Darum gehts
- Noé Roth und Co. holen Silber im Mixed-Wettbewerb in Livigno
- Roth und Werner setzen Medaillenwette um: radikale Frisuren
- Kozomara mit Sturz im Superfinal, doch Schweiz überzeugt mit Top-Sprüngen
Als Blick Noé Roth (25) vor den Winterspielen mit der traditionellen Medaillenwette konfrontiert, muss er nicht lange überlegen. «Dann schneide mich mir einen Mullet», sagt er grinsend, also einen radikalen Seitenschnitt mit dem Rasierer – bis ganz auf die Kopfhaut.
Eine hübsche Frisur? Geschmacksache. Verrückt ist sie allemal. Und sie wurde von Roth nach dessen Silbermedaille am Freitag ruckzuck umgesetzt. Und das nicht nur von ihm. Auch Teamkollege Werner hat mitgemacht bei dieser haarigen Angelegenheit, die an die Aktion der Ski-Stars bei der WM 2025 erinnert. Und dann? Fliegen Roth und Werner, zusammen mit Teamküken Lina Kozomara (20) im Mixed-Bewerb frisch frisiert zum nächsten Coup. Wieder Silber!
Es ist ein sensationeller Erfolg, der so nicht erwartet werden konnte und der auch durch Patzer der Konkurrenz zustande kam. Und: Durch hervorragende Sprünge von Roth und Werner, nachdem Kozomara im Superfinal gestürzt war und die Schweiz so zunächst in Rücklage gebracht hatte.
Studentin Kozomara unverhofft aufs Podest
Während China überraschend nur auf Platz drei landet, siegen die USA überlegen mit grossem Vorsprung. Das Schweizer Edelmetall ist derweil die Belohnung für einen tollen olympischen Auftritt des gesamten Teams.
Der Baarer Roth doppelt nach dem Einzel nach, die Rifferswiler Olympia-Debütantin Kozomara feiert früh in ihrer Karriere einen weiteren Grosserfolg, nur zwei Monate nach ihrem Weltcup-Debüt und ein Jahr nach WM-Bronze im Mixed. Vor Kurzem noch ein unbeschriebenes Blatt, ist die ETH-Studentin (Gesundheitswissenschaften und Technologie) jetzt schon reich dekoriert. Und für Werner ist es nach dem Drama im Einzel, als er trotz starker Leistung nur Fünfter wurde, eine verdiente Erlösung.
Auf Werner wartet ein Tattoo, auf Kozomara der Rasierer
Der Skiakrobat aus Marthalen, der wie Roth einen Turn-Hintergrund sowie einen Kaufmann-Nebenjob hat, zeigt wie schon am Freitag eine Weltklasse-Performance und macht damit seine grosse Fangemeinde in Livigno glücklich. «Flieg, Piri, flieg» steht auf einem Banner der zahlreichen, mitgereisten Supportern.
Und übrigens: Noch nicht alle Wetteinsätze sind eingelöst. Werner, der mit dem Restaurantbetrieb «Frohe Aussicht» seiner Mutter, Grossmutter und Tante in Alten ZH aufgewachsen ist, sollte noch tätowiert werden. Konditionstrainer Gary Bernasconi darf nun für ihn ein Sujet auswählen. Und Kozomara kündigt im SRF-Interview lachend an, dass jetzt auch ihre Haare dran glauben müssen: «Ich weiss noch nicht wie viel, aber ein bisschen kommt wohl weg.»
