Nati-Goalie Brändli nervenstark
Von der Norovirus-Isolation zur Viertelfinal-Heldin

Sie hielt ihr Team von der Eröffnungsfeier ab – das macht Andrea Brändli mit 40 Saves und dem Shutout im Viertelfinal gegen Finnland aber wieder gut. Nach einer aufreibenden Isolation nach positivem Norovirus-Test bewahrt die Torhüterin ihre Nervenstärke.
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Als die Finninnen in der Schlussphase des Viertelfinals nochmals Druck machen, behält Nati-Torhüterin Andrea Brändli Ruhe und Übersicht.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Schweizerinnen im Halbfinale nach 1:0-Sieg gegen Finnland
  • Brändli glänzte mit 40 Paraden, Kanada wartet im Halbfinal am Montag
  • Die Torhüterin biss sich durch 48 Stunden Isolation nach Norovirus-Infektion
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
Nicole Vandenbrouck aus Mailand

Die Schweizerinnen stehen grandios im Halbfinal des Olympia-Turniers – dank Alina Müllers Treffer und dem Shutout von Andrea Brändli beim 1:0-Sieg über Finnland.

Die 28-jährige Torhüterin behält Ruhe und Übersicht in der heissen Schlussphase, in der die Gegnerinnen nochmals alles versuchen und zu Top-Chancen kommen. Dort glänzt die Zürcherin mit Big Saves, am Ende sind es 40 Paraden. Brändli weiss: «Meine guten Nerven sind meine Stärke.»

Dass sie so abgeklärt geblieben ist, ist nach der mühsamen Startwoche nicht selbstverständlich. Zur Erinnerung: Nach dem Auftaktspiel gegen Tschechien wird bekannt, dass eine Nati-Spielerin positiv auf das Norovirus getestet und vom Team isoliert worden ist. Es wird beschlossen, dass die ganze Mannschaft auf die Teilnahme an der Eröffnungsfeier verzichtet. Da Saskia Maurer in den ersten beiden Partien zwischen den Pfosten steht, steht schnell fest: Brändli hat es erwischt. Ihr Glück: «Ich hatte praktisch keine Symptome.»

Hilfe von der Sportpsychologin via Telefon

Doch die Torhüterin, die bei Frölunda in der schwedischen SDHL spielt, gesteht: «Diese Isolation war die grösste Herausforderung in meiner Karriere. Denn ich hatte davor eine so gute Saison und super Vorbereitung.»

48 Stunden muss Brändli im Olympischen Dorf allein auf ihrem Zimmer bleiben. «Das Essen wurde mir gebracht. Ich habe viel Olympia am TV geschaut, natürlich die Spiele meines Teams.» Das Wichtigste für sie in diesen zwei Tagen: «Ich konnte mit der Sportpsychologin ein längeres Gespräch führen, das hat geholfen.» Am Telefon natürlich, «sie sass ein Stockwerk unter mir in ihrem Zimmer».

SCB-Maurer hat Brändli bestens vertreten, «am Goalie hat es bei uns noch nie gelegen», sagt mit Alina Müller die einzige Torschützin des Viertelfinals. «Unsere zählten schon immer zu den Besten.» Doch Brändlis Shutout im Viertelfinal ist entscheidend, dass die Nati nun um eine Olympia-Medaille spielt.

Im Halbfinal wartet am Montagabend Favorit Kanada, für die Schweizerinnen gehts am Donnerstag wohl gegen Schweden um Olympia-Bronze. Für die beiden Duelle wird sich für Headcoach Colin Müller die Torhüterinnen-Frage stellen: «Das wird ein schwieriger Entscheid.»

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