Sanft taucht Annette Fetscherin (42) den Pinsel in weisse Acrylfarbe. In Trainerhosen und Badelatschen steht die SRF-Moderatorin an einer Holzstaffelei in ihrem Wohnzimmer in Winterthur ZH und betrachtet ihr Werk prüfend. Vor türkisfarbenem Hintergrund prangt ein beiges Pferd mit halb fertiger Poloreiterin auf dem Rücken. «Das ist meine Lieblingsstute Paloma. Und die Reiterin bin ich», erklärt sie und führt aus: «Ich male mega gern! Es ist fast zur Sucht geworden.»
Zur Kunst hat Fetscherin im letzten Oktober gefunden. «Mein Motiv ist dabei immer das Poloreiten», sagt die Pferdeliebhaberin, die seit ihrem fünften Lebensjahr im Sattel sitzt. Im Frühling und Sommer steht sie regelmässig auf dem Platz oder verbringt viele Stunden im Stall. Doch im Herbst und Winter macht die Polosaison Pause. «Diese Welt fehlt mir dann sehr», gesteht sie. «Deswegen male ich sie jetzt. Und dabei kann ich wunderbar runterfahren.»
Während die Reiterin auf dem Bild Gestalt annimmt, erzählt sie vom Anstoss für das kreative Hobby, das sie künftig mit Kursen vertiefen will. «Eine Freundin hat mir ihre Bilder gezeigt, und ich hatte so Freude daran», erinnert sich die Thurgauerin, die bereits als Jugendliche viel zeichnete – damals am liebsten in ihre Lateinbücher. «Ich fragte, ob sie mir auch eins malen würde, und sie meinte, ich solle es selbst versuchen.» Gesagt, getan!
Ein Ort zum Auftanken
Seither ist die Staffelei zum fixen Inventar ihrer Stube geworden. Mittlerweile zieren vier eigene Werke die Wände der Zweieinhalb-Zimmer-Wohnung, die sie vor anderthalb Jahren bezogen hat. «Ich habe beim Besuch im Restaurant um die Ecke erfahren, dass hier gebaut wird, und mich sofort für die Wohnung entschieden», verrät Fetscherin und lässt ihren Blick durch den lichtdurchfluteten Raum schweifen. «Ich fühle mich sehr wohl. Meine Familie lebt in der Nähe, in 20 Minuten bin ich bei der Arbeit. Auch meine Pferde und der Poloklub sind nicht weit entfernt – es ist perfekt!»
Daheim zu sein, ist für die Journalistin ein wichtiger Gegenpol zu ihrem Berufsleben. Seit 2017 arbeitet Fetscherin bei SRF Sport. Sie moderiert unter anderem bei Fussball-EMs, Eishockey-WMs sowie in der Super League. Zudem ist sie als Reporterin bei Sportevents im Einsatz. Langeweile verspürt sie auch nach all den Jahren nicht. «Es ist noch immer voll mein Ding», sagt sie, während sie sich frisch gebrühten Kaffee eingiesst. «Die Sportwelt verändert sich ständig, neue Gesichter und Geschichten kommen dazu. Das finde ich super spannend.»
Gleichzeitig sei der Job aber auch kräftezehrend. Besonders im Winter. «Dann bin ich wirklich sehr viel unterwegs. Es sind oft schöne Orte, von denen aus ich arbeite», erzählt sie. «Doch ein Hotel ist nicht dasselbe wie das eigene Zuhause.» Nach langen Arbeitstagen vermisse sie ihren freien Raum umso mehr. «Während ich am Anfang alles aufsaugen und so viel wie möglich erleben wollte, habe ich mit der Zeit gemerkt, dass ich mich selbst ein bisschen schützen muss. Langfristig wäre ich sonst ausgebrannt», gesteht Fetscherin. «Ich kam nach Einsätzen zurück und hatte teils das Gefühl, völlig leer zu sein. Heute gehe ich bewusster damit um und nehme mir nach intensiven Phasen frei, um aufzutanken.»
Zufrieden mit dem Single-Leben
Der turbulente Alltag wirkte sich auch auf ihr Liebesleben aus. Ihre Beziehung mit Ex-Weltklasse-Fechter Benjamin Steffen (43), die sie im Oktober 2023 öffentlich machte, ging in die Brüche. «Wir sind seit letztem Frühling nicht mehr zusammen», sagt die Journalistin. Die Trennung sei im Guten erfolgt, wie sie betont. «Wir haben es einfach nicht geschafft, unsere Lebenssituationen unter einen Hut zu bringen», erklärt Fetscherin und führt aus: «Ich war sehr viel unterwegs, habe oft abends und an Wochenenden gearbeitet. Ich kann von niemandem erwarten, immer dann Zeit zu haben, wenn ich gerade frei bin.» Gleichzeitig könne sie selbst auch keine konstante Präsenz bieten. «Eine schwierige Mischung», resümiert sie.
Mit dem Single-Dasein geht Fetscherin entspannt um. «Ich brauche keine Beziehung, um glücklich zu sein», hält sie fest und nippt an ihrem Kaffee. Sie habe ein starkes Umfeld und Hobbys, die ihr viel geben. «Mir fehlt es an nichts.» Der Liebe verschliessen wolle sie sich aber nicht – auch wenn sie derzeit nicht aktiv auf der Suche sei. «Wenn jemand kommt, für den mein Alltag passt, bin ich offen. Es ist schön, wenn man das Leben mit einem Menschen teilen kann.»
Die Familienplanung ist kein Thema mehr
Neben ihrem Blick auf Beziehungen hat sich mit den Jahren auch jener zum Thema Familie verändert. «Mit 25 dachte ich immer, dass ich irgendwann Kinder haben werde», erzählt Fetscherin, die drei Geschwister hat und mehrfache Tante ist. «Weil das in unserer Gesellschaft irgendwie dazugehört.» Doch der endgültige Wunsch blieb aus. «Heute ist die Familienplanung für mich kein Thema mehr. Und mit diesem Entscheid geht es mir wunderbar.» Schmunzelnd fügt sie an: «Mein Leben ist ja auch so sehr gut gefüllt!»
Dies zeigt sich in ihrer eng getakteten Agenda. Bis am 22. Februar berichtet sie mit Sascha Ruefer von den Olympischen Winterspielen in Italien. Acht Stunden täglich ist sie auf Sendung. Dazu kommen ein paar Stunden jeden Tag für Vorbereitung, Anreise ins Studio und Maske. «Es ist anstrengend, aber die Freude ist riesig. Olympia ist jedes Mal ein Highlight», schwärmt sie. Nicht nur wegen der Wettkämpfe, auch wegen der besonderen Atmosphäre. «Man arbeitet extrem eng zusammen und kommt in einen Fluss, den man sonst nicht hat.»
Ihre Lieblingsdisziplinen sind Eishockey und Ski. «Wahrscheinlich kann ich kein Spiel oder Rennen vor Ort schauen, weil die Distanzen zwischen den Austragungsorten zu gross sind.» Doch genauso freut sie sich auf ihre Gäste im Studio. Wen sie gerne am Moderationspult begrüssen würde? «Die Skirennfahrerin Camille Rast», verrät Fetscherin, während sie sich wieder der Leinwand zuwendet. «Sie ist genauso pferdebegeistert wie ich. Wahrscheinlich würden wir am Anfang nur darüber quatschen.» Sie lacht – und taucht den Pinsel sanft in die Acrylfarbe.
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