«Qualität nicht auf WM-Niveau»
Nicht nur Reusser schimpft über Montréals Katastrophen-Strassen

Trotz Gold und Bronze bei der Rad-WM in Montréal übt Marlen Reusser Kritik. Die schlechten Strassenverhältnisse sorgen für Erschütterungen und Verletzungen. Auch andere Fahrer sprechen von gefährlichen Bedingungen.
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Marlen Reusser kritisiert die Strassen von Montréal deutlich und bekommt die Folgen des holprigen Belags sogar körperlich zu spüren.
Foto: IMAGO/SW Pix

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Marlen Reusser gewinnt ihr zweites WM-Gold im Zeitfahren in Montréal
  • Sie kritisiert die schlechten Strassen, die ihre Hand verletzten
  • Reusser siegte mit 40 Sekunden Vorsprung, holte zudem Mixed-Bronze
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Lynn PiubelRedaktorin Sport

Marlen Reusser (35) ist an dieser WM kaum zu stoppen. Die zweifache Zeitfahr-Weltmeisterin verteidigt im kanadischen Montréal ihren Titel, dazu holt sie mit der Schweizer Mixed-Staffel Bronze. Doch so richtig Freude an den Strassen von Montréal hat die Bernerin nicht.

Nach dem Mixed-Zeitfahren steht Reusser mit eingebundener Hand vor dem SRF-Mikrofon. Die ständigen Schläge auf dem Zeitfahrrad haben ihre Hand gereizt. Ihr Urteil zum Untergrund: «Die Strassen hier sind eine Katastrophe.» Die vielen Unebenheiten und Schlaglöcher sorgen auf dem Zeitfahrrad für massive Erschütterungen.

Reusser hat den Kurs zunächst positiv beschrieben. «Abenteuerlich» sei er, mit vielen technischen Abschnitten. «Du bist an keinem Punkt gelangweilt», sagte sie nach ihrem Sieg. Gleichzeitig habe sie die Strecke nervös gemacht. Es gebe so viele Kurven und Herausforderungen, dass sie lange nicht gewusst habe, wie schnell sie diese fahren könne. Am Ende meisterte Reusser die Aufgabe sensationell und holte mit 40 Sekunden Vorsprung ihr zweites WM-Gold. Mit ihrer Kritik steht Reusser nicht alleine da.

Montréal liess extra für die WM sanieren

Filippo Ganna (30), Silbermedaillengewinner hinter Remco Evenepoel (26), kritisierte vor allem die Stadtpassagen: «Die Qualität war nicht auf dem Niveau, das man bei einer Weltmeisterschaft erwarten würde. Von einer besseren Strasse hätten alle profitiert.» Noch konkreter wurde Ethan Hayter (28). Der Brite stürzte in einer Kurve und prallte gegen eine Absperrung: «Die Strassen sind von ziemlich schlechter Qualität. Und wenn wegen der Kegel nur die halbe Strasse zur Verfügung steht, ist es wirklich schwierig einzuschätzen, wo man fahren kann.»

Enge Kurven, Absperrkegel und hohe Geschwindigkeiten machten einzelne Passagen zur Sicherheitsfrage. Der Schwede Jakob Söderqvist (23) rutschte im Schlussabschnitt weg. Der Kolumbianer Brandon Rivera (30) kam mit beschädigtem Vorderrad und blutigen Verletzungen ins Ziel. Der Kanadier Nickolas Zukowsky (28) fand den Belag akzeptabel. Schlaglöcher seien zwar da, die Fahrer hätten sie aber bei der Besichtigung gesehen und könnten entsprechend reagieren.

Dabei wusste die Stadt Montréal um die Probleme und investierte Millionen in die Sanierung: Noch vor der WM wurden mehrere Strassenabschnitte auf den Rennstrecken neu asphaltiert, mit Blick auf die Weltmeisterschaften. Trotzdem beklagte sich eine Vielzahl der Rad-Profis über die Konditionen.

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