Darum gehts
- Rodri (30) gewinnt WM-Final in New Jersey und den Goldenen Ball
- Sonst hat nur Messi eine solche Pokalkollektion vorzuweisen
- Er brilliert mit 811 Pässen (93,2 % erfolgreich) und 26 Tacklings
Er ist kein Knipser, kein Dribbelkünstler und auch Torvorlagen liefert er nur selten. Weiss Gott nicht das Profil, das für individuelle Auszeichnungen im Fussball prädestiniert ist. Doch Rodrigo Hernández Cascante (30), genannt Rodri, holt sie trotzdem. Im WM-Final von New Jersey wird er zum elften Akteur, der in seiner Karriere sowohl den Ballon d'Or für den weltbesten Spieler, die Champions League und die Weltmeisterschaft gewinnt.
Von Bobby Charlton, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Paolo Rossi, Zinédine Zidane, Rivaldo, Kaká, Ronaldinho, Ousmane Dembélé und natürlich Lionel Messi holten aber nur Messi, Ronaldinho, Zidane, Müller und Beckenbauer und Rivaldo die Copa América respektive die EM.
Parallel zur WM auch noch den Goldenen Ball für den besten Spieler des Turniers zu holen, schaffte vor ihm nur Lionel Messi (39). Im Duell mit dem Argentinier, der diese Trophäenkollektion vor dreieinhalb Jahren in Katar vervollständigt hat, steigt Rodri endgültig in den Fussball-Olymp auf.
Bereits vor zwei Jahren führte der Madrilene die Furia Roja als bester Spieler des Turniers zum EM-Titel. «In ihm haben wir einen perfekten Computer», sagte sein Trainer Luis de la Fuente (65) damals vor dem Endspiel in Berlin.
Die Statistik des Computers
Und auch in diesem Sommer versprühen seine Statistiken Maschinen-Vibes. 811 angekommene Pässe bei einer Erfolgsquote von 93,2 Prozent, über 100 mehr als seine Innenverteidiger, Pau Cubarsi und Aymeric Laporte, mindestens 300 mehr als die Argentinien-Treter Enzo Fernández und Leandro Paredes. Auch seine Defensivwerte lesen sich einmal mehr überragend. Kein Spieler hat so viele erfolgreiche Tacklings vorzuweisen (26), von den Viertelfinalisten übertreffen nur einige Verteidiger seine Zweikampfquote von 63,3 Prozent (38 von 60).
Der Computer fällt nicht auf, verbucht in acht Spielen keine einzige direkte Torbeteiligung. Doch er macht seinen Job mit einer so unglaublichen Präzision und Zuverlässigkeit, dass er dennoch alle Ballzauberer überragt. Das französische Mittelfeld, das Rodri und Co. Halbfinal komplett abmeldeten, kann ein Lied davon singen.
Nach Kreuzbandriss zurück an der Spitze
Zusätzlich bemerkenswert macht seine Leistung, dass Rodri seit dem EM-Titel vor 735 Tagen 416 verletzt ausfiel. Gut drei Monate nach dem Final von Berlin gegen England riss sich der studierte Betriebswirt in der Premier League das Kreuzband. Es begann ein mühevoller Weg zurück. Den Ballon d'Or holte er sich im Oktober 2024 in Paris mit Krücken ab. Auch nach den acht Monaten Pause vor dem Comeback im Mai 2025 zwang ihn das Knie immer wieder zu Pausen.
«Ich zweifelte nicht nur daran, ob ich wieder auf das Niveau von vor der Verletzung zurückkehren würde, sondern ob ich jemals wieder spielen würde», gab Rodri kurz vor der WM Einblick in seinen Weg zurück. Nach dem Final können wir sagen: Die Zweifel sind zum Glück endgültig ausgeräumt.


