Happy Birthday! Gold-Favoritin Reusser wird am Sonntag 35 Jahre alt
«Vielleicht ist es eine Verschwendung von Geburtstagen»

Marlen Reusser wird am Tag des WM-Zeitfahrens 35 Jahre alt. Die Schweizerin über einen besonderen Geburtstag, ungeliebte Geschenke, ihre «Karosserie» und die Frage, was sie in den nächsten 35 Jahren erleben will.
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Wie alt wird Marlen Reusser am Tag des WM-Zeitfahrens? Die Zahlen müssen zuerst sortiert werden.
Foto: Stefan Bohrer

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Ein Schweizer Velo-Profi feiert heute in Kanada den 35. Geburtstag
  • Geburtstag fällt auf WM-Rennen, Chefkoch bereitet trotzdem kleine Überraschung vor
  • 2024 zuletzt bei Silvesterparty beschwipst, feiert Geburtstage lieber ohne Zwang
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Mathias GermannReporter Sport

Blick: Ein WM-Rennen am 35. Geburtstag: Ist das doof oder super?
Marlen Reusser: Schwierig. Einerseits supercool, andererseits gar nicht. Wenn ich nicht Velo-Profi wäre, könnte ich den Geburtstag mit meinen Liebsten feiern und Zeit mit ihnen verbringen. Mit den Leuten von Swiss Cycling ist es auch schön, aber ich bin halt in Kanada – ohne Familie und Freunde. Ich werde sehr konzentriert auf mein WM-Rennen sein. Es ist irgendwie ein anstrengender Geburtstag. Ich hoffe, ich kann ihn mit einem coolen Resultat krönen. Vielleicht ist es eher eine Verschwendung von Geburtstagen, wenn diese immer während der Rad-WM stattfinden.

Wann gibt es eine Feier?
Ich bin schon lange in diesem Velo-Zirkus, Swiss Cycling kennt das «Problem» meines Geburtstags während der WM. Es ist gar nicht mehr alles so aufregend für alle (schmunzelt). Eine Feier gibt es nicht, aber unser Chefkoch Bruno macht sicher etwas – sehr herzig. Und es wird wohl auch gesungen werden.

Wäre das Regenbogentrikot dein schönstes Geschenk?
Im Leben gibt es natürlich viel wertvollere Dinge. Aber an diesem Tag wäre der WM-Titel sicher das beste Geschenk.

In welchen Situationen im Leben fühlen Sie sich alt und in welchen jung?
Eigentlich fühle ich mich immer noch ziemlich jung. Wenn ich aber wirklich junge Leute sehe, merke ich: Ich bin doch schon etwas älter. Und wenn ich ältere Menschen sehe, denke ich: So alt bin ich doch noch nicht. Ich fühle mich ungefähr wie 35.

Und der Körper?
Manchmal fühlt er sich schon älter an als 35, zum Beispiel wenn ich hart trainiert habe. Dann habe ich überall Wehwehchen. Ich bin wohl von der «Karosserie» her etwas vorgealtert. Das ist aber eher meinem Lebensstil geschuldet. 

Welche Art von Geschenken mögen Sie?
Gar nicht gerne solche, bei denen die Person in letzter Sekunde gemerkt hat, dass sie noch ein Geschenk auftreiben muss. Das finde ich extrem schade. Da habe ich lieber kein Geschenk. Ich hatte auch nie Groll auf jemanden, weil er oder sie mir nichts gegeben hat. Das ist mir wurst. Schön sind Geschenke, bei denen jemand eine coole Idee hatte, eine Überraschung machen will, etwas Spezielles und Schönes, das passt. Es soll aber nie ein Müssen sein.

Was haben Sie Ihrem Partner Hendrik zu seinem letzten Geburtstag geschenkt?
Wir sind gerade am Studieren. Ich hatte ein ewiges Strickprojekt über ein Jahr: ein Strickjäckchen für ihn aus tollem Garn. Ich habe immer daran gearbeitet und es ihm dann gegeben.

Welches war das schönste Geschenk, das Sie erhalten haben?
Die Privilegien in meinem Leben. Davon habe ich massive und viele. Das sind die grössten Geschenke.

Und materiell?
Unser Brillensponsor hat eine photochromatische Brille, die sich selbst verdunkelt. Ich habe sie mir nie gekauft, weil ich es frech fand, dass wir einen Sponsor haben und ich sie trotzdem nicht bekomme. Ich hatte sie mir lange gewünscht. Hendrik hat sie mir dann einmal bei einer Tour einfach geschenkt. Ich habe mich ultra gefreut. Höllisch cool.

Was möchten Sie in den nächsten 35 Jahren unbedingt erleben?
Das würde heissen, dass ich mindestens 70 Jahre alt werde – das finde ich schon sehr optimistisch von dir (lacht). 

Und was wäre es?
Kriege, den Untergang der Menschen, einen zerstörten Planeten – das möchte ich nicht erleben. Sonst bin ich mega offen und weiss, dass das Leben viel Wunderbares bringt. Mit offenen Armen gehe ich auf die nächsten 35 Jahre zu und bin gespannt, was auf mich wartet.

Ihr Lieblingskuchen oder Ihre Lieblingstorte?
Das ist ein Streitpunkt mit meinem Mami. Sie sagt Quarktorte, ich Schwarzwäldertorte. Kalter Hund habe ich als Kind sehr geliebt. Ich mag Süsses sehr gerne. Cheesecake ist aktuell hoch im Kurs, auch Rüeblichueche. Ich kann mich nicht entscheiden. Also gerne ein Kuchenbuffet (lacht).

Was gab es von Ihren Eltern zum 18. Geburtstag?
Damals hatte ich bei einem Migros-Wettbewerb mitgemacht und ein Essen in «Caduff’s Wine Loft» in Zürich gewonnen – für mehrere Tausend Franken. Wir sind mit 30 Leuten zu meinem 18. Geburtstag hingegangen. Eine riesige Fete.

Was ist besser als jedes materielle Geschenk?
Mega pathetisch: Gesundheit, Frieden, ein gutes Umfeld, eine Natur, die blüht, und Fröhlichkeit.

Sie wollten 2021 in Tokio Ihre Silbermedaille Ihrem Trainer Edi Telser schenken. Warum?
Weil er so viel für uns ackert. Ich war damals noch recht neu im Sport und würde es heute wohl nicht mehr so machen. Ich fand: Das ist seine. Er hat mindestens so viel dafür gemacht wie ich. Das entsprach meinem Inneren. Aus heutiger Sicht muss ich aber auch schmunzeln.

Wann waren Sie das letzte Mal von einer Feier beschwipst?
Ein Weilchen her. Ich trinke sehr selten. 2023 oder 2024 – Ende Jahr, an Silvester.

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