Der Medaillen-Rekord an Winterspielen ist geknackt
So gut waren wir noch nie – und es geht noch mehr!

Forza Svizzera! Die Schweizer haben an den Winterspielen in Mailand/Cortina bereits 17 erstklassige Auftritte in Schnee und Eis gezaubert. Und es wartet beim Rekord-Medaillenfest erst noch das Schluss-Feuerwerk.
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Mamma mia! Noé Roth sorgt für eine neue Medaillen-Bestmarke an Winterspielen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweiz feiert in Milano/Cortina 2026 Rekord mit 16 Medaillen
  • Noé Roth gewinnt historische Silbermedaille mit spektakulären Aerials-Sprüngen
  • Bislang sechs Goldmedaillen, Frauen-Curling-Team spielt Sonntag um weiteren Sieg
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Marco PescioReporter Sport

Zwei Rückwärtssalti mit je zwei Schrauben und gleich noch ein Salto mit einer weiteren Schraube: Auf würdigere Art hätte Noé Roth (25) seine historische Silbermedaille im Aerials kaum gewinnen können. Der Weltmeister ist jetzt auch Olympia-Held – und katapultiert damit die ganze Sport-Schweiz in neue Sphären.

Sein Coup ist die 16. Medaille an Winterspielen, womit ein neuer Schweizer Rekord Tatsache ist. Wenige Stunden später schrauben die Curling-Männer die Marke gar noch auf 17 hoch. Und das bereits am drittletzten Wettkampftag – und mit der grossen Kür am Samstag und Sonntag noch vor Augen. Der «bel paese», das «schöne Land», wird seiner poetischen Bezeichnung dieser Tage aus Schweizer Sicht absolut gerecht.

Bis dato lag der Bestwert der Schweizer Winterdelegationen bei 15 Mal Edelmetall. Eingefahren in Calgary 1988, Pyeongchang 2018 und Peking 2022, wobei hier der Einordnung halber nicht fehlen darf, dass 1988 noch deutlich weniger Disziplinen ausgetragen wurden. Sparten wie Aerials, Ski Freestyle oder Skibergsteigen steckten damals noch in den olympischen Kinderschuhen – oder gar noch in den Sternen.

Trotzdem geht Milano/Cortina 2026 in die Schweizer Sportgeschichte ein. Es ist jener Fall eingetreten, von dem man bei Swiss Olympic insgeheim geträumt hatte, der aber partout nicht als offizielles Ziel herausgegeben werden wollte. Man orientiere sich an Pyeongchang und Peking, hatte Delegationschef Ralph Stöckli (49) im Vorfeld erklärt, ein klar definiertes Medaillenziel bezeichnete er hingegen als nicht mehr zeitgemäss. Doch dann legten die Eidgenossen direkt am ersten Wettkampftag los wie die Feuerwehr.

Ein italienisches Festmahl

Franjo von Allmens (24) Abfahrtsstreich gleicht einem grossartigen Antipasti-Teller mit Geschmacksexplosion. Die alpinen Skifahrer haben ohnehin grossen Anteil daran, dass diese Winterspiele zum echten Leckerbissen wurden. Total neun Medaillen gehen auf ihr Konto – bejubelt von Triple-Olympiasieger von Allmen, den ebenfalls dreifachen Medaillengewinnern Marco Odermatt (28) und Loïc Meillard (29) sowie Tanguy Nef (29) und Camille Rast (26), die zum Abschluss der Ski-Bewerbe mit Slalom-Silber doch noch die Frauen-Ehre rettete.

Mathilde Gremaud krönte sich zum zweiten Mal zur Slopestyle-Königin und Marianne Fatton (30) durfte sich bei der Premiere ihrer Sportart allererste Skibersteig-Olympiasiegerin nennen. Sie haben sich genauso ein feinen Vino Rosso zu einer leckeren Portion Pasta verdient, wie das Langlauf-Teamsprint-Duo Nadine Fähndrich (30) und Nadja Kälin (24), Aerials-Ass Roth sowie Skicross-Edelmetallgarantin Fanny Smith (33), die jeweils Silber um den Hals gehängt bekamen.

Eine schöne Olympia-Story lieferte auch Skisprung-Sensation Gregor Deschwanden (34), der mit seiner Bronzemedaille sich selbst am meisten überraschte und die Kleidung für die Siegerehrung gar nicht erst mitgenommen hatte. Und die Hockey-Frauen belohnten sich für ein starkes Turnier mit der verdienten Bronzemedaille – und hinterher, um die Speicher wieder aufzufüllen, wohl mit Pizza oder einem saftigen «Bistecca alla Fiorentina».

Curling ist nun Trumpf

17 Medaillen sind eine Rekordausbeute. Doch jetzt wird es noch besser. Denn mit Blick auf die Statistik winkt nicht nur der Ausbau des Medaillenrekords, sondern explizit auch jener beim begehrtesten Edelmetall. Mit einem weiteren Olympiasieg wäre die Bestmarke von sieben Goldenen an Winterspielen eingestellt. Das Frauen-Curling-Team um Skip Silvana Tirinzoni (46) hat am Sonntag im Final die grosse Chance dazu. Es wäre das perfekte Dessert. Ein Tiramisu oder Gelato, wenn man so will.

Ausserdem liegt heute auch beim Mixed-Bewerb im Skibergsteigen ganz viel drin. Und natürlich im Skicross. Dort feierten die Männer 2022 einen Doppelsieg. Und wer weiss? Vielleicht gelingt Livio Wenger (33) im Eisschnelllauf-Massenstartrennen ein Exploit. Oder die Aerials-Akrobaten zaubern im Mixed solch tolle Sprünge in die Luft, dass die Juroren gar nicht anders können, als uns weiteren Jubel zuzugestehen.

Die Curling-Männer um Skip Yannick Schwaller (30) haben es am Freitagabend vorgemacht. Ihre Bronzemedaille hat das Schweizer Schluss-Furioso an diesen Spielen eingeläutet.

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