Darum gehts
- Schweiz holt EM-Gold im Team Relay in 1:06:52 Stunden im Tessin
- Italien verliert rund zwei Minuten auf überlegene Schweizer Equipe
- Team mit sechs Athleten dominiert bei grosser Hitze von Beginn an
Nach dem Doppelsieg der Frauen und Bronze der Männer im Shorttrack am Donnerstag legt die Schweiz an der Mountainbike-Heim-EM im Tessin gleich nach. Im Team Relay fährt das Heimteam der Konkurrenz auf und davon und holt sich in 1:06:52 Stunden souverän den Europameistertitel. Titelverteidiger Italien verliert rund zwei Minuten auf die Schweizer Equipe. Dritter wurde Dänemark mit einem Rückstand von über vier Minuten.
Im Team Relay zeigt sich, welche Nation in der Breite am stärksten aufgestellt ist. Jede Mannschaft besteht aus sechs Athletinnen und Athleten – einer Elite-Fahrerin, einem Elite-Fahrer, einer U23-Fahrerin, einem U23-Fahrer, einer Juniorin und einem Junior. Alle absolvieren nacheinander je eine Runde auf dem anspruchsvollen Cross-Country-Kurs, ehe sie in der Wechselzone an die nächste Fahrerin oder den nächsten Fahrer übergeben. Die Startreihenfolge kann jede Nation selbst bestimmen und ist ein wichtiger taktischer Faktor.
Für die Schweiz eröffnete U23-Fahrer Nicolas Halter (20) das Rennen. Es folgten Junior Men Gygax (17), Elite-Fahrerin Ronja Blöchlinger (25), U23-Athletin Anina Hutter (21), Juniorin Anja Grossmann (17) und Schlussfahrer Vital Albin (27).
Bereits Halter legte den Grundstein zum Triumph. Er übergab sogar mit einer Sekunde Vorsprung auf italienischen Elite-Fahrer Filippo Fontana. Danach baute Gygax den Vorsprung weiter aus, ehe Blöchlinger die Führung trotz ihres Defekts im Shorttrack vom Vortag souverän verteidigte. Hutter verlor gegen Italiens Elite-Fahrerin kaum Zeit, Grossmann vergrösserte den Vorsprung weiter und Albin brachte den Sieg ungefährdet ins Ziel.
«Ich war in einer mega coolen Position. Die anderen konnten bereits über eine Minute herausfahren und ich musste meine Runde einfach ohne Sturz und Defekt ins Ziel bringen», sagt Schlussfahrer Vital Albin. «Es war etwas Einzigartiges, einmal nicht nur für sich selbst, sondern als Team zu fahren.»
«Es war cool, wieder einmal ein Team Relay zu fahren. Diese Disziplin ist speziell. Wenn man Erfolg hat, feiert man zusammen, wenn man verliert, muss man das auch gemeinsam verkraften», sagt Blöchlinger nach dem Rennen. «Wir sind über alle Kategorien hinweg extrem stark gefahren. Vor Heimpublikum zu gewinnen und mit dem EM-Trikot nach Hause zu gehen, ist mega cool.»
Donnerstag, 30. Juli 2026
17.30 Uhr: Short Track (XCC) Frauen Elite
18.15 Uhr: Short Track (XCC) Männer Elite
Sonntag, 2. August 2026
13.30 Uhr: Cross Country (XCO) Frauen Elite
16.10 Uhr: Cross Country (XCO) Männer Elite
Donnerstag, 30. Juli 2026
17.30 Uhr: Short Track (XCC) Frauen Elite
18.15 Uhr: Short Track (XCC) Männer Elite
Sonntag, 2. August 2026
13.30 Uhr: Cross Country (XCO) Frauen Elite
16.10 Uhr: Cross Country (XCO) Männer Elite
Von Beginn an überlegen
Die Schweizer bestimmten das Rennen bei grosser Hitze vom Start weg. Italien hielt zunächst noch mit, musste die Schweizer aber schon früh ziehen lassen. Runde für Runde wuchs der Vorsprung an, während Spanien, Deutschland, Ukraine und Dänemark, welche am Schluss Bronze holt, nur noch um die weiteren Podestplätze kämpften. Als Albin auf die Schlussrunde ging, betrug der Vorsprung bereits deutlich mehr als eine Minute – im Ziel waren es sogar rund zwei Minuten.
Die Goldfahrt unterstreicht einmal mehr die aussergewöhnliche Breite des Schweizer Mountainbike-Sports. Seit der Einführung des Team Relays im Jahr 2002 verpasste Swiss Cycling nur viermal das EM-Podest. Bereits zum neunten Mal krönt sich die Schweiz zum Europameister. Vom letztjährigen Silber-Team stand einzig die erst 17-jährige Anja Grossmann erneut im Aufgebot.