Beim Stand von 0:4 in der Halbzeitpause deutet wenig darauf hin, dass Kylian Mbappé persönlich noch zu einem der Gewinner des Abends avancieren würde. Sein Trikottausch mit Declan Rice und das Schäkern mit England-Trainer Thomas Tuchel in den Katakomben machen den Anschein, als hätte er bereits mit dem Spiel abgeschlossen.
«Ich kann diejenigen verstehen, die sagen, diese erste Hälfte sei eine absolute Verarschung gewesen, dass wir das Nationaltrikot nicht respektiert haben», erklärt Mbappé im Interview nach dem 4:6 gegen England im kleinen WM-Final.
Nach dem Seitenwechsel schafft die Équipe Tricolore aber trotzdem beinahe das schier Unmögliche. Nach zwei Treffern von Mbappé zum 1:4 und 3:4 und Bradley Barcolas 2:4 schnuppert Frankreich an einem historischen Comeback. Hätte Michael Olise eine seiner zwei Top-Chancen zu seinem ersten WM-Tor genutzt, es hätte 4:4 gestanden. «Wir sind aufgewacht und haben die zweite Hälfte gewonnen. Aber am Ende haben wir verloren», resümiert Mbappé.
«Messi wird treffen»
Dank seines Doppelpacks legt er nicht nur im Kampf um den Goldenen Schuh gegen Lionel Messi vor, sondern holt sich auch Platz eins in der ewigen Torschützenliste, den Messi erst in diesem Turnier von Miroslav Klose übernommen hat. Messi braucht im Final nun ein Tor, um zu Mbappés 22 Toren aufzuschliessen, um Torschützenkönig des Turniers zu werden, sogar zwei.
Dies traut der Franzose seinem früheren PSG-Teamkollegen aber allemal zu. «Messi wird im Final sicher treffen, er trifft immer. Ich versuche nur, mit meinen Toren dem Team zu helfen. Ich wäre gern nicht der beste WM-Schütze und würde dafür die morgige Partie spielen.»
Verständlich: Denn WM-Torschützenkönig ist er schon 2022 in Katar geworden – und für den Allzeit-Rekord hat der 27-Jährige noch mindestens ein Turnier Zeit.


