Darum gehts
- Noah Dettwiler hofft auf Comeback bei Rennen in Cremona
- Die Rennärzte entscheiden am Donnerstag über Starterlaubnis nach schwerem Unfall 2025
- Der Aargauer Alessandro Binder (17) ist als Ersatzfahrer in Cremona eingeplant
Genau dieses Szenario wollte Noah Dettwiler (21) eigentlich vermeiden. Doch jetzt muss der Töff-Pilot wie schon im Mai zu einem Rennen anreisen, ohne zu wissen, ob ihm die Rennärzte die Starterlaubnis zu seinem langersehnten Comeback erteilen.
Rückblende. Vor mittlerweile zehneinhalb Monaten verletzt sich Dettwiler auf der Besichtigungsrunde beim Malaysia-GP lebensgefährlich, der Solothurner mit dem Basler Herzen liegt lange auf der Intensivstation. Doch der damalige Schweizer GP-Fahrer kämpft sich ins Leben und dann nach einigen Monaten auch wieder in die körperliche Form zurück, die ihn an eine Rückkehr auf die Rennstrecke denken lässt.
Ist das Risiko nach seiner schweren Verletzung vertretbar?
Dettwiler plant Anfang 2026 einen Neuanfang in der italienischen Meisterschaft. Alles scheint wunderbar, er hat von seinen Schweizer Ärzten grünes Licht und beim Mailänder Kuja-Rennstall einen Job, eine Superstock-Ducati zu fahren.
Dann der Schock im Mai: Dettwiler steht in Mugello bereit für sein erstes Rennen nach dem schweren Schädel-Hirn-Trauma. Doch es gibt von den Rennärzten einen Tag vor dem Training ein Startverbot. Die Italiener nennen es eine Vorsichtsmassnahme, sie wollen genauere Abklärungen, ob Dettwiler nach seinen schweren Verletzungen wirklich wieder mit vertretbarem Risiko Rennen fahren kann. Das Startverbot wird später auf die weiteren Rennen bis in den Juli ausgeweitet. Das Comeback? Auf September vertagt.
Nun zeigte sich aber: Auch die lange Sommerpause in der italienischen Meisterschaft reichte nicht aus, um für Dettwiler vor dem Rennen auf der Piste in Cremona frühzeitig den Status zu klären. Sein Manager Daniele Camuso sagt: «Leider ging es doch wieder bis zur letzten Minute, bis alle erforderlichen Checks gemacht und übermittelt werden konnten.»
Bei Testfahrten fuhr Dettwiler seine neue Maschine intensiv
Die Italiener verlangten umfangreiche Dokumentationen. Der Töff-Profi liess sich in Zürich eingehend untersuchen. Ob es fürs grüne Licht reicht – ungewiss. Dass Dettwiler physisch so fit ist wie vielleicht auch als GP-Fahrer nie und er letzte Woche auf seiner Rennmaschine drei Tage intensive Testfahrten in Italien gefahren ist – spielt alles keine Rolle.
Entscheidend ist, was am Donnerstag die Rennärzte entscheiden. Dettwiler entschied sich, die Zitterpartie nochmals vor Ort mitzuspielen. Sein Team hat aber vorgesorgt: Auch der Aargauer Alessandro Binder (17) reist an die Rennstrecke. Das Talent hat Dettwiler schon bei den bisherigen Rennen ersetzt. Kommt Binder doch wieder zum Zug?