«Es sind gemischte Gefühle»
Warum Kambundjis Olympia-Märchen im Bob einen Haken hat

Muswama Kambundji (30) schreibt Familiengeschichte: Sie qualifiziert sich als Bob-Anschieberin für die Winterspiele. Die Freude ist auch bei Ditaji und Mujinga riesig – auch wenn sich die zweitjüngste Kambundji mit der Ersatzrolle zufrieden geben muss.
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Muswama Kambundji: Als dritte Olympionikin der schnellen Familie ist sie die erste an den Winterspielen.
Foto: BENJAMIN SOLAND

Darum gehts

  • Muswama Kambundji (30) wird Bob-Ersatz-Anschieberin für die Winterspiele 2026
  • Ein Sturz im Weltcup-Finale kostete Kambundji den Olympia-Startplatz
  • Am 28.12.2025 setzte sie sich im Selektionsrennen gegen Mara Morell durch
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Die Fakten sind scheinbar klar – Muswama Kambundji (30) fährt als Bob-Anschieberin an die Winterspiele und fügt damit der ohnehin schon beispiellosen Familiengeschichte rund um die schnellen Schwestern Ditaji (23) und Mujinga (33) ein weiteres Kapitel hinzu.

Die beiden Leichtathletinnen jubeln im Flugzeug zurück aus einem Trainingscamp mit, als die zweitjüngste der vier Schwestern nach dem Bob-Selektionsentscheid in den Familien-Chat anruft: «Sie hatten unglaublich Freude, dass es mir gereicht hat. Sie wissen ja, wie lange ich dafür gearbeitet habe.»

Es gibt nur zwei Startplätze für Anschieberinnen

Doch bei der märchenhaften Geschichte um eine Wintersportlerin namens Kambundji gibt es einen Haken. Die Bob-Athletin wird voraussichtlich ohne Olympiastart bleiben. Kambundji ist nur als Ersatz für die beiden Zweierbobs mit Melanie Hasler/Nadja Pasternack und Debora Annen/Salomé Kora nominiert.

Kambundji zu Blick: «Ich habe gemischte Gefühle. Wie jeder Sportler will man im Olympia-Rennen natürlich mitfahren. Auf der anderen Seite ist es aber auch unglaublich cool, dass ich den Cut geschafft habe und überhaupt so weit gekommen bin.»

Tatsächlich ist Kambundjis Olympia-Reise trotz Ersatzrolle bemerkenswert. Die Bernerin sprintete einst wie ihre Schwestern über die Leichtathletikbahnen, ehe sie in den Bobsport reinschnupperte und nun im Hinblick auf Cortina 2026 alles dem Eiskanal-Abenteuer unterordnete.

Sturz bringt Kambundji um den fixen Olympia-Start

Am für die Anschieberinnen-Selektion alles entscheidenden Stichtag am 28. Dezember in Oberhof (De) liefert Kambundji ab. «Eine Woche davor war ich noch krank», schildert sie, «ich hatte nur ein paar Tage Zeit, um mich wieder aufzurappeln. Ich bin froh, dass es unter diesen Umständen gereicht hat.»

Kambundji sticht beim sogenannten Ausschieben vor allem die Bündnerin Mara Morell (31) aus, die zuletzt Weltcup-Stammkraft war. Dieses Ergebnis öffnet die Olympia-Türe weit: Kambundji darf im Januar mit Pilotin Inola Blatty (27) um den möglichen dritten Schweizer Startplatz kämpfen.

Blatty/Kambundji stürzen in Altenberg heftig
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Olympiatraum geplatzt:Blatty/Kambundji stürzen in Altenberg heftig

Doch dann der heftige Crash von Blatty/Kambundji beim Weltcup-Finale. Der offene Olympia-Platz geht an Kanada. «Altenberg war stressig. Es war cool, noch um die grosse Chance fahren zu können. Doch Stürze gehören dazu. Aber sehr schade, dass es ausgerechnet in diesem Rennen passierte», sagt Kambundji, die wie Blatty ohne gröbere Verletzungen davonkommt.

So bleibt der drittschnellsten Anschieberin die Ersatzrolle. Und das Wissen, dass sie bei einem Ausfall plötzlich doch zum Zug kommt. Kambundji: «Ich wünsche niemandem etwas Schlechtes. Wenn was ist, dann bin ich parat. Und sonst unterstütze ich beide Teams einfach so gut wie möglich.»

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