Auf letzten Drücker geschafft
Zürcher Oberländer weinte wegen Olympia-Quali «wie ein kleines Kind»

Es ist eine Geschichte wie aus dem Bilderbuch: Der Schweizer Langläufer Nicola Wigger zittert bis zum allerletzten Weltcup-Rennen – und erfüllt sich doch noch den grossen Traum. Mit einem Exploit vor Heimpublikum schafft er in extremis die Olympia-Qualifikation.
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«Ich habe geweint wie ein kleines Kind.» Die Freude bei Nicola Wigger ist riesig!
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Nicola Wigger qualifiziert sich im Goms für Olympia 2026 in Italien
  • Mit Rang 21 erfüllt er die Selektionskriterien von Swiss Olympic
  • Wigger kennt man in den Sozialen Medien bereits bestens
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Benjamin GwerderRedaktor Sport

Für viele mag der Name Nicola Wigger (24) noch unbekannt sein. Doch zumindest in den sozialen Medien ist der Zürcher Oberländer längst eine feste Grösse. Seit neun Monaten nimmt der Langläufer seine Community durch wöchentliche Videos mit in den Alltag eines Profisportlers. 

Schon im ersten Clip stellte er damals klar: «Seit ich zwölf bin, möchte ich an die Olympischen Spiele.»

Auf den letzten Drücker wird dieser «Kindheitstraum» nun tatsächlich Realität. Wigger schafft die Olympia-Qualifikation im letzten Weltcup-Rennen vor den Spielen. Zwar erfüllt er dank Rang zwei im zweiten Europacup-Rennen der Saison bereits früh die halben Selektionskriterien von Swiss Olympic, doch für das Ticket nach Italien fehlt ihm bis zum letzten Rennen vor Olympia ein Top-25-Resultat auf höchster Stufe.

Und genau daran beisst sich Wigger bis zum letzten Wochenende die Zähne aus. Die Resultate pendeln meist zwischen Rang 35 und 50 hin und her. «Meine Zuversicht vor den Rennen im Goms war deshalb nicht sehr gross», gibt er zu. «Aber ich wusste: Solange es eine Chance gibt, gebe ich nicht auf.»

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«Emotionen kamen noch vor der Überquerung der Ziellinie»

Und siehe da: Im Goms geht der Knopf für den Gibswiler tatsächlich auf. Mit Rang 21 läuft Wigger sein zweitbestes Weltcup-Resultat heraus und erfüllt damit auch die zweite Hälfte der Selektionskriterien. Im Video nach dem Rennen sagt er: «Trotz der hohen Startnummer habe ich schnell gemerkt, dass ich mich verdammt gut fühle. Angepeitscht von der super Stimmung war mir plötzlich klar: Das ist der Tag.»

«Die Emotionen kamen deshalb noch vor der Überquerung der Ziellinie», sagt Wigger. «Ich wusste, dass das die Selektion für Olympia ist.» Nach dem Rennen brachen dann alle Dämme: «Als ich mein Mami umarmen durfte, weinte ich wie ein kleines Kind. Es bedeutet mir wirklich extrem viel.»

Wigger wusste schon vor der Ziellinie, welche Bedeutung seine Platzierung hat.
Foto: keystone-sda.ch

Sein Fokus an Olympia liegt auf der Staffel

Tags darauf folgte für den werdenden Olympioniken dann bereits der nächste Gänsehautmoment: Wigger durfte am Montag in Dietikon ZH seine Olympia-Bekleidung abholen. Für Athleten, die zum ersten Mal an Olympische Spiele reisen dürfen, ist das besonders speziell. Die junge Bob-Pilotin Debora Annen (23) bringt es auf den Punkt: «Das ist wie Weihnachten und Geburtstag zusammen. Es ist, als ob man in ein Sportgeschäft läuft und einfach alles mitnehmen darf.» 

Die olympischen Langlaufrennen finden in diesem Jahr im Val di Fiemme statt. Die ersten Medaillen werden am 7. Februar an die Frauen verteilt. Am Sonntag 8. Februar greifen dann auch die Männer in die Entscheidung ein. Wann Wigger zum Zug kommt, ist noch nicht ganz klar. Wie er dem «Zürcher Oberländer» sagt, ist sein wichtigstes Rennen aber ganz klar die Staffel. Diese findet am Sonntag 15. Februar statt. 

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