Darum gehts
- Menschenrechtsorganisation «Fairsquare» reicht Beschwerde gegen Fifa-Chef Infantino beim IOC ein
- Vorwurf: Verstoss gegen politische Neutralität, u. a. Trump-Slogan verwendet
- Fünf Verstösse gelistet, darunter Aussagen von 2025 und Fall Balogun
Auf Gianni Infantino (56) könnte eine Untersuchung des Internationalen Olympischen Komitees zukommen: Wie die britische Menschenrechtsorganisation «Fairsquare» angibt, hat sie beim IOC Beschwerde gegen den Fifa-Präsidenten eingereicht.
Der Vorwurf: Infantino habe mehrmals gegen die in der Olympischen Charta festgehaltene politische Neutralität verstossen – diese Bestimmung ist erst im Juni noch einmal präzisiert worden. Daran ist auch Infantino, seit 2020 Mitglied des IOC, gebunden.
Infantino verwendete Trump-Slogan
«Fairsquare» listet in seiner Beschwerde aber gleich «fünf klare Verstösse» gegen diese Bestimmung auf. So bedankte sich Infantino im Januar 2025 für die Einladung von US-Präsident Donald Trump (80) zu seiner Amtseinführung unter anderem mit den Worten «zusammen machen wir nicht nur Amerika ‹great again›, sondern die ganze Welt» – für «Fairsquare» aufgrund der eindeutigen Verwendung von Trumps berühmtem Wahlkampf-Slogan ein Bekenntnis zur Agenda des US-Präsidenten.
Gelistet ist auch eine Aussage Infantinos in einem Interview im November 2025, als er Trumps Politik kommentierte: «Er setzt nur um, was er zu tun versprochen hat, also glaube ich, dass wir ihn alle unterstützen sollen, weil das ziemlich gut aussieht, wie ich glaube.»
Auch mit einer Aussage, dass Trump den Friedensnobelpreis verdiene, seinem Kommentar zur Vergabe des neu geschaffenen Fifa-Friedenspreises an Trump und dem öffentlichen Aufsetzen eines roten Hutes mit der Aufschrift «45-47» als Referenz auf Trumps Amtszeiten als Präsident hat Infantino laut «Fairsquare» klar Position für Trump und seine Politik bezogen.
Auch Fall Balogun ein Thema
Auch Infantinos Rolle bei der Begnadigung von Rotsünder Folarin Balogun an der WM in Nordamerika, bei der die Fifa mutmasslich politischen Einflussversuchen der US-Regierung nachgegeben hat, soll das IOC gemäss der Beschwerde noch einmal genauer unter die Lupe nehmen.
Wegen einiger dieser Vorfälle hat sich «Fairsquare» schon im vergangenen Dezember bei der Fifa-Ethikkommission beschwert – man habe von dieser Seite aber seither keine Informationen mehr erhalten. Wohl auch deshalb erfolgt nun der Gang zum IOC. Dessen Präsidentin Kirsty Coventry (42) hat bereits in der vergangenen Woche angekündigt, dass man sich «natürlich» damit befassen werde.
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