«Ich bin richtig angepisst»
Drama pur! Blech statt WM-Gold für Rad-Star Reusser

Was für ein Spektakel in Kanada! Beim WM-Strassenrennen der Frauen zeigt Marlen Reusser (35) vollen Einsatz, bleibt aber ohne Medaille. Gold sichert sich Demi Vollering (29, Ho) nach einem packenden Rennen.
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Marlen Reusser (rechts) verpasst mit Rang 4 im Strassenrennen die Medaillen nur knapp.
Foto: IMAGO/SW Pix

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marlen Reusser wird beim Strassenrennen der Rad-WM in Montréal Vierte
  • Demi Vollering aus Meggen LU holt Gold nach packendem 180-Kilometer-Rennen
  • 2570 Höhenmeter: Spektakuläres Rennen mit Stürzen, Drama und Solo-Attacke
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Mathias GermannReporter Sport

Gab es je ein spannenderes WM-Rennen? Was die besten Rad-Frauen beim Strassenrennen in Montréal (Ka) zeigen, ist dramatisch, spektakulär, nervenzerreissend. Nur das Schweizer Happy End fehlt.

200 Meter vor dem Ziel schnuppert Marlen Reusser an Bronze, liegt auf Rang vier. Doch sie kann nicht mehr, ist völlig entkräftet. Elisa Longo Borghini (34, It) zieht vorbei. Blech für die Emmentalerin. «Die entscheidende erste Attacke bei der Verpflegungszone habe ich verschlafen. Ich bin richtig angepisst – wegen mir selbst», sagt sie.

Ganz vorne erfüllt sich die in Meggen LU lebende Demi Vollering (29, Ho) ihren Traum. Sie holt Gold, Silber geht an Kasia Niewiadoma-Phinney (31, Pol).

Sie lässt abreissen, kämpft aber wie verrückt

Rückblick: 30 Stunden zuvor ist Reusser noch gut gelaunt. Beim Video-Anruf mit Schweizer Journalisten verabschiedet sie sich mit den Worten: «Vielleicht bis bald als Weltmeisterin, who knows?» Nicht ohne Grund. Reusser zählt zu den Favoritinnen, hat bereits Zeitfahr-Gold und Bronze im Mixed-Teamzeitfahren gewonnen. Und sie fühlt sich gut.

Lange läuft alles nach Plan. Die WM-Rekorddistanz von 180 Kilometern liegt Reusser. «I würd uh hölle gärn Wäutmeisterin wärde», sagte sie. Doch ist sie auf den unzähligen Steigungen spritzig genug?

95 Kilometer vor dem Ziel kracht es erstmals. Ein gutes Dutzend Fahrerinnen geht zu Boden. Blut, Tränen – und die Schwedin Caroline Andersson (25) wird mit Halskrause abtransportiert.

Weltmeisterin will TV schauen

Nach und nach fallen die Schweizerinnen zurück. Irgendwann auch Reusser. An den knackigen Steigungen lässt sie immer wieder abreissen, kämpft sich aber stets zurück. Insgesamt sind 2570 Höhenmeter zu bewältigen. Hoch und runter, wie auf einer Achterbahn – nur schmerzhafter.

Dann Vollering. Sie attackiert, fährt 25 Kilometer solo. Doch sie wird eingeholt – auch von Reusser. Mal greift die eine an, mal die andere. Für die Zuschauer ist das herrlich, spannender geht es kaum. Letztlich siegt die in Meggen LU wohnende Holländerin. «Ich kann kaum warten, dieses verrückte Rennen im Video zu sehen», sagt sie.

Ein Radrennen, das selbst im Replay spannend bleibt? Das gibt es selten. Dieses ganz sicher.

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