Nach Boykott von Schweizer Bob-Star
Jetzt meidet auch Europameisterin Hasler die Unglücksbahn

Doppel-Europameisterin Melanie Hasler (27) verzichtet auf das Weltcup-Finale auf der gefährlichen Bahn in Altenberg. Für Pilotin Inola Blatty und Anschieberin Muswama Kambundji gehts hingegen um das Olympiaticket.
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Melanie Hasler holte in St. Moritz beide EM-Titel: Jetzt verzichtet sie auf das Weltcup-Finale und konzentriert sich schon auf Olympia.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Melanie Hasler verzichtet auf Weltcup-Finale vor Olympia in Cortina
  • Bob-Europameisterin meidet gefährlichste Bahn des Weltcups in Altenberg
  • Inola Blatty kämpft gegen Kanadierin um Olympia-Ticket
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Matthias DubachLeiter Reporter-Pool Blick Sport

Sie war mit ihrem doppelten EM-Gold die grosse Figur der Heimrennen in St. Moritz: Die Aargauerin Melanie Hasler (27) räumte im Natureiskanal runter nach Celerina GR voll ab. Wer die sonst dominanten Deutschen schlägt, kann sich auch für die Olympischen Spiele nächsten Monat in Cortina (It) Hoffnungen auf Spitzenränge machen. 

Nun erfuhr Blick: Hasler wird bis zum grossen Highlight der Saison auf der brandneuen Bahn in Cortina gar kein Rennen mehr bestreiten. Sie verzichtet am nächsten Wochenende auf das Weltcup-Finale im Eiskanal im deutschen Altenberg – wie auch ihr Freund Michael Vogt (28). Der Schweizer erklärte bereits letzte Woche, dass er wegen des schweren Unfalls seines Anschiebers Sandro Michel (29) vor zwei Jahren auf der deutschen Unglücksbahn das Rennen boykottiert und stattdessen lieber den Europacup-Event in Innsbruck bestreitet. 

Hasler fährt auch nicht mehr wie Vogt im Europacup

Dass die gefährlichste Bahn ausgerechnet kurz vor Olympia befahren wird, stösst in der Bob-Szene nicht gerade auf viel Verständnis. Es ist zu hören, dass viele Teams in den Trainings diese Woche weniger fahren wollen als sonst, um das Verletzungsrisiko vor den Winterspielen zu minimieren. 

Hasler hingegen pausiert nach dem goldenen St. Moritzer Wochenende nun ganz und bereitet sich in aller Ruhe auf ihre zweiten Olympischen Spiele vor. In Italien starten will auch Aufsteigerin Inola Blatty (27). Für die Aargauerin und ihre Anschieberin Muswama Kambundji (30) wird das Wochenende in Altenberg zum Krimi ums Olympia-Ticket. Das Nationenranking ist so, dass die Schweiz oder Kanada bei Olympia einen dritten Startplatz erhalten.

Blatty/Kambundji jagen das dritte Schweizer Olympia-Ticket

Die komplizierte Rechnerei während der Saison ist nun plötzlich ganz simpel: Holt Blatty an den beiden Renntagen mehr Punkte als die kanadische Rivalin Bianca Ribi (29), fährt sie zum krönenden Abschluss ihrer ersten Weltcup-Saison und als Anschieberin höchstwahrscheinlich auch Kambundji nach Cortina. 

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Das Fehlen von Teamleaderin Hasler hat beim Schweizer Kampf um den dritten Olympia-Startplatz keinen Einfluss. Debora Annen (23) kann mit der Selektion als Schweiz 2 fix rechnen. 

Bei den Männern ist es Timo Rohner (28), der in der gefährlichen und bei den Ergebnissen stets unberechenbaren Bahn von Altenberg um den dritten Schweizer Startplatz fährt. Beim Zuger muss im Kampf gegen die USA und Kanada aber mehr zusammenkommen als bei den Frauen, damit ein Schweizer Trio qualifiziert ist.

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