«Glück in Unglück»
Nati-Star verpasste Olympia-Duell mit Heimatland um ein Haar

Ein gerissenes Innenband machte ihr beinahe einen Strich durch die Olympia-Rechnung. Doch das Knie von SCB- und Nati-Stürmerin Kaleigh Quennec hält – dank einer Schiene. Die Doppelbürgerin: «Ich hatte Glück im Unglück.»
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Nati-Stürmerin Kaleigh Quennec ist kanadisch-schweizerische Doppelbürgerin.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Kaleigh Quennec kämpfte nach Verletzungen für Rückkehr für Olympia
  • Schweizer Nati trotz Norovirus-Alarm bereit für Olympia-Spiel gegen Kanada
  • Keine zweistelligen Niederlagen seit 2022, zuletzt 0:3 und 0:4 verloren
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Nicole VandenbrouckReporterin Eishockey

Die Olympia-Saison ist die ungünstigste für langwierige Verletzungen. Genau diesen Zonk hat Kaleigh Quennec gezogen. Zunächst setzt eine Fussverletzung die SCB-Stürmerin und Nati-Leistungsträgerin ausser Gefecht. Wieder zurück, zieht sie sich Anfang Januar einen Innenband-Riss am Knie zu beim 10:0-Sieg gegen Neuchâtel. «Bei einer komischen Bewegung ist es passiert», erzählt die 27-Jährige.

Es sei bisher wirklich keine Saison gewesen, wie man sie sich wünscht. «In den letzten 15 Jahren hatte ich nie grosse Verletzungen.» Doch mit dem Olympia-Ziel vor Augen legt sie sich in der Reha für ihre Rückkehr ins Zeug. Das Timing geht auf: «Die Arbeit zahlt sich aus, ich bin hundertprozentig fit und habe keine Schmerzen.» Schlittschuhlaufen bereitet ihr dank einer Knie-Schiene, an die sie sich mittlerweile gewöhnt hat, keine Probleme. Ein solcher Rückschlag könne einen brechen oder anstacheln, «mich hat es zusätzlich motiviert».

Der Auftakt ins Olympia-Turnier ist den Schweizerinnen gelungen. Einen 1:3-Rückstand dreht die Nati gegen Tschechien in einen 4:3-Penaltysieg. Danach der Schock: Norovirus-Alarm! Das Team wird wegen eines positiv getesteten Falls nach dem Spiel sicherheitshalber abgeschottet und verzichtet auf die Eröffnungsfeier am Freitagabend. 14 Stunden später eine erlösende Nachricht: Zum heutigen Knüller gegen Kanada kann die Nati auflaufen, keine weiteren Spielerinnen zeigen Symptome.

Für Quennec ein besonderes Duell. Die Tochter von Ex-Servette-Präsident Hugh Quennec (60, Ka) ist kanadisch-schweizerische Doppelbürgerin. «Ich bin in Kanada aufgewachsen, habe dort mehrere Jahre gespielt und immer noch viele Verwandte dort. Ein Teil meiner Familie kommt extra für dieses Turnier aus Vancouver.»

Trotz Fortschritten: Kanada eine Nummer zu gross

Trotz der Fortschritte des Schweizer Frauen-Hockeys: Kanada ist für unsere Nati weiterhin eine Nummer zu gross. Dennoch, berichtet Quennec, hat sich etwas Grundlegendes verändert in den letzten Jahren: «Der Unterschied ist, dass wir heute auch wissen, was wir leisten können. Früher hatten wir vielleicht zu viel Respekt. Wir haben diesen Teams (Kanada, USA, die Red.) beim Spielen zugeschaut, ihre Spielerinnen und deren Karrieren bewundert.» Dieser Respekt sei auch heute noch da, «aber er ist anders. Wir respektieren ihr Können und ihre Erfahrung, aber wir gehen nicht mehr mit dem Gedanken aufs Eis, keine Chance zu haben».

In Zahlen ausgedrückt: Die Niederlagen sind seit vier Jahren nicht mehr im zweistelligen Bereich gewesen. An den letzten beiden WM-Turnieren hat die Nati 0:4 und 0:3 verloren. Die letzten Tore gegen die fünffachen Olympiasiegerinnen sind den Schweizerinnen an der WM 2022 gelungen (1:4 im Gruppenspiel, 1:8 im Halbfinal).

Laut Quennec widerspiegeln die nackten Resultatzahlen die Verhältnisse auf dem Eis nicht. «Wir sind nicht mehr so passiv. Wir können mithalten, körperbetont spielen und unseren Plan konsequent umsetzen.» Auch taktisch habe man sich deutlich verbessert. «Früher haben wir viel Zeit mit Verteidigen verbracht. Wir standen wie Hütchen in der Verteidigungszone. Jetzt können wir sie stören, ihre Angriffe blockieren und mit ihnen mithalten.» Wie gut, zeigt sich heute Abend im ausverkauften Stadion.

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