Die Familie Kambundji hat schon einiges an olympischer Erfahrung vorzuweisen: Mujinga Kambundji (33) nahm bereits dreimal an Olympischen Spielen teil (Rio de Janeiro, Tokio, Paris), Ditaji Kambundji (23) ist in Tokio 2021 und Paris 2024 ebenfalls gestartet. Die Eltern Kambundji, Ruth und Safuka, waren ausser an den Corona-Spielein in Tokio auch immer mit von der Partie, sie haben ihre Töchter im Olympischen Dorf besucht und natürlich im Stadion die Daumen gedrückt.
Nun kommt ein neuer olympischer Meilenstein zum Palmarès der Familie hinzu: Winterspiele. Denn Muswama Kambundji (30) qualifizierte sich als Bob-Anschieberin für die Spiele in Italien und ist nun das erste Mal nicht nur Zuschauerin, wie sie es Jahre lang auf den Rängen neben ihren Eltern war, sondern mittendrin im Geschehen. Auch wenn sie sich mit der Rolle als Ersatzfrau begnügen muss. Olympia ist Olympia. «Ich freue mich riesig für Muswama, dass sie es hierhin geschafft hat», sagt Ruth Kambundji.
Im Pin-Tausch-Rausch
Die Mutter ist mit ihrem Mann ihrer Schwester Edith, ihrer Tochter Mujinga und dem drei Monate alten Enkelsohn nach Cortina gereist. «Wir mussten andere Schuhe mitnehmen als bei Sommerspielen», sagt sie. Ansonsten findet sie, dass sich Winterspiele nicht so sehr von jenen im Sommer unterscheiden. «Die Stimmung ist sehr ähnlich, die Leute sind fröhlich», sagt Ruth Kambundji.
Auch für sie sind Olympische Spiele immer ein Highlight. «Es hat sowas Verbindendes, weil es internationaler und vielfältiger ist als die anderen Wettkämpfe unserer Töchter.» So erzählt sie auch begeistert, wie schön es im Olympischen Dorf war in Cortina. «Wir kamen schnell mit den Athleten dort ins Gespräch und haben fleissig Pins getauscht.»
Winterwunderland
Der Besuch im Olympischen Dorf war auch für die grosse Schwester von Muswama, Mujinga Kambundji, ein Highlight. «Es ist für mich das Schönste, Muswama in diesem Setting zu erleben», sagt die Sprinterin, die gerade am Comeback nach der Schwangerschaftspause arbeitet.
Sie selber erinnert sich gerne an die Zeit im Olympischen Dorf zurück, egal ob in Rio, Tokio oder Paris. «Das Dorfleben ist für mich das Speziellste an Olympischen Spielen», sagt die Bernerin zu Blick. Und so habe sie auch interessiert beobachtet, wo die kleine Schwester lebt und isst, und wie sich das Olympische Dorf, der Trailerpark, in Cortina von jenen in den Grossstädten der Sommerspiele unterscheidet.
Für Mujinga Kambundji ist es das erste Mal, dass sie Olympische Spiele nicht als Athletin, sondern als Zuschauerin erlebt. Der grösste Unterschied: «Man muss so viel laufen!» Als Athletin halte man sich hauptsächlich im Dorf auf und wird dann mit dem Bus von dort direkt zur Wettkampfstätte gefahren.
Grundsätzlich müsse man sich um nichts kümmern. «Als Zuschauerin ist das schon anders, da muss man selber schauen. Und die Wege sind bedeutend länger», sagt sie. Wobei man anmerken muss, dass die Bobbahn in Cortina eine der abenteuerlichsten Wettkampfstätten ist: Von der Ticketkontrolle aus müssen die Zuschauerinnen und Zuschauer einen Hügel hochlaufen, da haben es die Athletinnen und Athleten mit dem Shuttlebus deutlich einfacher.
Trotz den längeren Fusswegen und der Kälte: Mujinga Kambundji mag Olympische Spiele auch aus Sicht der Zuschauerin. «Als wir angekommen sind, hat es geschneit. Da sah alles so schön aus, Cortina ist ein richtiges Winterwunderland», schwärmt sie. Da geht die Kälte schnell vergessen, ausserdem sei sie auch warm angezogen. Wobei sie outfittechnisch nicht an ihren Sohn Léon herankommt, denn der zieht in seinem süssen Bärchen-Anzug alle Blicke auf sich.
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