Darum gehts
- Blick-Leser stimmten über eine Volksabstimmung zu Olympia 2038 ab
- 55 Prozent bevorzugen regionale Entscheide über landesweite Abstimmungen
- 200 Millionen CHF Bundesbeitrag geplant, die Vergabe der Spiele naht
Braucht es für Olympia 2038 eine nationale Volksabstimmung – oder sollen lediglich die betroffenen Regionen entscheiden? Mehr als 5000 Blick-Leserinnen und Leser haben diese Frage inzwischen beantwortet – und dabei für eine überraschende, aber nicht eindeutige Antwort gesorgt.
Denn anders als es die teils lautstarken Kommentarspalten vermuten liessen, spricht sich eine Mehrheit der Leserinnen und Leser gegen eine landesweite Abstimmung aus. 55 Prozent finden, dass die Entscheidung in erster Linie bei den direkt betroffenen Austragungsorten liegen soll.
43 Prozent hingegen sind gleicher Meinung wie die SVP und die Grünen und plädieren dafür, dass das gesamte Schweizer Stimmvolk über Olympia 2038 befinden kann. Nur knapp zwei Prozent zeigen sich ohne klare Meinung.
Resultat deckt sich mit dem dezentralen Konzept der Spiele
Das Resultat offenbart damit eine differenzierte Haltung mit dem Thema: Auch wenn für das Vorhaben ein Beitrag von 200 Millionen vom Bund kommen soll, gewichtet eine Mehrheit die regionale Betroffenheit stärker als die nationale Mitsprache.
Dieses Denken deckt sich mit dem dezentralen Konzept der Spiele, bei dem verschiedene Regionen als Austragungsorte vorgesehen sind. Wer die Konsequenzen unmittelbar trägt, soll auch entscheiden – so lautet auch der Tenor vom Verein «Switzerland 2038».
Wettlauf gegen die Zeit
Das Umfrageresultat dürfte den Verantwortlichen von «Switzerland 2038» deshalb den Rücken stärken. Ein nationales Referendum gilt als grösster Stolperstein für den «privilegierten Dialog» mit dem IOC. Sollte das Volk erst nach Ablauf der Frist Ende 2027 entscheiden, wäre die exklusive Chance für die Schweiz höchstwahrscheinlich vertan.
Gleichzeitig bleibt aber auch der Wunsch nach einer breiten demokratischen Legitimation präsent. Der Anteil von 43 Prozent für eine nationale Abstimmung ist erheblich und zeigt, dass viele die Rolle des Bundes und damit auch des gesamten Stimmvolks trotz der regionalen Verankerung der geplanten Spiele nicht ausklammern wollen.
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