versucht, meine Pace zu fahren und mich nicht gross von den anderen ablenken zu lassen», erklärt sie. Am Ende gewinnt sie mit über einer Minute Vorsprung souverän Gold. Dahinter machen Schibler und Benoit den Schweizer Dreifachtriumph perfekt.
Besonders freut Hutter, dass sie den Erfolg mit ihren Teamkolleginnen teilen kann. «Es ist ein Einzelsport. Wenn man danach ein ganzes Team hat, das sich auch für dich freut, ist das mega schön.»
Ihre Zukunft hält sich Hutter bewusst offen. Auch mit Blick auf Olympia will sie sich noch nicht auf eine Disziplin festlegen. «Ich schaue Schritt für Schritt.» Klar ist hingegen: Ihre Teamsituation verändert sich. Das Förderteam Nexetis vom Verband Swiss Cycling, das die Kombination aus Strassenradsport und Mountainbike ermöglicht, wird wegen fehlender Fördergelder aufgelöst. «Es ist sicher schade, weil wir von diesem Fördergefäss sehr profitieren konnten.»
An diesem Sonntag rückt das allerdings in den Hintergrund. Die Heim-EM hat eine neue Doppel-Europameisterin hervorgebracht – und vielleicht eines der spannendsten Schweizer Multitalente der kommenden Jahre.