Darum gehts
- Noah Dettwiler (20) verschiebt Comeback nach Sturz im Training
- Schweizer Rennfahrer verletzte sich leicht, will kein Risiko eingehen
- Nächstes Rennen der italienischen Meisterschaft am 9./10. Mai in Mugello
Es war an diesem schwarzen Sonntag im letzten Oktober undenkbar: dass Rennfahrer Noah Dettwiler (20) schon 181 Tage nach dem brutalen und lebensgefährlichen Crash beim Malaysia-GP wieder am Start eines Töffrennens steht. Doch genau diesen Plan verfolgte der Leimentaler für den Neustart seiner Karriere. An diesem Wochenende wollte er beim Auftakt der italienischen Meisterschaft in der Supersport-Klasse tatsächlich wieder um die Wette rasen.
«Mir war während der Reha immer klar, dass ich weiter fahren will. Wir haben klare Ziele und klare Pläne», sagte Dettwiler über sein Comeback fernab der Töff-WM in der italienischen Meisterschaft, «ich freue mich auf das Abenteuer und darauf, zurück in die Normalität zu kommen.»
Doch nun das: Am letzten Tag der vorsaisonalen Testfahrten erwischte es Dettwiler auf seiner 161 PS starken Ducati Panigale. Ein Sturz. Kein schlimmer. Aber doch genug schmerzhaft, dass der Töffprofi zusammen mit seinem Manager Daniele Camuso und seinem Rennstall entscheidet: Das Comeback muss warten.
Zwei Wochen später soll es klappen
Natürlich: Stünde Dettwiler mitten in einem Titelkampf, würde er trotz schmerzenden Beins fahren. Aber nun steht man lieber nochmals auf die Bremse. Angeschlagen beim Comeback? Da sich der bisherige GP-Pilot nach dem Malaysia-Horror sowieso erst wieder an alles herantasten muss, soll er das ohne Handicap tun können.
«Er soll bis zum zweiten Rennwochenende wieder ganz fit werden. In dieser Saison geht es um den Wiedereinstieg als Rennfahrer», schildert Manager Camuso. Das nächste Rennen findet am 9./10. Mai in Mugello (It) statt. Der Töff-Pilot wird aber trotz Zuschauerrolle dieses Weekend in Misano (It) vor Ort sein und seinem Team Kuja Racing über die Schulter schauen.
Und: am Sonntag an der Rennstrecke seinen 21. Geburtstag feiern. Ein Geburtstag, von dem in diesen bangen Herbsttagen auf der Intensivstation eines Spitals in Kuala Lumpur völlig ungewiss war, ob ihn der schwer verletzte Schweizer jemals erleben würde. Dettwiler schwebte drei Tage in Lebensgefahr, ehe damals am Mittwoch nach dem schlimmen Unfall die erlösende Nachricht aus Malaysia kam, dass er über den Berg sei.
Dass die Rückkehr auf die Rennstrecke wirklich zur Option wurde, kristallisierte sich dann in den Wochen und Monaten der intensiven Reha in Zürich, Bellikon AG, Basel und Viareggio (It) heraus. Dettwiler machte körperlich und auch mental derart grosse Fortschritte, dass er im März offiziell über seine Rückkehr als Rennfahrer reden konnte. Doch nun muss das Comeback nochmals zwei Wochen warten.