Einzelne Mountainbike-Stars fehlen
Nicht alle Schweizer messen der Heim-EM grosse Bedeutung zu

Für die einen ist die Heim-EM Ende Juli eines der grossen Saisonziele, für die anderen eher eine Zwischenstation auf dem Weg zur WM. Die Schweizer Mountainbike-Stars fahren mit unterschiedlichen Erwartungen ins Tessin.
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Für Alessandra Keller gehört die Heim-EM zu den grossen Saisonzielen.
Foto: Getty Images

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Mountainbike-Stars uneins zur Bedeutung der Heim-EM im Tessin im August
  • Mathias Flückiger stellt WM und Weltcup über die Europameisterschaft
  • Alessandra Keller und Filippo Colombo peilen Medaillen an, Flückiger bleibt zurückhaltend
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Joël HahnRedaktor Sport

Die Heim-EM im Tessin müsste eigentlich der Höhepunkt des Schweizer Mountainbike-Sommers sein. Doch ausgerechnet innerhalb des Nationalteams gehen die Meinungen auseinander.

Alessandra Keller (30) hat ihre Saison gezielt auf die zweite Jahreshälfte ausgerichtet. Nach dem Triumph beim prestigeträchtigen Etappenrennen Cape Epic in Südafrika nahm sich die Nidwaldnerin bewusst eine Pause, um den Formaufbau auf die Europameisterschaften und die WM auszurichten. «Die EM habe ich mir dieses Jahr schon rausgepickt. Dort will ich Höchstleistung bringen», sagt die Shorttrack-Weltmeisterin gegenüber Blick. Eine Einzel-EM-Medaille fehlt ihr nämlich noch.

Auch Filippo Colombo (28) macht keinen Hehl aus seinen Ambitionen. Für den Tessiner wird die EM Anfang August zum Heimspiel. «Mein Ziel ist eine Medaille», sagt er im Interview mit Blick. «Ich weiss nicht, wie viele solche Möglichkeiten ich noch bekomme, vor meinem Zuhause zu fahren.» Der Scott-Sram-Profi engagiert sich als Botschafter für den Anlass und bringt Inputs zur Strecke ein. «Ich will, dass dieses Event für alle ein Erfolg wird.» Allerdings wird sich zeigen müssen, wie fit der Lokalmatador nach seinem Wadenbeinbruch sein wird.

Programm Mountainbike-EM

Donnerstag, 30. Juli 2026

17.30 Uhr: Short Track (XCC) Frauen Elite
18.15 Uhr: Short Track (XCC) Männer Elite

Sonntag, 2. August 2026

13.30 Uhr: Cross Country (XCO) Frauen Elite
16.10 Uhr: Cross Country (XCO) Männer Elite

Donnerstag, 30. Juli 2026

17.30 Uhr: Short Track (XCC) Frauen Elite
18.15 Uhr: Short Track (XCC) Männer Elite

Sonntag, 2. August 2026

13.30 Uhr: Cross Country (XCO) Frauen Elite
16.10 Uhr: Cross Country (XCO) Männer Elite

Flückiger ordnet die EM anders ein

Anders sieht es Mathias Flückiger (37). Der Olympiazweite von Tokio freut sich zwar auf den Grossanlass, setzt aber andere Prioritäten. «Normalerweise hat die EM nicht so eine hohe Bedeutung», sagt der Berner offen. In der Vergangenheit habe er Europameisterschaften sogar ausgelassen. «Ein Weltcupsieg hat für mich mehr Wert als ein EM-Titel.»

Das liege auch an der Tradition im Mountainbike. Anders als im Strassenradsport stehen Weltcup und WM oft höher im Kurs. Trotzdem freue er sich auf die Heim-EM. Die Strecke am Monte Tamaro liege ihm. «Sie ist extrem technisch und macht mega Spass. Ich würde behaupten, dass wir in der Schweiz eine der besten Strecken haben.»

Auch das Team spielt eine Rolle

Etwas differenzierter beurteilt Sina Frei (28) die Bedeutung der Europameisterschaften. Die Zürcherin, die für das amerikanische Team Specialized fährt, erklärt, dass die EM im internationalen Mountainbike-Kalender nicht immer einfach einzuordnen sei.

«Bei uns im Team hat die EM nicht denselben Stellenwert wie beispielsweise eine WM. Deshalb ist es je nach Rennkalender nicht immer einfach, beide Anlässe optimal zu planen», sagt sie. Dass sie diesmal antritt, habe aber mehrere Gründe: «Es ist sehr nah, es ist eine Heim-EM. Darum ist es speziell, und ich freue mich, wieder einmal an einer EM zu starten.»

Ein grosser Name fehlt

Jolanda Neff (33) wird die Heim-EM im Tessin dagegen komplett auslassen. Die Olympiasiegerin von Tokio verzichtet bewusst auf die Titelkämpfe und setzt stattdessen auf ein Trainingslager in den USA. «Ich werde während der EM in der Höhe trainieren», sagt sie. Die Entscheidung sei ihr alles andere als leicht gefallen. «Natürlich ist eine Heim-EM etwas Megacooles. Es wäre schon sehr speziell, dort zu fahren.»

Trotzdem habe sie sich nach reiflicher Überlegung für einen anderen Weg entschieden. «Man muss Prioritäten setzen», erklärt Neff. Der Fokus liege für sie klar auf der zweiten Saisonhälfte. «Die Vorbereitung auf die WM passt für mich mit dem Höhentraining einfach besser.»

Das EM-Aufgebot der Schweiz

Cross-Country & Short Track

Frauen

  • Ronja Blöchlinger (24), Biel BE
  • Ginia Caluori (24), Bonaduz GR
  • Ramona Forchini (32), Wattwil SG
  • Sina Frei (29), Uetikon am See ZH
  • Alessandra Keller (30), Hubersdorf SO
  • Nicole Koller (29), Laupen ZH
  • Seraina Leugger (28), Arlesheim BS

Männer

  • Vital Albin (28), Tersnaus GR
  • Filippo Colombo (29), Bironico TI
  • Mathias Flückiger (38), Leimiswil BE
  • Marcel Guerrini (32), Ufhusen LU
  • Dario Lillo (24), Eschenbach SG
  • Fabio Püntener (27), Silenen UR
  • Luca Schätti (26), Horgen ZH

Cross-Country & Short Track

Frauen

  • Ronja Blöchlinger (24), Biel BE
  • Ginia Caluori (24), Bonaduz GR
  • Ramona Forchini (32), Wattwil SG
  • Sina Frei (29), Uetikon am See ZH
  • Alessandra Keller (30), Hubersdorf SO
  • Nicole Koller (29), Laupen ZH
  • Seraina Leugger (28), Arlesheim BS

Männer

  • Vital Albin (28), Tersnaus GR
  • Filippo Colombo (29), Bironico TI
  • Mathias Flückiger (38), Leimiswil BE
  • Marcel Guerrini (32), Ufhusen LU
  • Dario Lillo (24), Eschenbach SG
  • Fabio Püntener (27), Silenen UR
  • Luca Schätti (26), Horgen ZH
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