Mountainbike-Chef Andrea Colombo schlägt Olympia-Alarm
«Nach Schurter fehlt der Schweiz der Leader»

Die Schweiz hat im Mountainbike eine grosse Lücke zu schliessen. Nach der Ära von Nino Schurter fehlt bei den Männern der Anführer. Mit Blick auf Olympia 2028 in Los Angeles wurde die Suche nach einem Leader lanciert.
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Nino Schurter prägte eine Ära. Nach seinem Rücktritt fehlt der Schweiz ein Leader.
Foto: Keystone

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Die Schweiz sucht nach Nino Schurters Rücktritt einen neuen Mountainbike-Leader
  • Andrea Colombo sieht vor Olympia 2028 keinen konstanten Nachfolger
  • Alessandra Keller (30) bei den Frauen top, Männer zeigen aktuell keine Konstanz
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Joël HahnRedaktor Sport

Die Schweiz gehört seit Jahren zu den stärksten Mountainbike-Nationen der Welt. Doch nach der Ära von Nino Schurter (40) fehlt ein Mann, der das Team anführt. Andrea Colombo (63), OK-Präsident der Mountainbike-EM im Tessin (beginnt am Mittwoch) und Vater von MTB-Profi Filippo Colombo, sieht vor den Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles noch keinen neuen Schweizer Leader.

Nino Schurter prägte den Schweizer Mountainbike-Sport wie kaum ein anderer. Olympiasieg, Weltmeistertitel, Weltcup-Rekorde – der Bündner gewann praktisch alles, was es in diesem Sport zu gewinnen gibt. Sein Rücktritt hinterlässt eine grosse Lücke.

«Wir sind in den Jahren nach Nino. Das ist schwierig. Er hat wirklich alles gewonnen, was man in diesem Sport gewinnen kann», sagt Colombo im Gespräch mit Blick. Der Tessiner glaubt aber, dass diese Phase auch eine Chance sei: «Jetzt können andere einmal vorne sein.»

Die Suche nach dem neuen Aushängeschild

Doch ein einzelner Exploit reicht nicht, um die Nachfolge von Schurter anzutreten. Für Colombo braucht es vor allem Konstanz. «Ein Leader muss nicht nur ein Rennen gewinnen, sondern über mehrere Rennen hinweg immer vorne dabei sein.»

Genau diese Konstanz fehlt den Schweizer Männern momentan. Frankreich habe sich an der Spitze einen Vorsprung erarbeitet, dahinter sei die Situation offen. «Nach den Franzosen ist es immer so: Einer ist eine Woche gut, danach kommt ein anderer», sagt Colombo. Der Schweizer Mannschaft fehlt damit jener Fahrer, der über Wochen hinweg für Schlagzeilen sorgt.

Programm Mountainbike-EM

Donnerstag, 30. Juli 2026

17.30 Uhr: Short Track (XCC) Frauen Elite
18.15 Uhr: Short Track (XCC) Männer Elite

Sonntag, 2. August 2026

13.30 Uhr: Cross Country (XCO) Frauen Elite
16.10 Uhr: Cross Country (XCO) Männer Elite

Donnerstag, 30. Juli 2026

17.30 Uhr: Short Track (XCC) Frauen Elite
18.15 Uhr: Short Track (XCC) Männer Elite

Sonntag, 2. August 2026

13.30 Uhr: Cross Country (XCO) Frauen Elite
16.10 Uhr: Cross Country (XCO) Männer Elite

Noch kein Olympia-Leader in Sicht

Mit Blick auf die Olympischen Spiele 2028 in Los Angeles bereitet Colombo genau das Sorgen. Der Schweiz fehle derzeit jener Fahrer, um den sich das Team scharen könne. «Ich glaube nicht, dass wir bis nächstes Jahr einen Leader haben, bei dem man sagt: Jetzt können wir für Los Angeles planen, wie es früher mit Nino war.»

Bei den Frauen sieht Colombo die Schweiz besser aufgestellt. Alessandra Keller (30) gehört zur Weltspitze. «Bei den Frauen sind sie stärker im Moment. Aber bei den Männern ist es schwierig.»

Trotzdem bleibt Colombo optimistisch. Der Nachwuchs mache Hoffnung: «In der Junioren-Kategorie sind viele Schweizer. Die Schweiz wird in Zukunft immer eines der Top-Länder im Mountainbike sein.» Die nächste grosse Schweizer Figur lässt aber noch auf sich warten.

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