Es ist vorbei. Oder zumindest ziemlich sicher. Zwar hat Lionel Messi (39) seinen Rücktritt aus der argentinischen Nationalmannschaft noch nicht offiziell bekannt gegeben, trotzdem deutet vieles darauf hin, dass seine Länderspielkarriere am Sonntag in New Jersey zu Ende gegangen ist.
In den 21 Jahren hat er jeden für ihn mit der Albiceleste möglichen Titel eingefahren. Und trotzdem vergiesst der Superstar zum Abschied bittere Tränen. Denn ausgerechnet sein 207. und letztes Länderspiel ist eines seiner schwächsten.
Messis geblockter Schuss in der 117. Minute ist nicht nur sein erster Abschluss, sondern der der gesamten argentinischen Mannschaft. Gegen die überragende spanische Abwehr, die in allen acht WM-Spielen nur ein einziges Gegentor zugelassen hat, kommt der Captain nie richtig zur Entfaltung und bleibt zum ersten Mal an dieser WM ohne Torbeteiligung.
Kuriose Aktion gegen Cucurella
Zudem präsentiert sich Argentiniens Rekordmann zwischenzeitlich sogar von einer eher unbekannten Seite. Nach dem Platzverweis gegen Fernandez kommt es zu einem kurzen Wortwechsel zwischen Messi und Marc Cucurella. Dabei hält sich Spaniens Linksverteidiger versehentlich für einen Sekundenbruchteil die Hand vor den Mund, bemerkt seinen Fauxpas aber umgehend und spricht normal mit Messi weiter.
Dieser reagiert aber umgehend und versucht vergeblich, die Schiedsrichter auf Cucurellas «Vergehen» aufmerksam zu machen. Eine Verpetz-Aktion in seinem womöglich letzten Spiel, die Messi nicht nötig hat. Wobei sein Trainer Lionel Scaloni noch nicht sicher ist, ob er nicht auch in Zukunft auf den Profi von Inter Miami zählen kann.
«Ich habe immer klar gesagt, dass er so lange spielen wird, wie er möchte», so Argentiniens Trainer nach dem verlorenen Final. «Ich hoffe, dass die Menschen stolz auf ihn und auf diese Mannschaft sind. Für mich ist er der grösste Fussballer aller Zeiten. Sein Vermächtnis geht weit über Titel und Statistiken hinaus.»
WM-Rekord gehört Mbappé
Hätte es mit der Titelverteidigung geklappt, hätte es für Messi trotz seiner inzwischen 39 Jahre ein Abgang auf dem Höhepunkt werden können. Bei keiner seiner vorherigen fünf WM-Teilnahmen hat Messi derart brilliert wie in Nordamerika. Acht Tore und vier Vorlagen in acht Spielen sind Werte, die ihm vor dem Turnier nur noch die wenigsten zugetraut haben.
Trotzdem ist der Titel nicht das einzige Ziel, das Messi am Ende knapp verpasst hat. In der ewigen WM-Torschützenliste liegt Kylian Mbappé seit Samstag mit 22 Treffern ein Tor vor dem achtfachen Weltfussballer. Und während im Fall des Franzosen noch weitere dazukommen dürften, verabschiedet sich der wohl Beste der Geschichte von der ganz grossen Bühne.


